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28. Mai 2009, 16:21 Uhr

"Abtreibung schlimmer als Kindesmissbrauch"

Abtreibungen seien schlimmer als die tausendfachen Übergriffe auf Kinder in katholischen Kinderheimen in Irland - das sagte ein spanischer Kardinal einem Fernsehsender. Die Äußerung des hohen Geistlichen des Vatikans zieht harsche Kritik nach sich.

Spanischer Kardinal, Abtreibung, Kindesmissbrauch

Der nächste Skandal im Vatikan: Die Äußerung eines hohen Geistlichen zu Abtreibung und Missbrauch sorgt für Aufregung© Peter Kneffel/DPA

Der tausendfache Missbrauch von Kindern in Einrichtungen der katholischen Kirche in Irland ist nach Ansicht eines hohen Geistlichen des Vatikans nicht so gravierend wie die Abtreibung. "Was in einigen (irischen) Schulen geschehen sein mag, ist nicht zu vergleichen mit den Millionen von Leben, die durch gezielte Schwangerschaftsabbrüche zerstört wurden", sagte der spanische Kardinal Antonio Cañizares dem Fernsehsender TV3.

Der frühere Primas der katholischen Kirche in Spanien wies nach Medienberichten vom Donnerstag zugleich darauf hin, dass der Missbrauch von Kindern in Irland "absolut zu verurteilen" sei. "Dafür müssen wir uns entschuldigen." Cañizares war vom Papst zum Präfekten der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung ernannt worden.

Die spanische Gesundheitsministerin Trinidad Jiménez übte scharfe Kritik an den Äußerungen des Geistlichen. Es sei "völlig unangebracht und unverantwortlich", den Missbrauch von Kindern mit der Abtreibung zu vergleichen, sagte die sozialistische Politikerin. "Dies sind zwei völlig verschiedene Dinge."

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 33)
 
Luciano (31.05.2009, 15:35 Uhr)
@erichmonika
Mag sein, dass die katholischen Oberen Heuchler sind. Aber was sind wir dann? Wir regen uns auf, wenn wieder einmal eine überforderte Mutter ihr Kind tötet und in Blumenkübeln verscharrt. Aber auf der anderen Seite gehört das systematische Kindertöten in unserer Gesellschaft längst zur modernen Familienplanung. Der größte Heuchler ist immer noch der Durschnittsbürger.
erichmonika (31.05.2009, 14:08 Uhr)
Gott im Himmel, was regen wir uns auf?
Die Äußerung des katholischen Oberen sollte uns nicht verwundern. So waren sie und so werden sie immer bleiben: Heuchler. Wenn es ihnen in den Kram passt segnen sie Waffen, wenn es ihnen in den Kram passt ziehen sie in den Krieg und wenn es ihnen in den Kram passt, dann verteidigen sie Kindesmisshandlung. Ist es denn verwunderlich, bei diesen kranken System mit Zölibat,Zwangsglauben an die unbefleckte Empfängnis und Auffahrt in den Himmel nach der Wiederauferstehung? Wer das nicht nur glaubt sondern auch noch predigt, der kann auch ein Konkordat mit den Nazis abschließen.
Luciano (29.05.2009, 19:41 Uhr)
@maria1000
Anscheinend liest du dir die Kommentare auf die du antwortest nicht durch. Ansonsten hättest du nämlich gesehen, dass ich Atheist bin und somit kein religiöser Fanatiker sein kann. Außerdem habe ich nie behauptet, dass Frauen abtreiben, weil dem Kind der kleine Finger fehlt. Das war nur eine überpitzte Formulierung, mit der ich andeuten wollte, dass es keine wirkliche Rechtfertigung für eine Abtreibung geben kann. Es wäre auch schön wenn du sachlich argumentieren würdest, anstatt auf Talkshow-Niveau zu beleidigen. Du sagst die Beispiele, die ich aufführe, hinken. Dann sag mir doch bitte, was genau an diesen Beispielen hinkt. Und wenn du schon dabei bist, erklär mir bitte auch, was ein Kind im 6. Schwangerschaftsmonat von einem in der 6. Woche dermaßen unterscheidet, dass Ersteres ein Recht auf Leben, letzeres aber nicht hat. Und versuch es mal mit vernünftiger Argumentation, anstatt mit prolligem Gekeife.
Luciano (29.05.2009, 19:25 Uhr)
@stern admins

löscht ihr hier etwa Kommentare, die nicht eure Meinung widerspiegeln? Das fände ich sehr seltsam für eine Redaktion, die sich sonst mit Kritik bezüglich Zensur, bspw. wenn es um China geht, alles andere als zurückhält
raptor-xl (29.05.2009, 13:25 Uhr)
emotionen runter...
...und dann bleibt was auf der hand? ein totes kind ist schlimmer, da ein "verletztes" weiterleben kann. so wiet so gut. aber wie das mißbrauchte kind damit klarkommt und wie kaputt sein leben sein kann, dass bleibt offen.
grundsätzlich bleibt jegleiches vergehen an kinder, ob mit tod verbunden oder nicht, bleiben furchtbar.
aber ich bin sicher, dass viele kirchenhasser die argumente des spaniers besonders mißverstehen werden...
botoxia (29.05.2009, 11:21 Uhr)
Schlimmer
Jeder findet es schlimmer, was andere tun, als das, was man selber tut.
dreicon (29.05.2009, 10:59 Uhr)
Wie Du warst vor aller Zeit, so bleibst Du in Ewigkeit
Weil zu viele Menschen intellektuell nicht in der Lage sind, sich ihren Lebenssinn selbst zu denken, gibt es Sekten, Kirchen und Religionen. Diese organisierten sich in Institutionen, die neben der Konstruktion ihrer jeweiligen Gottheiten (Göttern), Indoktrinierungen mit s. g. Heilsbotschaften, einen nicht unherheblichen Anteil ihrer Aktivitäten der Bestandsicherung, der Machterringung und dem Machterhalt widmen. Wesentliche Teile dieser Aktivitäten sind die ständigen, ungefragten Einmischungen in gesellschaftliches Denken und Handeln. Natürlich immer unter der Prämisse: die Schlechten sind die Anderen.
Gockeline512 (29.05.2009, 09:26 Uhr)
Hier zeigt sich die Zweiteilung der Menschen im Denken
Zuerst ist es absolut zu verwerfen,dass ein Priester sich so unkritisch äußert.Seine Wortwahl mehr Zweideutigkeit zeigt als Aufklährung.Priester haben zum Kindesmißbrauch eine sonderbare Einstellung,wogegen sie beim Abruch völlig austicken.Aber so zeigt es sich auch in den Foren und der Gesellschaft.Kindesmißbrauch wir scharf verurteil und Abtreibung wird mit wie eine Zahnbehandlung gesehen.Unsere Gesellschaft hat ihre Werte einfach so verdreht,dass eine Abruch nicht schlechtes mehr ist.Sie nennt es modern,modern ist gut.Altmodisch ist schlecht,aber Altmodisch behält Werte die verloren wurden.Wir sind dabei viele Werte einfach zu verlieren.Wo wir hinkommen sieht man an den Äußerungen der Menschen.
asdfghjkl (29.05.2009, 09:26 Uhr)
Ist doch ganz einfach...
In Irland, das waren Kirchenleute, und die sind per definition die Guten(tm). Deswegen kann das gar nicht so schlimm gewesen sein, und wird mal wieder völlig übertrieben dargestellt.
Pfaffen, Bischhöfe, Äbte oder Kardinäle werden aber NIE in die Situation kommen, dass sie ungewollt schwanger sind oder während einer gewollten Schwangerschaft ein ernsthaftes medizinisches Problem bekommen. Deswegen kann man so eine Abtreibung wunderbar als die größte Sünde der Menschheit bezeichnen. Die Guten (tm) werden ja nie in die Verlegenheit kommen, dass sie sowas schreckliches mal bräuchten.
Dreckige Heuchler.
asdfghjkl
Luciano (28.05.2009, 22:25 Uhr)
@bebuquin
Schön dass Sie an die Sache mit Verstand herangehen wollen. Also erstmal: Mir geht es nicht um das Töten von Leben, sondern um das Töten von _menschlichem_ Leben. Sowohl Eizelle als auch Samen besitzen nicht den kompletten Genpool, den einen Menschen ausmacht, daher hinkt der Vergleich mit der Masturbation doch ein wenig. Extrembeispiele habe ich übrigens auch auf Lager: Ein Mensch im Koma kann auch keine Schmerzen empfinden, würden sie ihn deshalb sofort töten? Menschen mit geistiger Behinderung sind auch oft nicht so weit entwickelt wie "gesunde" Menschen, sind sie deshalb als niedere Lebewesen mit weniger Rechten anzusehen? Allgemein halte ich die Argumentation die Lebensrecht am Entwicklungsstadium festmachen will für unsinnig. Sicher, ein Embryo ist noch nicht weit entwickelt, doch wenn das der Grund dafür ist, dass er weniger Lebensrecht hat als bspw. ein Neugeborenes, sollte konsequenterweise ein Neugeborenes weniger Lebensrecht haben als ein Kleinkind und dieses wiederum weniger als ein Erwachsener. Sehen Sie wo diese Argumentation hinführt? Genauso sind "Abstufungen" in den Gründen zu bewerten, eine Abtreibung durchzuführen: Weil das Kind behindert sein könnte? Weil dem Kind Gliedmaßen fehlen? Weil ihm der kleine Finger fehlt? Was soll übrigens das Argument mit der sich nicht einnistenden Eizelle aussagen? Nur weil Menschen auch natürlichen Todes sterben können, heisst das nicht, dass man das Recht hat da nach zu helfen.
Es ist auch keine Interpretationssache, wann das menschliche Leben beginnt, sondern biologisch ganz eindeutig: Zum Zeitpunkt der Befruchtung. Oder hätten Sie es lieber physikalisch: Zum Zeitpunkt der Befruchtung sind alle Informationen dermaßen organisiert, dass ohne weiteres Zutun, also durch _Selbstorganisation_ ein Mensch ensteht. War das verstandesmäßig genug?
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