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Hamburger Graffiti-Künstler wurde von S-Bahn erfasst

Der Hamburger Graffiti-Sprayer OZ ist bei einer Sprühaktion ums Leben gekommen. Eine S-Bahn erfasste den 64-Jährigen. Am Unglücksort lag eine Sprühdose. An einer Stromschiene prangt sein letztes "OZ".

Für seine Smileys war OZ in ganz Hamburg bekannt - und über die Stadtgrenzen hinaus.

Für seine Smileys war OZ in ganz Hamburg bekannt - und über die Stadtgrenzen hinaus.

Hamburgs bekanntester Sprayer "OZ" ist offenbar beim Sprühen tödlich verunglückt. Der 64-Jährige sei bei einem Unfall mit einer S-Bahn ums Leben gekommen, sagte eine Sprecherin der Hamburger Polizei. Die Leiche wurde nach Angaben der Bundespolizei am Donnerstagabend zwischen den Stationen Hauptbahnhof und Berliner Tor entdeckt. Am Unglücksort habe eine Sprühdose gelegen. Auch sein Tag (Schriftzeichen) "OZ" war an einer Stromschiene zu sehen.

Der S-Bahnführer der Linie S1 Richtung Poppenbüttel/Flughafen habe den Unfall gar nicht bemerkt, sagte der Bundespolizeisprecher. Erst der Fahrer eines nachfolgenden Zuges habe die Leiche gesehen und die Leitstelle der S-Bahn verständigt. Der Mann sei mit schweren Kopfverletzungen gefunden worden.

Der Sprayer war zuletzt Anfang 2012 in einer Berufungsverhandlung zu einer Geldstrafe verurteilt worden. In erster Instanz hatte das Urteil auf 14 Monate Haft gelautet. Davor hatte er bereits mehrfach vor Gericht gestanden und auch im Gefängnis gesessen. Seine Taten hatten die Debatte befördert, ob Graffiti als Kunst oder Sachbeschädigung zu werten sei.

Dass er viele Sympathien auf seiner Seite hatte, zeigen erste Reaktionen beim Kurznachrichtendienst Twitter.

Der Sprayer war vor allem wegen seiner Smileys, die er in ganz Hamburg verteilte, bekannt.

kup/DPA/DPA

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