Mein Nachbar, der Entführer

8. Mai 2013, 09:20 Uhr

Bis zu den Elternhäusern waren es nur wenige hundert Meter Luftlinie, doch für die drei entführten Frauen in Cleveland waren sie unerreichbar. Die Karte zeigt die ganze Tragik des Falls. Von N. Kruse, M. Schmidt, A. Berger, B. Adam

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Charles Ramsey, der Nachbar, dem die drei jahrelang in einem Haus in Cleveland gefangen gehaltenen Frauen ihre Befreiung zu verdanken haben, ist über Nacht zum neuen Helden der USA geworden. Videos davon, wie der Tellerwäscher von seiner Heldentat berichtet, wurden auf YouTube seit Montag hunderttausende Mal angeklickt und über Twitter und Yahoo weiterverbreitet.

Auch Aufnahmen des in seiner Wortwahl nicht ganz jugendfreien Anrufs von Ramsey bei der Notrufzentrale verbreiteten sich wie ein Lauffeuer. "Bruder, ich wusste, dass etwas nicht stimmt, als sich dieses hübsche kleine weiße Mädchen in die Arme eines schwarzen Mannes warf", erzählte der Afroamerikaner Ramsey dem Fernsehsender WEWS über den Moment, als er eines der Entführungsopfer von Cleveland, die 27-jährige Amanda Berry, befreite. Der Spruch wurde von Internet-Nutzern umgehend für einen Rap-Song gesampelt.

In dem Fernsehinterview berichtete der Tellerwäscher mit den langen Haaren und schiefen Zähnen ausführlich davon, wie er auf Berry aufmerksam wurde. Er habe gerade "meinen McDonald's" (seinen Hamburger) gegessenen, als er sie schreien hörte. Die US-Fastfoodkette reagierte enthusiastisch auf die Gratis-Werbung: "Weiter so, Charles Ramsey - wir melden uns", twitterte McDonald's.

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