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Metzger zu Bewährung verurteilt

Mit 17 Messerstichen in Brust und Hals hat ein Metzger einen Freund auf dessen eigenes Verlangen getötet - ins Gefängnis muss er dafür aber nicht. Nach dem spektakulären Verbrechen ist der 34-jährige Täter aus Oer-Erkenschwick (Nordrhein-Westfalen) am Donnerstag vom Bochumer Schwurgericht zu 21 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Mit 17 Messerstichen in Brust und Hals hat ein Metzger einen Freund auf dessen eigenes Verlangen getötet - ins Gefängnis muss er dafür aber nicht. Nach dem spektakulären Verbrechen ist der 34-jährige Täter aus Oer-Erkenschwick (Nordrhein-Westfalen) am Donnerstag vom Bochumer Schwurgericht zu 21 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Er hatte am 5. Februar 2009 seinen 40- jährigen Bekannten in dessen Bett erstochen. Der Angeklagte habe geglaubt, dass sein Freund unheilbar an Krebs erkrankt war und sterben wollte. Dabei habe er ihm helfen wollen. Die letzten Worte des späteren Opfers waren laut Urteil: "Bitte töte mich."

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Angeklagten die "Sterbehilfe- Version" zunächst abgenommen. Im Laufe der Ermittlungen waren dann aber Zweifel aufgetaucht. Hatte der 34-Jährige seinen Bekannten möglicherweise nur getötet, weil er sich eine Beziehung zu einer gemeinsamen Freundin erhoffte? Zwei Wochen nach der Bluttat war der Metzger schließlich doch noch festgenommen worden. Von da an stand er unter Mordverdacht. Auch in der Anklage war zunächst von Mord die Rede. Im Laufe des neun Monate dauernden Prozesses wendete sich das Blatt jedoch wieder zugunsten des Angeklagten.

Die Richter gingen am Ende davon aus, dass der Angeklagte seinem Bekannten tatsächlich versprochen hatte, ihm beim Sterben zu helfen. Richter Hans-Joachim Mankel sagte in der Urteilsbegründung: "Wir sind davon überzeugt, dass er allein aus der Motivation gehandelt hat, sein Ehrenwort zu erfüllen." Wie schwer ihm die Tat gefallen ist, erklärte der Metzger nach der Urteilsverkündung selbst. Auf dem Gerichtsflur sagte er wörtlich: "Ich wollte es ganz schonend machen, aber er wollte einfach nicht tot gehen." Eine ebenfalls angeklagte Bekannte (27) des Angeklagten wurde wegen psychischer Beihilfe zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Mit den verhängten Strafen blieben die Richter leicht unter den Anträgen der Staatsanwaltschaft, die 24 und 15 Monate Haft gefordert hatte.

DPA/DPA
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