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85-Jähriger gesteht Tötung seiner Frau

Sie gerieten in Streit, da schlug er zu: Ein 85-Jähriger hat im Prozess in Frankfurt gestanden, seine Frau nach 64 Jahren Ehe getötet zu haben. Nun geht es um die Schuldfähigkeit des Mannes.

Im Landgericht Frankfurt stehen zwei Stühle vor der Richterbank in einem leeren Sitzungssaal

In einem Sitzungssaal im Landgericht Frankfurt wird der Fall eines 85-Jährigen verhandelt, der seine 87-jährige Ehefrau getötet hat

Ein 85-Jähriger hat gestanden, seine Frau während eines heftigen Streits in der gemeinsamen Wohnung im hessischen Neu-Anspach getötet zu haben. "Es war eine Tat im Affekt", sagte der Rechtsanwalt des wegen Totschlags angeklagten Mannes am Dienstag im Frankfurter Landgericht. Konkrete Erinnerungen an die Tat habe der 85-Jährige nicht.

Laut Anklage soll der Mann der 87-Jährigen am Abend des 8. Novembers 2015 zunächst mit gläsernen Wasserflaschen auf den Kopf geschlagen und sie dann mit einem Messer niedergestochen haben. Die Frau hatte Stichverletzungen am ganzen Körper. Anschließend wollte er sich selbst töten, indem er sich mit einem Hammer auf den Kopf schlug und an seinen Adern ritzte. Am Morgen nach der Tat rief er seine Tochter an, die im selben Haus lebte und berichtete, dass seine Frau tot sei. Die Familie fand die leblose 87-Jährige und den verwirrt scheinenden Angeklagten. Sie ging zunächst von einem Unglücksfall aus.

Wegen Lappalien beschimpft

Der Rechtsanwalt sagte, sein Mandant sei in der Beziehung - das Paar war 64 Jahre lang verheiratet - eher unterwürfig gewesen. Die demente Frau sei in den vergangenen Jahren immer herrischer geworden und habe ihn öfters wegen Lappalien beschimpft.

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft war der Mann zur Tatzeit nicht voll schuldfähig. Er ist seit der Tat in Untersuchungshaft. Der Prozess wird kommende Woche fortgesetzt, insgesamt will die Schwurgerichtskammer an drei Tagen verhandeln.

tkr/DPA

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