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Deutsche Touristin entdeckt versteckte Kamera in Airbnb-Wohnung

Drei Tage lang fühlten sich Yvonne S. und ihr Freund in ihrem Ferienhaus in Kalifornien völlig unbeobachtet. Bis sie eine versteckte Kamera entdeckten. Nun zieht Yvonnes S. vor Gericht und fordert von Airbnb Schadensersatz.

Eine deutsche Touristin verklagt Airbnb, weil sie in ihrem Ferienhaus in Kalifornien eine versteckte Kamera entdeckt hat

Eine deutsche Touristin verklagt Airbnb, weil sie in ihrem Ferienhaus in Kalifornien eine versteckte Kamera entdeckt hat

Ein ganzer Monat voller Abenteuer, Spaß und Sonne unter dem blauen Himmel Kaliforniens - und dazu eine tolle Ferienwohnung: Das war der Plan von Yvonne S. und ihrem Partner Kevin S., als sie vor zwei Jahren für ihren USA-Urlaub eine Unterkunft bei Airbnb gebucht hatten. Doch am dritten Tag ihres Aufenthalts in dem gemieteten Haus in Irvine machte Yvonne S. einen gruseligen Fund: Zwischen ein paar Kerzen stieß sie per Zufall auf eine versteckte Kamera. 

Drei Tage lang fühlte sich das Paar in ihrem Miethaus völlig unbeobachtet und verhielt sich auch so. Die beiden deutschen Touristen liefen nackt durch die Zimmer, unterhielten sich über intime Themen, ihre Beziehung und ihre Finanzen. Doch die ganze Zeit lief die Kamera mit und zeichnete jede ihre Bewegungen auf. Nun zieht Yvonne S. vor Gericht und verklagt sowohl die Vermieter als auch Airbnb. 

Ferngesteuerte Kamera mit Nachtfilmfunktion

Wie aus der Anklageschrift hervorgeht, entdeckte Yvonne S. die Kamera nur, weil ein kleines blinkendes Licht sie auf sich aufmerksam machte. Auf der Suche nach seiner Quelle durchstöberte sie ein Regal im Wohnzimmer und machte die erschreckende Entdeckung. Der Darstellung der Klägerin zufolge befand sich die Kamera in Betrieb und nahm sowohl Video- als auch Audiodaten auf, auch nachts. Doch es wurde noch gruseliger: Die Kamera bewegte sich. Allem Anschein nach wurde sie von den Vermietern ferngesteuert.

Yvonne S. "ist zutiefst gedemütigt und wütend darüber, dass die Kamera dazu benutzt worden sein könnte, sie auszuspionieren, während sie sich vollständig entkleidet auf dem Grundstück bewegte", heißt es in der Anklageschrift. Außerdem fürchte sie, dass die Aufnahmen ins Internet gelangen könnten.

Airbnb ließ die spionierenden Vermieter weiter gewähren

Yvonne S. und ihr Partner hatten das Airbnb-Haus zwischen dem 16. Dezember 2013 und dem 12. Januar 2014 angemietet. Nachdem sie die Kamera am 19. Dezember jedoch entdeckt hatten, informierten sie Airbnb über ihren Fund und zogen aus. Doch trotz der Beschwerde, wurde das Objekt weiter bei Airbnb angeboten. Nun wirft Yvonne S. dem Unternehmen vor, weder die Vermieter geprüft zu haben noch genügend Sicherheit für die Mieter gewährleisten zu können. 

Es liege auch in der Verantwortlichkeit von Airbnb, dass die Klägerin während ihres Aufenthalts Demütigung, Schock, Stress und andere physische Schäden erleiden musste, so die Anklage. Nun fordert Yvonne S. Schadensersatz, sowohl von Airbnb als auch von den Vermietern ihres Ferienhauses.

Airbnb verteidigt sich

Airbnb teilt auf Anfrage des stern mit: "Auch wenn wir laufende Verfahren nicht kommentieren, werden wir uns verteidigen. Airbnb nimmt die Privatsphäre seiner Kunden sehr ernst. Alle Gastgeber müssen bestätigen, dass ihre Unterkünfte allen geltenden Gesetzen ihres Standorts entsprechen und natürlich die Privatsphäre ihrer Gäste respektieren. Wir fordern alle Gastgeber auf, vollständig offenzulegen, ob Sicherheitskameras oder anderes Überwachungsequipment auf dem Gelände der Immobilien angebracht sind und bei Bedarf sich eine Genehmigung einzuholen."

Es ist nicht das erste Mal, dass Airbnb-Gäste versteckte Kameras in ihren Ferienwohnungen finden. Im Mai dieses Jahres wurden etwa in Kanada in einem Apartment drei Dropcams entdeckt, wie die US-Zeitung "Observer" berichtete. 

ivi
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