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Todesschütze war vermutlich auch Einbrecher

Weiterer Verdacht gegen den Todesschützen von Österreich. Alois Huber soll nicht nur ein Wilderer gewesen sein, sondern auch ein Einbrecher. In seinem Bunker hortete er Waffen und weiteres Diebesgut.

  Ein Foto des mutmaßlichen Todesschützen von Österreich. Der passionierte Jäger soll nicht nur gewildert haben, sondern sich seine mehr als 100 Waffen bei Einbrüchen zusammengestohlen haben.

Ein Foto des mutmaßlichen Todesschützen von Österreich. Der passionierte Jäger soll nicht nur gewildert haben, sondern sich seine mehr als 100 Waffen bei Einbrüchen zusammengestohlen haben.

Dutzende Hirschgeweihe türmen sich zu einem wilden Haufen. Hunderte Waffen stehen blank geputzt in Reih und Glied in einem selbst gebauten Kellerbunker. Vieles davon hat Alois Huber wohl über Jahre mit Einbrüchen zusammengerafft. Über das Doppelleben des Jägers und Wilderers, der mutmaßlich drei Polizisten, einen Sanitäter und sich selbst erschossen hat, gelangt immer mehr ans Tageslicht. Hinter der Fassade des netten Nachbarn lebte der Niederösterreicher wohl seine Mord- und Jagdlust aus. Kritik am außer Kontrolle geratenen Polizeieinsatz wies das Innenministerium entschieden zurück.

Huber stehe im Verdacht, bei mehreren Einbrüchen Jagdwaffen erbeutet zu haben, teilte die Polizei in Niederösterreich am Donnerstag mit. Auf seiner Flucht vor den Beamten in der Nacht zu Dienstag traf den 55-Jährigen außerdem ein Streifschuss der Polizei, hieß es von der Staatsanwaltschaft St. Pölten.

Mitglied der "Halali-Bande"

Bei der Stürmung und Durchsuchung seines Bauernhauses in Großpriel bei Melk fanden Beamte neben seiner brennenden Leiche in einem geheimen Keller Hunderte Waffen. Solch eine Menge könne er nicht legal besessen haben, hieß es. Bilder aus dem Haus zeigen auch Dutzende unordentlich angehäufte Geweihe. Auch soll Alois H. viele Trophäen exotischer Tiere besessen haben. In dem selbst gebauten Verlies fanden die Ermittler nach eigenen Angaben zudem anderes Diebesgut und Hinweise auf bislang ungeklärte Straftaten. Die Aufarbeitung des Falls werde noch Wochen dauern, hieß es von der Staatsanwaltschaft.

Die Zeitung "Kurier" berichtete am Donnerstag, dass Alois H. Mitglied der sogenannten "Halali-Bande" gewesen sein könnte, die länger als ein Jahrzehnt Jagdvillen und Schlösser ausraubte und in Brand setzte. Dabei soll ein Schaden von mindestens zehn Millionen Euro entstanden sein. Die Polizei bestätigte Ermittlungen in diese Richtung. Die Einbrüche hätte der Jäger indes auch allein verüben können, sagte Polizeisprecher Johann Baumschlager der Nachrichtenagentur DPA. "Wahrscheinlich wird Alois H. für einige der Taten verantwortlich sein."

Keine Hinweise auf Komplizen

Hinweise, dass der Täter Komplizen hatte, gebe es zur Zeit nicht, hieß es von der Staatsanwaltschaft St. Pölten. Der Wilderer werde als Einzeltäter, der ein Doppelleben führte, eingeschätzt.

Der Jäger hatte in der Nacht zu Dienstag in Österreich drei Polizisten und den Fahrer eines Rettungswagens kaltblütig erschossen, um seiner Festnahme wegen Wilderei zu entgehen. Dabei feuerte er mit einem Nachtsichtgerät ausgestattet gezielt auf den Brust und Kopf der Einsatzkräfte.

Kritik an zu unvorsichtigem Vorgehen der Polizei wies die österreichische Innenministerin Johanna Mikl-Leitner am Donnerstag scharf zurück: "Angesichts der kaltblütigen Ermordung von vier Einsatzkräften halte ich diese Besserwisserei für unerträglich."

Am 1. Oktober soll es für die Opfer einen Trauergottesdienst im Wiener Stephansdom geben. Der Wiener Erzbischof und Kardinal Christoph Schönborn wird die Messe halten. Der Niederösterreichische Landtag gedachte den Toten am Donnerstag in einer Schweigeminute, im ganzen Bundesland gibt es Trauerbeflaggung.

kng/DPA/DPA

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