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Terrorverdächtiger hatte wohl militärische Ausbildung

Es gab konkrete Hinweise auf Anschlagsplanungen, aber nicht auf eine terroristische Straftat: Die Ermittlungsbehörden geben immer mehr Details zur Anti-Terror-Razzia und den Festgenommenen bekannt.

Terrorverdächtiger posiert mit Waffen

Dieses Foto von einem der festgenommenen Terrorverdächtigen veröffentlichte die Polizei

Nach der Großrazzia gegen Islamisten haben die Ermittler mit der Bekanntgabe weiterer Details die mögliche Gefahr durch die Festgenommenen untermauert. Polizei und Staatsanwaltschaft veröffentlichten am Freitag das Foto eines Verdächtigen, das ihn mit Gewehren, Pistolen und Handgranaten zeigt. Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen sagte im ZDF, es habe "konkrete Hinweise" auf Planungen für mögliche Anschläge gegeben, aber keine konkreten Hinweise auf eine terroristische Straftat.

Die deutschen Sicherheitsbehörden waren am Donnerstagmorgen mit einer Großrazzia gegen die möglicherweise gewaltbereiten Islamisten vorgegangen. Die Durchsuchungen richteten sich gegen vier Algerier, die "schwere staatsgefährdende Gewalttaten" vorbereitet und Kontakt zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gehabt haben könnten.

Keine Hinweise auf konkreten Anschlagsort

Auslöser für die Ermittlungen war nach Angaben von Polizei und Generalstaatsanwaltschaft Berlin vom Freitag ein Hinweis des Verfassungsschutzes. Nach ersten Informationen im Dezember habe es am 10. Januar einen konkreten Hinweis darauf gegeben, dass es sich um mutmaßliche IS-Unterstützer handele und diese möglicherweise in Anschlagsplanungen in Berlin involviert seien. Hinweise auf einen konkreten Anschlagsort liegen den Behörden zufolge aber nicht vor.

Der Hinweis vom 10. Januar "wurde von den ermittelnden Behörden sehr ernst genommen", erklärten Polizei und Generalstaatsanwaltschaft. Die eingeleitete Überwachung habe dann ergeben, dass sich die Verdächtigen "sehr auffällig und konspirativ verhielten". Daraufhin entschlossen sich die Behörden zu der Großrazzia am Donnerstag, bei der 450 Beamte im Einsatz waren. Sprengstoff oder Waffen wurden bei den Durchsuchungen nicht gefunden.

Verdächtiger militärisch ausgebildet?

Der in einer Flüchtlingsunterkunft in Nordrhein-Westfalen festgenommene 34-jährige Algerier war den Angaben zufolge mit seiner Familie Ende 2015 nach Deutschland eingereist und hatte mit syrischen Personalien einen Asylantrag gestellt. Er soll zuvor in Syrien militärisch ausgebildet worden sein. Der Mann ist auch auf dem von den Behörden veröffentlichten Foto zu sehen. Bei den Durchsuchungen wurden weitere Bilder beschlagnahmt, die die Polizei aber weder publik machen noch kommentieren wollte.
Von dem im nordrhein-westfälischen Attendorn festgenommenen mutmaßlichen Islamisten sollen laut einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt" auch Fotos existieren, die ihn gemeinsam mit einem IS-Anschlagsplaner zeigen. Das Magazin "Der Spiegel" berichtete über ein Foto, auf dem er beim Essen mit einer Person aus dem Umfeld der Pariser Attentäter abgebildet sein soll. Ein Polizeisprecher sagte dazu lediglich, es werde geprüft, "ob es Kontakte nach Paris gab". Bei den Anschlägen in Paris waren Mitte November 130 Menschen getötet worden.

Algerien veranlasste Fahndungen

Bei der Razzia am Donnerstag wurde auch die 27-jährige Frau des 34-Jährigen festgenommen. Das Amtsgericht Dortmund erließ am Freitag so genannte Festhalteanordnungen gegen die beiden. Grundlage dafür waren demnach von Algerien veranlasste Fahndungen wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Der Verfassungsschutz schließt derweil nicht aus, dass mit den Flüchtlingen Terroristen eingeschleust werden könnten. Die Anschläge in Paris hätten gezeigt, dass der IS "bewusst Terroristen unter den Flüchtlingen eingeschleust" habe, sagte Verfassungsschutzpräsident Maaßen im ZDF-"Morgenmagazin". "Das ist eine Tatsache, der sich die Sicherheitsbehörden gegenüber sehen."

tkr/AFP
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