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Papst vergibt seiner Angreiferin

Gnädiger Papst: Benedikt XVI. hat sich mit der jungen Frau getroffen, die ihn bei der Christmette am Heiligabend attackiert und zu Boden gerissen hatte, und seiner Angreiferin vergeben. Zudem wünschte er der psychisch kranken Susanna Maiolo das Beste für ihre Gesundheit.

Papst Benedikt XVI. hat seine Angreiferin vom Heiligen Abend getroffen und ihr vergeben. Die 25-jährige Susanna Maiolo habe Benedikt um Verzeihung gebeten, teilte der Vatikan am Mittwoch mit. Der Pontifex und die Italo-Schweizerin hätten sich am Ende der allwöchentlichen Generalaudienz kurz privat getroffen. Dabei habe der Papst ihr nicht nur seine Vergebung gewährt, sondern ihr auch das Beste für ihre Gesundheit gewünscht, sagte Vatikansprecher Federico Lombardi.

Die psychisch kranke Frau hatte zu Beginn der Weihnachtsmesse im Petersdom die Absperrung überwunden, sich auf den Papst gestürzt und diesen zu Fall gebracht. Das 82-jährige katholische Kirchenoberhaupt überstand den Sturz unverletzt. Der französische Kardinal Roger Etchegaray, 87, der in dem Durcheinander nach der Tat ebenfalls stürzte, zog sich hingegen einen Oberschenkelhalsbruch zu und musste operiert werden.

Zeigt sich auch die Vatikan-Justiz gnädig?

Italienische Medien berichteten, die offensichtlich verwirrte Angreiferin habe den Pontifex nur bitten wollen, "sich für die Geringsten der Welt einzusetzen." Maiolo war nach der Tat in eine Klinik bei Rom gebracht worden, aus der sie am vergangenen Wochenende entlassen wurde. Bereits 2008 hatte sie versucht den Papst zu attackieren, war aber von Sicherheitsleuten abgefangen worden. Vom Juli 2006 bis Juli 2008 lebte die Frau in einer betreuten Wohngruppe für psychisch Kranke in Frauenfeld im Schweizer Kanton Thurgau.

Der Vatikan leitete eine Untersuchung ein, die "bis zu ihrer Erledigung ihren Lauf nehmen" werde, wie der Vatikan kürzlich bekanntgegeben hatte. Medien hatten zuvor spekuliert, dass die Attentäterin freikommen könnte, weil sie unter seelischen Problemen leide und keinerlei Waffe bei sich gehabt habe. Sollte sie vor dem Vatikan-Richter erscheinen müssen und auch verurteilt werden, könnte sie ihre Strafe in Italien oder in der Schweiz absitzen. Vatikan-Sprecher Lombardi hatte bereits kurz nach dem Vorfall gesagt, meist sei die Justiz des Heiligen Stuhls eher gnädig.

APN/DPA/DPA

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