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Schockierende Botschaft eines mordenden Feuerteufels

William Spengler lockte Feuerwehrleute in eine Falle und erschoss zwei von ihnen. Er hinterließ eine martialische Nachricht: "Ich werde tun, was ich am liebsten tue: Menschen töten."

Von Thomas Schmoll

  Mit einem gepanzerten Fharzeug wurden die Anwohner evakuiert.

Mit einem gepanzerten Fharzeug wurden die Anwohner evakuiert.

  • Thomas Schmoll

Michael Chiapperini war das, was man einen guten und vorbildlichen Staatsbürger nennt. Der Vater zweier Töchter und eines Sohns riskierte immer wieder sein Leben, um das anderer zu retten. Er erledigte gleich zwei Jobs im Interesse der Öffentlichkeit. Beide liebte er. Sein Geld verdiente er als Polizist. In seiner Freizeit war er bei der freiwilligen Feuerwehr aktiv. Über 20 Jahre war er bei der Polizei in Webster am Ontario-See aktiv. In der Region bekannt wurde er für seine Rolle bei der Aufklärung eines bewaffneten Überfalls auf einen Supermarkt an Weihnachten 1999. In jüngster Zeit war Chiapperini für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig und wurde damit "das Gesicht" der Polizei von Webster. Sein Chef Gerald Pickering beschreibt seinen Kollegen als liebevollen Familienvater und hochgeachteten Diener der Gemeinschaft.

Vor und nach Dienstschluss "war er immer der erste auf dem Feuerwehrauto", sagte Pickering. Auch seine Kameraden von der Feuerwehr schwärmen von Chiapperini. Er leitete ein Programm, um Jugendliche für den gefährlichen Job des Brandbändigers zu begeistern und dafür fit zu machen. Chiapperini nahm Urlaub allein zu dem Zweck, den Opfern des Hurrikans "Sandy" zu helfen, weshalb er zum "Feuerwehrmann des Jahres" in seinem Beritt gekürt wurde. Auch an Heiligabend waren Chiapperinis Tatkraft und Mut gefordert. Sicher hatte er keine Sekunde gezögert, als ihn ein Notruf am frühen Morgen erreichte. Vielleicht war er wieder einmal der erste auf dem Einsatzwagen. Es sollte seine letzte Fahrt werden.

Chiapperini gehörte zu den Feuerwehrleuten, die der 62-jährige William Spengler in eine #link;http://www.stern.de/panorama/todesschuesse-auf-einsatzkraefte-us-amerikaner-lockt-feuerwehrleute-in-todesfalle-1946677.html;tödliche Falle # lockte, indem er erst sein Heim in Brand steckte, sich dann schwer bewaffnet versteckte und auf die Feuerwehrmänner schoss, die zum Löschen herbeigeeilt waren, natürlich völlig ahnungslos. "Er ging in Deckung wie ein Scharfschütze und schoss auf die Nothelfer", berichtete Polizeichef Pickering mit tränenerstickter Stimme.

Wie gefährlich die Lage war, geht aus einem Hilferuf eines der angeschossenen Feuerwehrleute hervor, dem die Flucht trotz Verletzung gelang: "Wir werden beschossen... Ich bin getroffen. Ich denke, er benutzt ein Sturmgewehr. Mehrere Feuerwehrleute am Boden. Großbrand." Pickering ahnte früh, dass es sich um eine Falle handelte. Die Skrupellosigkeit des Täters schockierte und machte ihn ein Stück weit fassungslos. "Diese Leute stehen mitten in der Nacht auf, um Feuer zu löschen. Sie erwarten nicht, dass man auf sie schießt und sie tötet." Neben Chiapperini starb einer seiner Kameraden, der 19-jährige Tomasz Kaczowka, zwei weitere Feuerwehrmänner überlebten trotz Schussverletzungen. Ein Polizist außer Dienst, der den Einsatzwagen gefolgt war, um selbst zu helfen, wurde ebenfalls getroffen und verunglückte, als er mit seinem Wagen zu fliehen versuchte.

Das ganze Ausmaß von Spenglers Brutalität zeigte sich in einer ausführlichen Nachricht, die er hinterließ. Die Polizei veröffentlichte vorerst ausdrücklich nur einen Satz daraus. Aber der hat es in sich: "Ich muss mich vorbereiten und schau mal, wie viel der Nachbarschaft ich niederbrennen kann und ich werde tun, was ich am liebsten tue: Menschen töten." Pickering nannte die Botschaft "ausschweifend". Sie gebe keine Auskunft über das Motiv. "Ich bin nicht sicher, dass wir jemals wirklich wissen werden, was ihm durch den Kopf gegangen ist." In einem Detail legte sich der Polizeichef von Webster allerdings fest, nämlich dass Spengler wirklich eine Falle gestellt habe: Der Anschlag war "eindeutig ein Hinterhalt" mit dem Ziel, die als erstes eintreffenden Helfer zu töten. In den Trümmern seines Hauses wurden nach Polizeiangaben Teile einer Leiche gefunden. Die Ermittler vermuten, dass es sich dabei um die sterblichen Überreste der Schwester des Täters handelt, die seit Tagen vermisst wird und nach Aussagen von Nachbarn gemeinsam mit ihrem Bruder in dem Haus wohnte, allerdings ohne groß etwas miteinander zu tun zu haben.

NBC zitierte Pickering mit dem Satz: "Er war ausgestattet, in den Krieg zu ziehen, unschuldige Menschen zu ermorden." Spengler, der sich nach einem Feuergefecht mit einem Polizisten, der ihn verfolgt hatte, erschoss, benutzte drei Waffen für den Anschlag: einen Revolver der Marke Smith an Wesson, eine Schrotflinte (Pumpgun) der Firma Mossberg und ein halbautomatisches Sturmgewehr von Bushmaster, also jener Hersteller, mit dessen Waffe auch der Amokläufer von Newtown sein tödliches Werk verrichtete. Nach erster Einschätzung der Ermittler erschoss Spengler die Feuerwehrmänner mit der Pumpgun. Die Waffen hätte er als verurteilter Totschläger gar nicht besitzen dürfen. Spengler hatte 1980 seine 92-jährige Großmutter mit einem Hammer erschlagen. Er saß fast 18 Jahre im Gefängnis, kam 1998 auf Bewährung frei, die 2006 endete. Nach Darstellung von Polizei und Justiz verstieß er nach allem, was bekannt ist, nicht gegen die Auflagen und lebte unauffällig.

Die "Los Angeles Times" und andere US-Medien zitierten einen "Freund des Schützen" mit den Worten, er habe seine Mutter über alles geliebt und seine Schwester gehasst. "Ich denke, er wurde einfach verrückt, als seine Mutter starb." Die Polizei prüft bei der Suche nach dem Motiv, ob es einen Zusammengang zwischen der Todesanzeige für Spenglers Mutter und der Bluttat ihres Sohnes gibt. In der Annonce wurde Presseberchten zufolge um eine Spende für einen Fonds genau der Feuerwehr gebeten, die zum Löschen der Brände herbeigeeilt war. Pickering sagte über Spengler: "Vielleicht hätte er in eine Anstalt gehört, vielleicht ist er einfach durch das Raster gefallen. Wir wissen, dass Menschen, die durch die Raster fallen, nicht die Hilfe erhalten, die sie benötigen. Und ich vermute, dass dieser Mann durch die Raster gerutscht ist."

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