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Toter Bombenbastler gibt Rätsel auf

Die bayerische Briefbombenserie ist aufgeklärt. Der Täter hat sich mit einem selbst gebauten Sprengsatz getötet. Die Polizei rätselt über die Motive des 22-Jährigen.

Fast acht Monate lang wurden quer durch Bayern Politiker und Behördenleiter, insbesondere aber deren Sekretärinnen, mit explosiven Sendungen terrorisiert. Am Wochenende endete die Briefbombenserie im niederbayerischen Hutthurm mit einem tragischen Finale: Der erst 22 Jahre alte Attentäter nahm sich am Freitagnachmittag auf einer abgelegenen Wiese mit einer aus einer Gasflasche und Sprengpulver selbst gebastelten Bombe das Leben.

Er hatte offenbar keine Perspektive mehr für sich gesehen, nachdem die Sonderkommission des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) ihn mit ihren Ermittlungen in die Enge getrieben hatte. Denn am Samstag sollte der Bombenbauer bei einem dreitägigen Massen-Gentest an rund 2300 Männern eine Speichelprobe abgeben und wäre so vermutlich überführt worden.

Täter galt als Einzelgänger

Lange hatte der 22-Jährige, der zurückgezogen mit seinem Vater und seiner Tante in einem Bauernhaus lebte und als Einzelgänger galt, mit den Fahndern Katz und Maus gespielt. Die Sprengsätze baute er in stundenlanger Kleinarbeit aus alten Lebensmittelpackungen und Schwarzpulver, dazu konstruierte er komplizierte Zündmechanismen. Ein Mal hatte sich der junge Mann, der keine Ausbildung und keine Arbeit hatte, sogar die Mühe gemacht, von hunderten oder gar tausenden von Streichhölzern den entzündlichen Belag abzukratzen.

Die Bomben verschickte er in Kuverts, auf denen er mit seiner kindlichen Handschrift die Adressaten vermerkte. Eher wahllos sendete der 22-Jährige die Bomben an Kommunal- und Bundespolitiker, an hohe Beamte und einen Diplomaten. Glücklicherweise kam dabei nur ein Mal ein Mensch zu Schaden, als eine Behördenmitarbeiterin beim Öffnen eines manipulierten Kuverts durch eine Brandbombe leicht verletzt wurde. Die anderen acht Briefe wurden in den Poststellen der Ämter oder den Vorzimmern der Chefs rechtzeitig erkannt.

Rätselhafte Denkweise

Die Denkweise des Attentäters, der der Polizei noch nie aufgefallen war, blieb auch nach dessen Tod weiter rätselhaft. "Wir haben noch keinerlei Hinweise auf das Motiv des Täters", sagte der Passauer Leitende Oberstaatsanwalt Günther Albert. Schon früh wurde vermutet, dass ein allgemeiner Hass auf Politiker und Behörden den Täter treiben müsse. Ein System war in der Anschlagserie nie erkennbar. Bei der Durchsuchung des Hof im kleinen Hutthurmer Weiler Ramling fand die Polizei zunächst auch keine Hinweise auf die Gründe. Allerdings müssten einige Unterlagen noch ausgewertet werden, sagte Albert.

Klar wurde allerdings, dass der 22-Jährige mit seinen hinterhältigen Taten noch längst nicht fertig war. In seinem Zimmer waren etliche Materialien, mit denen er offensichtlich weitere Sprengsätze bauen wollte. "Er war in der Lage, ganz gefährliche Bomben zu bauen", meinte Albert. "Das hat er an sich selbst vorexerziert." Die Ermittler schließen nicht aus, dass der 22-jährige unmittelbar von seinem Suizid noch eine oder mehrere Bomben losgeschickt hat, die in den kommenden Tagen auftauchen könnten.

Beispiellose Anschlagserie

Die gefährlichen Basteleien führten zu einer in der jüngeren Vergangenheit beispiellosen Anschlagsserie im Freistaat. Das LKA gründete die "Soko Briefbomben" mit 45 Fahndern, die für den Fall ausgesetzte Belohnung wurde immer wieder erhöht und belief sich zuletzt auf 25.000 Euro.

Zum Verhängnis wurde dem 22-Jährigen, dass er vor zwei Jahren an einer Einbruchsserie beteiligt war. Damals hatte er in Hutthurm an einem Tatort blutige Handschuhe verloren, dies führte das LKA in die rund 5000 Seelen große Marktgemeinde.

Obwohl die Fahnder in den vergangenen Wochen bereits gezielt bei mehr als 1300 Einwohnern von Hutthurm und den Nachbargemeinden ohne Erfolg DNA-Proben genommen hatten, blieben Sie weiter optimistisch. Das LKA war sicher, noch in diesem Jahr mit den Serientests den Fall klären zu können. Die zwei Briefbomben, die der 22-Jährige Anfang November nach Würzburg und München geschickt hatte, seien ein "letztes Aufbäumen", meinten die Kriminalbeamten damals. "Er spürt, dass wir ihm ganz dicht auf den Fersen sind."

Ulf Vogler/DPA/DPA

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