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SEK stürmt zwei Wohnungen auf Suche nach Amri

Das Attentat auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin mit zwölf Toten war nach Ansicht der Ermittler ein Terroranschlag. Die Polizei fahndet nun bundesweit nach dem Tunesier Anis Amri. Die Ereignisse des Tages in der Chronik.

Nach dem Attentat in Berlin sucht die Polizei den Tatverdächtigen Anis Amri

Nach dem Attentat in Berlin sucht die Polizei den Tatverdächtigen Anis Amri

Nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt fahnden Ermittler unter Hochdruck nach dem womöglich bewaffneten Täter Anis Amri und etwaigen Komplizen. Auch die Hintergründe des Angriffs und der genaue Tatablauf beschäftigen die Behörden weiter. Denn trotz der Bekennerbotschaft des sogenannten Islamischen Staates ist nach Einschätzung von Experten weiter unklar, ob die Terrorgruppe tatsächlich hinter dem Anschlag steckt.

"Dafür gibt es Anhaltspunkte, aber sicher ist das nicht", sagte der Grünen-Abgeordnete Konstantin von Notz nach einer Sitzung des Bundestagsinnenausschusses. Das IS-Bekenntnis werde zwar als authentisch bewertet, aber es gebe Zweifel, weil darin kein Täterwissen enthalten sei. Das IS-Sprachrohr Amak hatte im Internet verkündet, einer ihrer Kämpfer sei für den Angriff auf den Weihnachtsmarkt verantwortlich. Lesen Sie die Ereignisse des Tages nach.

+++ 22.25 Uhr: Bericht: SEK der Berliner Polizei stürmt zwei Wohnungen +++

Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Berliner Polizei hat einem Medienbericht zufolge zwei Wohnungen gestürmt, den gesuchten Amri aber nicht gefunden. Bei der Razzia sei ein anderer Mann überwältigt worden, berichtete die "Welt" unter Berufung auf Ermittlerkreise. Demnach wurde Amri in einer der beiden Wohnungen vermutet.

+++ 22 Uhr: Terrorverdächtiger Amri saß laut Berichten in Italien im Gefängnis +++

Der Tunesier Amri soll nach italienischen Medienberichten vier Jahre in Italien im Gefängnis gesessen haben. Anis Amri sei 2011 als Flüchtling nach Italien gekommen und in einem Auffanglager für Minderjährige auf Sizilien untergebracht worden, berichtet die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf Ermittlerkreise. In dem Lager habe er Sachbeschädigungen und "diverse Straftaten" begangen. Nach Berichten der Zeitung "La Stampa" soll er das Auffanglager angezündet haben. Als Volljähriger wurde er den Informationen zufolge festgenommen, kam vor Gericht und wurde zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt. Nach Verbüßung der Strafe sei er des Landes verwiesen worden, hieß es weiter. Bei der geplanten Ausweisung habe es jedoch Probleme mit den tunesischen Behörden gegeben. Amri habe Italien verlassen und sich nach Deutschland absetzen können.

+++ 20.31 Uhr: Seehofer: Kritik nach Anschlag in Berlin gilt nicht Merkel +++

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer bestreitet, dass sich seine jüngste Kritik an der Sicherheits- und Zuwanderungspolitik gegen Kanzlerin Angela Merkel richtete. "Wir haben nach dem Anschlag in Berlin die Kanzlerin nicht kritisiert. Wir haben aber deutlich gemacht, dass es neben Trauer aber auch um Konsequenzen für die Sicherheits- und Flüchtlingspolitik geht", sagt Seehofer der "Welt". Zu seiner Überraschung sei dies als Drohung interpretiert worden, dass Treffen der Präsidien von CDU und CSU Anfang Februar in München abzusagen. Die CSU hatte nach dem Terroranschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt den Druck auf die CDU in der Flüchtlings- und Sicherheitspolitik erhöht. Es müssten vorher entscheidende Fragen in der Zuwanderungs- und in der Sicherheitspolitik geklärt werden, sonst mache das Treffen keinen Sinn, hieß es am Dienstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in einer Telefonschalte des CSU-Präsidiums. 

+++ 19.31 Uhr: Amri gehört angeblich zu Netzwerk, das Anschläge plante +++

Der tatverdächtige Tunesier Anis Amri soll nach einem Medienbericht zufolge zu einem Terrornetzwerk gehören, das offenbar seit 2015 Anschläge in Deutschland geplant haben soll. Es habe sich um den inzwischen inhaftierten Hildesheimer Hassprediger Abu Walaa gebildet, berichtet das der "Focus" unter Berufung auf Akten und Vermerke der Bundesanwaltschaft.

Demnach soll es verschiedene Attentatspläne gegeben haben: Überfälle auf Polizeistationen, Hinterhalte für selbst alarmierte Beamte und ein mit Sprengstoff beladener Lastwagen, der in eine Menschenmenge habe gesteuert werden sollen. Ein eingeschleuster verdeckter Ermittler des Landeskriminalamts soll dem Magazin zufolge zudem berichtet haben, dass die Gruppe sich bereits Waffen mit Schalldämpfern beschafft habe.

+++ 19.25 Uhr: Berliner Justiz observierte Amri monatelang +++

Die Berliner Justiz hat Informationen über ihre früheren Ermittlungen gegen den zur Fahndung ausgeschriebenen Anis Amri bekannt gegeben: Gegen Amri sei im März ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Im September sei Amris Überwachung dann aber beendet worden. Bei den Ermittlungen sei es um Informationen gegangen, wonach Amri einen Einbruch plane, um sich dabei Mittel für den Kauf automatischer Waffen zu beschaffen - "möglicherweise, um damit später mit noch zu gewinnenden Mittätern einen Anschlag zu begehen", fügte die Staatsanwaltschaft hinzu.

Amri sei daraufhin observiert worden, auch seine Kommunikation sei überwacht worden. Allerdings hätten die "umfangreichen Überwachungsmaßnahmen" keine Hinweise zu den Vorwürfen erbracht. Deshalb habe "keine Grundlage für eine weitere Verlängerung der Anordnungen zur Überwachungsmaßnahmen mehr" bestanden, diese seien im September beendet worden, hieß es in der Justizerklärung.

Der Fahndungsaufruf des Bundeskriminalamts

Der Fahndungsaufruf des Bundeskriminalamts zeigt Fotos des tatverdächtigen Tunesiers Anis Amri, der verdächtigt wird, den Anschlag mit einem Lastwagen auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin verübt zu haben.

+++ 18.47 Uhr: Demos und Gegendemo in Berlin +++

Mehrere hundert Menschen haben nahe dem Ort des Terroranschlags gegen einen Aufzug der NPD protestiert. Sie trugen rote Herzen und Plakate mit der Aufschrift "Keine Nazis, nirgends. Keine Islamisten, nirgends". "Wir lassen nicht zu, dass geistige Brandstifter den entsetzlichen Anschlag für ihre Hetze und ihren Hass instrumentalisieren", sagte der grüne Bundestagsabgeordnete Özcan Mutlu, der zu der Gegenkundgebung aufgerufen hatte.

Die rechtsextreme NPD hatte zuvor ebenfalls in der Nähe des Breitscheidplatzes zu einer Demonstration unter dem Motto "Grenzen dicht machen" aufgerufen. Zu der Aktion waren rund 50 Teilnehmer erschienen. Im Regierungsviertel folgten zudem mehrere Dutzend Menschen am Abend einem Aufruf zu einer Demonstration für "Mehr Sicherheit für Deutschland", zu dem unter anderem AfD-Mitglieder eingeladen hatten.

+++ 18.24 Uhr: Mehrere Staaten verstärken Sicherheitsvorkehrungen +++

Nach dem Berliner Anschlag verstärken mehrere Staaten ihre Sicherheitsvorkehrungen: Frankreich verschärft die Kontrollen an der Grenze zu Deutschland, die Straßen vor dem Buckingham-Palast in London werden künftig während der täglichen Wachablösung gesperrt und in Moskau sollen öffentliche Plätze an den Feiertagen mit abgestellten Schwerlastern gesichert werden.

In Paris würden zusätzlich zu den 1700 Soldaten, die ohnehin schon wegen der erhöhten Terrorwarnstufe täglich im Einsatz seien, an den Weihnachtstagen 7500 Sicherheitskräfte mobilisiert, teilte die Polizeipräfektur der Stadt mit. Die Sicherheitskräfte wurden beauftragt, die 49 Weihnachtsmärkte im Großraum Paris, 240 Gotteshäuser und stark von Touristen frequentierte Plätze zu überwachen.

+++ 18.18 Uhr: Noch zwölf schwerstverletzte Anschlagsopfer in Berliner Kliniken +++

Nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt werden noch zwölf Schwerstverletzte in den Kliniken behandelt. Einige Patienten seien noch "in kritischer Verfassung", erklärte die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit. Die Zahl der Todesopfer liege nach wie vor bei zwölf und habe sich nicht weiter erhöht. Dagegen könnten immer mehr leichter Verletzte die Krankenhäuser verlassen.

+++ 18.04 Uhr: Tunesische Polizei befragt Familie von Anis Amri +++

Tunesische Anti-Terror-Ermittler haben die Familie des gesuchten Anis Amri befragt. Die Befragung der Eltern sei von Beamten einer Anti-Terror-Einheit vorgenommen worden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus Sicherheitskreisen in Tunesien. Den Kreisen zufolge war Amri in Tunesien mehrfach wegen Drogendelikten festgenommen worden. Er sei 2011 von Tunesien nach Italien gelangt, wo er drei Jahre verbracht habe. Danach sei Amri nach Deutschland weitergereist.

+++ 17.48 Uhr: Zwei Todesopfer des Anschlags stammen aus Brandenburg +++

Bei dem Anschlag in Berlin sind nach bisherigen Erkenntnissen auch zwei Menschen aus dem Land Brandenburg ums Leben gekommen. Es handele sich um einen 32 Jahre alten Mann aus Brandenburg an der Havel und um eine 53-jährige Frau aus dem Landkreis Dahme-Spreewald, teilte das Innenministerium in Potsdam mit. Bei dem Attentat waren zwölf Menschen getötet und rund 50 Menschen verletzt worden.

+++ 17.44 Uhr: Bundesanwaltschaft fahndet öffentlich nach Tunesier Anis Amri +++

Nach dem Anschlag am Breitscheidplatz sucht das Bundeskriminalamt öffentlich nach dem mutmaßlich tunesischen Verdächtigen Anis Amri. Für Hinweise wurden bis zu 100.000 Euro Belohnung ausgeschrieben. Der Generalbundesanwalt mahnte in einer Mitteilung in Karlsruhe aber auch zur Vorsicht: "Bringen Sie sich selbst nicht in Gefahr, denn die Person könnte gewalttätig und bewaffnet sein!"

Amri ist als islamistischer Gefährder bekannt. Der 24-jährige geborene Tunesier ist nach BKA-Angaben 1,78 Meter groß, wiegt circa 75 Kilo, hat schwarze Haare und braune Augen und Hautveränderungen an Hals und linker Nasenwurzel. Zur Tatzeit trug der Gesuchte dunkle Kleidung, helle Schuhe und einen weißen Schal. Wer Anis Amri sieht oder weiß, wo er sich aufhalten könnte, soll die Polizei benachrichtigen.

Der Fahndungsaufruf des Bundeskriminalamts

Der Fahndungsaufruf des Bundeskriminalamts zeigt Fotos des tatverdächtigen Tunesiers Anis Amri, der verdächtigt wird, den Anschlag mit einem Lastwagen auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin verübt zu haben.

+++ 16.12 Uhr: Deutsche "Charlie Hebdo" macht mit Berliner Terroranschlag auf +++

Die deutsche Ausgabe des französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo" macht ihr neues Heft mit dem Berliner Terroranschlag auf. Auf der vorab verbreiteten Titelseite ist ein Lebkuchenhaus zu sehen, aus dem mehrere Gewehrläufe ragen. "Sie werden unsere Art zu leben nicht verändern", lautet der Text zum Bild des Zeichners Foolz.

"Charlie Hebdo" hatte Anfang des Monats seine erste deutsche Ausgabe auf den Markt gebracht. Sie erscheint wöchentlich und hat wie die französische 16 Seiten. Das Magazin erlangte traurige Berühmtheit, als vor knapp zwei Jahren zwei Islamisten einen Anschlag auf die Redaktion begingen und zwölf Menschen ermordeten, darunter mehrere bekannte Zeichner.


+++ 15.51 Uhr: Gesuchter Tunesier reiste über Freiburg ein +++

Gegen den tatverdächtige Anis A. hat das Landeskriminalamt NRW ein Verfahren wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat initiiert. Das sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Mittwoch in Düsseldorf. Die Ermittlungen dazu seien in Berlin geführt worden. Dort habe der Verdächtige seit Februar 2016 seinen Lebensmittelpunkt gehabt und sei nach heutigem Kenntnisstand zuletzt nur kurz in Nordrhein-Westfalen gewesen. Die Sicherheitsbehörden hätten ihre Erkenntnisse über ihn im gemeinsamen Terrorabwehrzentrum ausgetauscht, zuletzt im November 2016.

+++ 15.46 Uhr: Anis A. sollte abgeschoben werden +++

Der bundesweit gesuchte Tunesier Anis A. sollte eigentlich bereits aus Deutschland abgeschoben werden. Der Asylantrag des Tatverdächtigen sei im Sommer abgelehnt worden, teilte der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) in Düsseldorf mit. Er habe aber nicht abgeschoben werden können, "weil er keine gültigen Ausweispapiere hatte" und Tunesien bestritten habe, dass er Bürger des Landes sei. Die für die Abschiebung wichtigen tunesischen Ausweispapiere seien erst zwei Tage nach dem Berliner Anschlag bei den deutschen Behörden eingetroffen.

+++ 15.41 Uhr: Tatverdächtiger war vermutlich in Ravensburg in Haft  +++

Der tatverdächtige Tunesier Anis A. ist vermutlich im baden-württembergischen Ravensburg in Haft gewesen. Eine Person mit dem Namen Anis A. sei am 30. Juli bei einer Routinekontrolle der Polizei in Friedrichshafen aufgegriffen worden, weil sie abgeschoben werden sollte, sagte der Leiter des Amtsgerichts Ravensburg, Matthias Grewe. Es sei allerdings noch nicht hundertprozentig sicher, ob der Mann auch tatsächlich der gesuchte Tunesier sei.

Nach der Festnahme sei Anis A. in die örtliche Justizvollzugsanstalt (JVA) gebracht worden. Der Haftbefehl gegen ihn sei jedoch von vorne herein bis 1. August befristet gewesen, sagte der Anstaltsleiter der JVA, Thomas Mönig. Der Mann sei noch vor Fristablauf auf Anordnung der zuständigen Ausländerbehörde bei der Kreisverwaltung Kleve entlassen worden. Der Grund dafür sei nicht bekannt, hieß es beim Amtsgericht.

+++ 14.47 Uhr: Verdächtiger Tunesier soll Thema im Terrorabwehrzentrum gewesen sein +++

Das neue Tatverdächtige nach dem Lkw-Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt ist den Ermittlern auf hoher Ebene spätestens seit November bekannt. Der den Behörden unter dem Namen Anis A. bekannte Tunesier sei damals Gegenstand einer Sitzung des gemeinsamen Terrorabwehrzentrums (GTAZ) von Bund und Ländern gewesen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur in Berlin aus Sicherheitskreisen. Der Mann habe sich wechselweise in Nordrhein-Westfalen und in Berlin aufgehalten und mit zahlreichen Identitäten gearbeitet. Das GTAZ wurde 2004 als Reaktion auf die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA eingerichtet.

+++ 14.46 Uhr: De Maizière bestätigt Fahndung nach neuem Verdächtigen +++

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat die Fahndung nach einem neuen Verdächtigen bestätigt. "Es gibt einen neuen Verdächtigen. Nach ihm wird gefahndet", sagte de Maizière in Berlin. Er sei seit Mitternacht zur Fahndung ausgeschrieben. Einzelheiten wollte der Minister nicht nennen, sagte aber, bei dem Verdächtigen müsse es sich nicht zwingend um den Täter handeln.

+++ 14.17 Uhr: Flüchtlinge und Berliner singen gemeinsam am Breitscheidplatz +++

Flüchtlinge und Berliner haben am Mittwochmittag gemeinsam in der Nähe des Breitscheidplatzes ein kleines Konzert gegeben. Der Chor der Gedächtniskirche "Everybody Can Sing" und der Berliner Begegnungschor, in dem Flüchtlinge gemeinsam mit Berlinern singen, wollten so der Opfer des Anschlags gedenken und ein Zeichen der Solidarität setzen. Die beiden Chöre und weitere Freiwillige sangen gemeinsam die Lieder "Shine a Light", "We are the world" und "Stille Nacht, Heilige Nacht". Organisiert wurde das kleine Konzert von dem Kampagnen-Netzwerk Avaaz, das schon nach anderen Anschlägen ähnliche Aktionen gestartet hatte. Insgesamt seien mehr als 200 Menschen an dem kurzen Auftritt beteiligt gewesen, schätzte der Veranstalter.

+++ 14.11 Uhr: Innenministerium: Derzeit 549 islamistische Gefährder +++

Die deutschen Sicherheitsbehörden stufen nach Angaben des Bundesinnenministeriums derzeit 549 Menschen als sogenannte Gefährder ein. Das sagte ein Ministeriumssprecher in Berlin. Das Bundeskriminalamt (BKA) hatte Mitte November noch von 530 Gefährdern berichtet. Gefährder sind Personen, denen die Polizei grundsätzlich zutraut, dass sie einen Terrorakt begehen könnten.

Nicht alle Gefährder halten sich in Deutschland auf, viele von ihnen befinden sich im Ausland. Auch der neue Verdächtige im Fall des Anschlags auf einen Berliner Weihnachtsmarkt wird zum Kreis der Gefährder gezählt. Als rechte Gefährder sind dem Ministerium zufolge derzeit 20 Menschen eingestuft, als linke Gefährder 5. 

+++ 14.02 Uhr: Hackerangriff auf BKA-Hinweisportal +++

Das nach dem Anschlag von Berlin freigeschaltete Hinweisportal des Bundeskriminalamts ist Ziel eines Hackerangriffs geworden. Gestern sei das Portal am frühen Abend für zweieinhalb Stunden aufgrund der Attacke nicht erreichbar gewesen, sagte eine BKA-Sprecherin in Wiesbaden und bestätigte entsprechende Medienberichte. Die BKA-Experten hätten durch umgehend eingeleitete Gegenmaßnahmen die Situation aber schnell im Griff gehabt.

Bei dem Angriff handelte es sich der Sprecherin zufolge um eine sogenannte DDoS-Attacke, bei der der Angreifer sein Ziel durch eine Überlastung lahmlegen will. Das BKA hat nach den Worten der Sprecherin noch keine Erkenntnisse, wer hinter dem Angriff stecken könnte. Unter der Adresse www.bka-hinweisportal.de können Augenzeugen des Anschlags vom Montagabend Bilder und Videos vom Tatort hochladen.

+++ 14 Uhr: Hollande trägt sich in Kondolenzbuch ein +++

Nach dem Berliner Terroranschlag haben sich Frankreichs Präsident François Hollande und mehrere Regierungsmitglieder in der deutschen Botschaft in Paris in einem Kondolenzbuch eingetragen. Der Staatschef wurde von Premierminister Bernard Cazeneuve, Außenminister Jean-Marc Ayrault und Europa-Staatssekretär Harlem Désir begleitet.

Hollande hatte vorher beim Verlassen des Élyséepalastes die Solidarität mit Deutschland bekräftigt. "Wir sind an ihrer Seite", sagte er. Es gebe einen permanenten Kontakt mit den "deutschen Freunden", so Hollande. 

+++ 13.42 Uhr: Anis A. wurde von Polizei überwacht +++

Laut Informationen der "Süddeutschen Zeitung" soll Anis A. einen Mann, der als Quelle der Polizei in Nordrhein-Westfalen geführt wurde, gefragt haben, ob dieser Schusswaffen besorgen könne. Außerdem soll die Polizei die Telekommunikation von A. überwacht haben. Ein Ermittler sagte gegenüber NDR, WDR und "SZ", ihm sei unklar, warum der offenbar im Dezember untergetauchte Anis A. aus dem Blickfeld der Polizei entkommen konnte.

+++ 13.37 Uhr: Anis A. als Gefährder bekannt +++

Anis A. ist den Ermittlern als Gefährder bekannt, dem jederzeit ein Anschlag in Deutschland zugetraut wird. Der Mann habe sich wechselweise in Nordrhein-Westfalen und Berlin aufgehalten, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch in Sicherheitskreisen.

+++ 12.20 Uhr: Anis A. laut Medienbericht 2015 nach Deutschland gekommen +++

Der von der Polizei gesuchte Tunesier Anis A. ist nach Angaben des Recherchenetzwerks von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" 2012 nach Italien gereist. 2015 sei er nach Deutschland gekommen, wo er im April 2016 einen Asylantrag gestellt habe. Eine Quelle für diese Informationen nannte das Recherchenetzwerk nicht.

+++ 12.05 Uhr: Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz öffnet morgen wieder +++

Der Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz soll morgen wieder geöffnet werden. Das sagte eine Sprecherin des Schaustellerverbands Berlin auf Anfrage. Alle anderen Weihnachtsmärkte in der Bundeshauptstadt machten bereits heute wieder auf.

+++ 12 Uhr: Höcke und Gauland wollen Mahnwache vor Kanzleramt abhalten +++

Führende AfD-Politiker haben sich zu einer Mahnwache heute Abend vor dem Bundeskanzleramt angekündigt. Sowohl Thüringens Landes- und Fraktionschef Björn Höcke, als auch der stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende Alexander Gauland haben ihre Teilnahme zugesagt. "Es reicht!", schrieb Höcke zu der Mahnwache auf Facebook. "Gesicht zeigen in Berlin! Den Opfern des feigen Anschlags ein würdiges Gedenken." Gauland hatte gestern die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung für den Anschlag in Berlin verantwortlich gemacht. Zu den Veranstaltern gehört den Angaben nach der Ideologe der Neuen Rechten, Götz Kubitschek.

+++ 11.35 Uhr: Verdächtiger wegen Körperverletzung polizeibekannt +++

Laut Informationen der "Bild"-Zeitung ist der Verdächtige der Polizei wegen Körperverletzung bekannt, habe aber nicht angeklagt werden können, weil er untergetaucht sei. Er sei eingebettet in ein großes Islamisten-Netzwerk.

+++ 11.25 Uhr: Sicherheitskreise: "Unmittelbar bevorstehende Maßnahmen" in NRW +++

Nach dem Anschlag in Berlin gehen Sicherheitskreise von "unmittelbar bevorstehenden Maßnahmen" in Nordrhein-Westfalen aus.

+++ 11.20 Uhr: Ausweisdokument des Verdächtigen im Kreis Kleve ausgestellt +++

Die Duldungspapiere, die im Fußraum des LKW gefunden wurden und auf den Tunesier Anis A. ausgestellt sein sollen, sollen im Kreis Kleve in Nordrhein-Westfalen ausgestellt worden sein.

+++ 11.03 Uhr: Medien: Polizei fahndet bundesweit nach Verdächtigem +++

Nach dem Anschlag in Berlin fahndet die Polizei nach Informationen der Mainzer "Allgemeinen Zeitung" und des Hessischen Rundfunks bundesweit und nicht öffentlich nach einem Verdächtigen. Im Fußraum des Führerhauses des Lkw, der am Montagabend in einen Berliner Weihnachtsmarkt gerast war, sei eine Duldung mit den Personalien gefunden worden. Laut Informationen von "Spiegel Online" ist das Ausweisdokument auf einen tunesischen Staatsbürger namens Anis A. ausgestellt, 1992 in Tataouine geboren.

+++ 10.49 Uhr: Weitere Festnahme von falschem Verdächtigen +++

Nach Informationen des rbb gab es in den frühen Morgenstunden eine weitere Festnahme eines Tatverdächtigen. Auch diese Person habe sich aber nicht als Täter herausgestellt. Ob sie wieder auf freiem Fuß ist, berichtet der Sender nicht. Auch der rbb berichtet, wie zuvor die "Bild", dass die Ermittler davon ausgehen, dass der Attentäter verletzt sei. Es habe einen Kampf mit dem polnischen Lkw-Fahrer im Fahrerhäuschen gegeben 

+++ 10.11 Uhr: Polizei hat 80 "ernstzunehmende Hinweise" auf Täter +++

Nach Angaben der Polizei sind mehr als 500 Hinweise aus der Bevölkerung zum Attentat von Berlin eingegangen. 80 davon nehme man so ernst, dass man sie weiter verfolge, sagte Polizeipräsident Klaus Kandt dem rbb. Darüber hinaus hätten die Beamten Videoaufzeichnungen gesichert und der Tatort werde mit Spürhunden untersucht. "Die Ermittlungen laufen auf vollen Touren und ich bin guter Dinge, dass wir zu einem Erfolg kommen", sagte Kandt.

+++ 9.43 Uhr: Bericht - Verletztes Opfer bangt um Mutter +++

Einem Bericht von "RP Online" bangt ein 40-jähriger Mann aus Neuss um seine Mutter. "Wir rechnen mit dem Schlimmsten", sagt der Schwerverletzte, der in einem Krankenhaus in Berlin behandelt werde. Die Reise nach Berlin sei ein Geschenk für seine Mutter gewesen. Er habe immer noch noch keinen Kontakt zu ihr gehabt. "Aber ich habe ja gesehen, was mit ihr passiert ist." Beide hätten zusammen in einer Glühweinbude gestanden, als der Lkw angerast kam. Die Bude wurde zerstört, der Mann erlitt mehrere Beckenbrüche, kam aber mit dem Leben davon. Über den Zustand seiner Mutter herrscht Unklarheit. "Wir haben sogar die extra eingerichtete Angehörigen-Hotline angerufen", sagt der 40-Jährige. "Aber wir warten noch immer auf Antworten."

+++ 9.20 Uhr: Kölner Polizeipräsident fürchtet nach Berliner Anschlag Nachahmer +++

Nach dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt hat der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies vor Nachahmern gewarnt. "Ich habe immer die Sorge, dass es Nachahmer gibt", sagte Mathies dem "Kölner Stadt-Anzeiger". "Es gibt nichts Schlimmeres, als dann sagen zu müssen: Wir hätten etwas tun können und haben es nicht getan." Die Kölner Polizei reagiert mit verschärften Kontrollen auf den Weihnachtsmärkten und den Straßen sowie mit Hindernissen für Lastwagen an sensiblen Punkten auf den Berliner Anschlag. "Wir prüfen derzeit in enger Abstimmung mit der Stadt, welche Fahrzeuge in die Innenstadt einfahren dürfen und an welchen Stellen wir das verhindern wollen", sagte Mathies. Polizisten mit Maschinenpistolen und Schutzwesten sollen zusätzliche Sicherheit bieten. Eine Absage der Weihnachtsmärkte sei keine Option gewesen, sagte Mathies. Auch der Dom rückt stärker in den Fokus der Polizei, Einlasskontrollen vor Gottesdiensten werden derzeit geprüft. "Ich habe den Dom und das Umfeld mit allen Auswirkungen, die diese große Kirche mit sich bringt, im Blick", sagte Mathies.

+++ 8.26 Uhr: Breitscheidplatz bleibt gesperrt +++

Der Schauplatz des Anschlags auf einen Berliner Weihnachtsmarkt, der Breitscheidplatz, bleibt auch am Mittwoch weiträumig abgeriegelt. Die Polizei begründete diesen Schritt mit der andauernden Ermittlungsarbeit des Landeskriminalamtes. Zu der Bluttat vom Montagabend seien inzwischen 508 Hinweise über das dafür bereitstehende Telefon eingegangen, twitterte das Polizeipräsidium in Berlin.

+++ 6.36 Uhr: Polnischer Lkw-Fahrer lebte laut Bericht bei Anschlag noch +++

Der polnische Lkw-Fahrer, der beim Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt auf dem Beifahrersitz saß, hat nach Informationen der "Bild"-Zeitung bis zum Attentat noch gelebt. Das habe die Obduktion ergeben, berichtete die Zeitung auf ihrer Internetseite. Ein Ermittler habe von einem Kampf gesprochen. Die Rede ist auch von Messerstichen. Nach dem Attentat wurde der Pole tot im Lkw gefunden. Nach dpa-Informationen wurde er mit einer kleinkalibrigen Waffe erschossen. Von ihr fehlt bislang jede Spur.

+++ 6.12 Uhr: Ermittler "zuversichtlich", bald einen Tatverdächtigen zu fassen +++

"Ich bin relativ zuversichtlich, dass wir vielleicht schon morgen oder in naher Zukunft einen neuen Tatverdächtigen präsentieren können", sagte der Vorsitzende des Bunds Deutscher Kriminalbeamter, André Schulz, am Dienstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner Spezial". Vieles könne derzeit nicht verraten werden, aber es gebe "gute Hinweise" und "sehr viele Ansatzpunkte". Die Berliner Polizei hat nach eigenen Angaben mehr als 500 Hinweise zu dem Anschlag erhalten. Neben Zeugenaussagen werten die Ermittler Schulz zufolge DNA-Spuren und Fingerabdrücke aus. Mit GPS-Daten vom Tatabend werde nach dem Handy des Täters gesucht. Auf dieser Basis könne ein Bewegungsbild erstellt werden. "Wir haben viele Möglichkeiten, um die Person auch zu finden", sagte Schulz. 

+++ 23.46 Uhr: Nach Berliner Anschlag: Zwei Frauen aus Israel und Italien vermisst +++

Unter den Opfern sind wahrscheinlich auch mehrere Ausländer. Nach Informationen der italienischen Nachrichtenagentur Ansa wird eine 31-jährige Frau aus Sulmona in den Abruzzen vermisst, die seit mehreren Jahren in Berlin lebt. Ihr Handy sei am Ort des Anschlags am Breitscheidplatz gefunden worden. Die Familie sei noch in der Nacht zum Dienstag vom Außenministerium informiert worden, sagt der Vater der Frau der Ansa. Seine Frau und sein Sohn seien inzwischen in Berlin, wo sie auf die Ergebnisse eines DNA-Tests warteten. "Aber ich mache mir keine Illusionen." Die 31-Jährige, die seit 2013 in Deutschland lebte, war bei einem Transportunternehmen in Berlin beschäftigt. Sie wollte am Donnerstag für die Weihnachtstage in die Heimat fliegen.

+++ 20.24 Uhr: Der "Islamische Staat" beansprucht die Tat +++


jen/fin/tim/DPA/AFP
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