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U-Bahn-Schubser kam am Tag zuvor aus Psychiatrie

Der 28-Jährige, der in Berlin eine Frau vor eine einfahrende U-Bahn geschubst hat, hatte sich offenbar kurz zuvor selbst in die Psychiatrie eingewiesen. Er wurde entlassen – wegen "fehlender akuter Fremdgefährdung".

U-Bahn Ernst-Reuter-Platz

Ein Eingang der Berliner U-Bahn-Station Ernst-Reuter-Platz: Hier wurde eine 20-Jährige vor eine U-Bahn gestoßen

Die Tat schockierte nicht nur Berlin: Ein 28-Jahre alter Mann hatte an der U-Bahnstation Ernst-Reuter-Platz ein junge Frau auf die Gleise geschubst, kurz bevor die Bahn einfuhr. Die 20-jährige Abiturientin wurde von der Bahn überrollt und getötet.

Nun wurde bekannt, dass der Mann offenbar einen Tag zuvor aus der Psychiatrie entlassen worden war. Das geht aus einer Antwort des Hamburger Senats auf eine parlamentarische Anfrage der FDP hervor, aus der der "Focus" zitiert. Der Deutsch-Iraner war in der Hansestadt aufgewachsen.

Hätte die Tat verhindert werden können?

Demnach hatte sich der 28-Jährige vom 1. bis 18. Januar selbst in eine Klinik einweisen lassen. Dort sei er allerdings wegen "fehlender Behandlungsgrundlage und fehlender akuter Eigen- oder Fremdgefährdung" entlassen worden, schreibt der "Focus".  Wie die "Welt" berichtet, hat der Mann eine lange Krankengeschichte, schon seit Mitte 2007 habe er unter Betreuung gestanden. Sein Vorstrafenregister sei lang.

Die Informationen, die nun ans Licht kommen, werfen die Frage auf, ob die Tat zu verhindern gewesen wäre. Es zeige sich, dass "viele Behörden mit dem Täter beschäftigt waren, aber alle unabhängig voneinander agierten und ohne Vernetzung", kritisiert etwa Richard Seelmaecker, Sprecher der CDU-Fraktion in der Hamburger Bürgschaft.

lea

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