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Eine Bluttat von fast unvorstellbarer Gewalt

Er fühlte sich als Außenseiter, der aggressive Vater prägte ihn: Der Doppelmörder von Notzing muss lebenslang in Haft. Der Prozess befasste sich weniger mit der Tat als mit der Suche nach der Ursache.

Von Malte Arnsperger

  Christoph W. verbirgt im Landgericht Landshut sein Gesicht. Er wurde wegen des Doppelmords von Notzing zu lebenslanger Haft verurteilt.

Christoph W. verbirgt im Landgericht Landshut sein Gesicht. Er wurde wegen des Doppelmords von Notzing zu lebenslanger Haft verurteilt.

  • Malte Arnsperger

Aus Rache, weil sie ihn nicht akzeptiert haben und weil er sie für das Ende seiner Beziehung verantwortlich machte, hat Christoph W. vor einem Jahr die Eltern seiner Ex-Freundin Clara R. (Name geändert) getötet. Für diese Bluttat von "fast unvorstellbarer Gewalt" im oberbayerischen Notzing muss der heute 22-Jährige nun für viele Jahre hinter Gitter. Das Landgericht Landshut verurteilte ihn zu einer lebenslangen Haftstrafe. Eine besondere Schwere der Schuld stellte das Gericht aber nicht fest, da der Angeklagte ein Teilgeständnis abgelegt hatte.

Die Morde selber hatte der junge Mann über eine Erklärung seines Anwalts umfassend gestanden: Christoph W. war am Morgen des 30. März 2012 in das Haus der Familie R. eingebrochen. Dann hatte er erst den Vater von Clara R., Stunden später auch deren Mutter mit Dutzenden Messerstichen sowie Schlägen mit Beil, Schürhaken und Wetzstahl getötet. "Er sah die Eltern seiner Ex-Freundin als Hindernis an", sagte die Richterin. "Er wollte sie töten, um sie von der Tochter zu trennen und die junge Frau wieder für sich zu gewinnen." Die nichtsahnende Clara R. war dann am Nachmittag nach Hause gekommen. Sie hatte sich erst Tage zuvor von Christoph W. getrennt.

Vor allem eine Suche nach der Ursache

W., den Clara R.s Eltern nicht gut leiden konnten, zwang das damals 17-jährige Mädchen, ihm bei der Beseitigung der Leichen zu helfen. Zusammen versuchten sie, den Körper des Vaters zu verbrennen und an einem Weiher zu verbuddeln. Beides misslang. Noch in der Nacht vergruben sie dann die beiden Toten im Garten ihres eigenen Hauses. Rund zwei Tage lang blieb die Tat unentdeckt. Christoph W. und Clara R. putzten in dieser Zeit das Haus, gingen einkaufen und gemeinsam Essen. Clara R. hatte mehrere Möglichkeiten, Außenstehende zu alarmieren oder zu flüchten, nutzte diese jedoch nicht. Ihr Verhalten blieb bis zuletzt das größte Rätsel in diesem Fall, auch wenn ihr Anwalt zu stern.de sagte: "Sie war wie gelähmt. Sie befand sich in einem entschuldigenden Notstand und hat nur deswegen Hilfestellung geleistet".

In dem nun beendeten Prozess gegen ihren Ex-Freund ging es weniger um die Tat an sich, als vielmehr um die Suche nach den Ursachen und einer Einschätzung der psychischen Verfassung von Christoph W. Sein Verteidiger Winfried Folda hatte die Ansicht vertreten, sein Mandant habe das Ehepaar weder planvoll noch heimtückisch getötet. Vielmehr leide sein Mandant an einer schweren Persönlichkeitsstörung und habe, bedingt durch diese Krankheit, auch aus massiver Verzweiflung und Verlustangst gehandelt.

Auch in der Familie ein Außenseiter

Tatsächlich war Christoph W. schon seit vielen Jahren ein Außenseiter, der auch in der eigenen Familie große Probleme hatte. Mit seiner Schwester und seiner Mutter hatte sich Christoph W. oft und heftig gestritten, auch war er von seinem Vater wohl geschlagen worden. Ein Gutachter hatte bei Christoph W. schon vor Jahren Reifeverzögerungen und eine eingeschränkte Frustrationstoleranz festgestellt.

Im Prozess konstatierte der renommierte Psychiater Norbert Nedopil nun: "Das impulsive und aggressive Temperament des Vaters hat er übernommen." Der Angeklagte betrachtete sich demnach früh als Außenseiter, der Angst vor Misserfolg hatte. Das habe sich auch bei der Auswahl seiner Freundinnen gezeigt. Laut Gutachten suchte er sich Mädchen aus, die deutlich jünger waren als er und noch ziemlich unerfahren. Dann habe er versucht, die Freundinnen von ihren Familien und Bekannten zu isolieren. Christoph W. leide zwar unter einer Persönlichkeitsstörung, "diese geht aber nicht so weit, dass sie die Steuerungsfähigkeit erheblich beeinträchtigt hat", sagte Nedopil. Dieser Argumentation folgte nun auch das Gericht. Der Verteidiger hatte eine zeitlich befristete Gefängnisstrafe und die Einweisung von Christoph W. in eine psychiatrische Klinik gefordert.

mit Agenturen

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