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BVB-Bomber: Ist eine Zecke die entscheidende Spur?

Sergej W. ist der Hauptverdächtige im Dortmund-Attentat. Er gilt als intelligent, aber eigenbrötlerisch. Nun haben Ermittler neue Spuren, die ihn überführen könnten - am Ende könnte ihn womöglich eine Zecke ins Gefängnis bringen.

BVB Anschlag: Sergej W., präsentierte sich auch bei Facebook

Sergej W., 28 Jahre, wie er sich selbst auf Facebook präsentierte. Rechts im Bild: der angegriffene BVB-Bus

Noch immer rätseln Ermittler über die Beweggründe des mutmaßlichen Dortmund-Attentäters  und die Hintergründe der Tat. Er soll am Abend des 11. April, direkt vor dem Champions-League Heimspiel des BVB gegen den AS Monaco, drei Bomben gezündet und so zahlreiche BVB-Spieler in Lebensgefahr gebracht haben. Einen Beweis haben die Fahnder bislang noch nicht, doch die Indizien häufen sich.

Nun berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe von einem ungewöhnlichen Detail, das den Verdächtigen ins Gefängnis bringen könnte. Im Vorfeld des Anschlags ließ es sich W. offenbar gut gehen: Er besuchte nach Recherchen des Nachrichtenmagazins ein Düsseldorfer Bordell, das mit dem Slogan "100 Girls, the biggest in Europe" wirbt. Und nach dem Sprengstoff-Attentat erholte er sich im Wellnessbereich des Hotels, er schwitzte in der Sauna und ließ sich massieren. Eine Masseurin soll ihm dabei aus dem Rücken entfernt haben. Die Ermittler rätseln nun: Stammen diese aus der Hecke, in der zuvor die drei Sprengsätze versteckt wurden?


Geldgier als Motiv für Abschlag in Dortmund

Die Tat war perfide geplant, das Motiv vermutlich Geldgier. Denn Sergej W. kaufte kurz vor dem Anschlag über das Internet sogenannte Verkaufsoptionen in Bezug auf die BVB-Aktie. Wären bei dem Anschlag Spieler ums Leben gekommen, hätte der Kurs der BVB-Aktie drastisch einbrechen können - und Sergej W. hätte Geld verdient. Im krassesten Fall hätte der 28-Jährige eine sechsstellige Summe eingestrichen.

Doch der Attentäter machte - glücklicherweise - einige Fehler. Er platzierte eine der drei Bomben zu hoch in der Hecke vor dem Hotelparkplatz, das gefälschte Bekennerschreiben war dilettantisch, so die Ermittler. Sie konnten konnten die Spur des Internetkaufs (IP-Adresse) bis in das Hotel verfolgen, in dem Sergej W. ein Zimmer buchte. Ungewöhnlicherweise bestand er auf ein Zimmer mit Blick zur Straße, obwohl sonst die meisten Gäste den Blick zur anderen Seite, auf einen Wald, bevorzugen, heißt es im "Spiegel".

Sergej W. bestreitet die Tat

Als gegen 19.15 Uhr die drei Sprengsätze auf der Straße vor dem Hotel explodieren, waren die Gäste des Hotelrestaurants aufgeregt - bis auf einen. Sergej W. soll seelenruhig ein "Steak vom Lavasteingrill" bestellt haben, so "Der Spiegel".

Bislang hat Sergej W. nicht gestanden. Tagelang schwieg er, nun bestreitet er die Tat, wie sein Anwalt mitteilte. Er sei lediglich in dem Hotel gewesen, um Urlaub zu machen.


cf

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