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Taxi in die Crack-Hölle

Eine halbe Million nur für Crack - unvorstellbar? Von wegen. In Baden-Baden hat der hohe und kostspielige Drogen-Konsum eines Geschäftsmannes selbst die Justiz verblüfft.

Von Lisa Rokahr

  Bis zu 12.000 Euro pro Deal: Markus B. kaufte 90, 100, 120 Gramm Crack – nur für sich allein.

Bis zu 12.000 Euro pro Deal: Markus B. kaufte 90, 100, 120 Gramm Crack – nur für sich allein.

  • Lisa Rokahr

Markus B., 43, war ein gemachter Mann. Verheiratet, Kinder, Typ hilfsbereiter Nachbar. Seine Altglasfirma lief gut, so gut, dass er sein Einkommen auf 17.000 Euro beziffern konnte. Im Monat. Netto.

Aber Markus B. lebte eine Zeit lang doch nicht so bürgerlich, wie es schien: Innerhalb von nur 15 Monaten kaufte der badische Geschäftsmann höchstpersönlich kiloweise Crack, eine fast schon sensationelle Menge für den Eigenbedarf – und bezahlte alles aus eigener Tasche. Normalerweise können sich einen vergleichbaren Drogenkonsum nur Stars aus dem Unterhaltungsgeschäft leisten, nicht jedoch der nette Nachbar von nebenan. Selbst bei den Richtern des Landgerichts Baden-Baden, vor denen sich Markus B. in der vergangenen Woche verantworten musste, stieß der Fall auf Erstaunen.

Völlig neu waren Drogen für B. nicht. Schon die 90er Jahre hatte er im Rausch erlebt. Marihuana, Heroin und Kokain waren ihm dabei ebenso bekannt wie Bewährung, Freiheitsstrafen und Therapien. Aber dann war über zehn Jahre lang Schluss, bis zu jener Familienfeier Anfang 2011, auf der es für Markus B. nichts zu feiern gab - außer dem Wiedersehen mit den Drogen und jenen schwarzen Männern, von denen er sich fortan beobachtet und verfolgt fühlte und die nur er sah. Es begann ein pausenloser Exzess, bis zu seiner Festnahme im Sommer 2012.

15 Monate lang waren sie hinter ihm her, die schwarzen Männer. In seinem Wahn baute Markus B. sein Telefon auseinander, kappte die Kabel seines Computers, montierte die Türklinken ab, verschanzte sich im Heizungskeller. Und als gar nichts mehr half, malte er Pentagramme an die weißen Wände, auf dass sie weichen würden, diese bösen Gestalten.

Nach der Festnahme pulverisierte auch die Psychose

Andererseits gab er ihnen ständig Futter. Markus B. kaufte 90, 100, 120 Gramm – nur für sich allein. Extreme Mengen für den Eigenbedarf. Bis zu 12.000 Euro pro Deal. Insgesamt verlor Markus B. etwa eine halbe Million Euro. Am Bankautomat hob er im Minutentakt die Höchstsumme ab, seine Bankbelege sind wie eine Liste verpasster Abzweigungen im Leben des Markus B. Gramm für Gramm wuchs die Paranoia.

Zeit für Berufliches blieb ihm kaum noch. Seine wichtigen Geschäfte fanden längst in Frankfurt statt, am Bahnhof. Manchmal ließ er sich sogar mit dem Taxi nach Frankfurt fahren, 200 Kilometer. Auf der Rückfahrt unterhielt er sich dann mit den schwarzen Männern, lachte irr, erzählte wirr, und ab und zu wies er den Taxifahrer an zu halten, damit er mit ihnen eine Pfeife rauchen konnte. Und während es nach verbranntem Kunststoff roch, verbrannte das Crack und tausende Euro in Sekunden.

Erst nach der Festnahme zerrieselten die schwarzen Männer in ihre weiß-gelblichen Bestandteile, pulverisierte die Psychose.

Richter lässt Milde walten

Sein Stammdealer machte ein Vermögen in diesen Monaten, kaufte eine 30.000-Euro-Küche für seine Sozial-wohnung, baute Häuser in seiner Heimat Marokko, schenkte seiner Mutter einen BMW X6. Die Geldmaschine Markus B. lief. Denn der wusste längst nicht mehr, ob er sein Crack geraucht, verlegt oder verloren hatte.

Vor Gericht wurden Markus B. jetzt Drogenbesitz und -erwerb in 70 Fällen vorgeworfen. Er versuchte sich zu erinnern, gestand alles, die Mundwinkel tief wie die Scham in ihm. Der Staatsanwalt forderte trotzdem vier Jahre, neun Monate und Maßregelvollzug.

Und am Ende war da wieder ein schwarzer Mann, nur dieses Mal gab es ihn wirklich. Und er sprang Markus B. bei: Der Richter, weißes Haar, schwarze Robe, verurteilte ihn nur zu einer Bewährungsstrafe, zwei Jahre. Er argumentierte, in den meisten der 70 Fällen habe Markus B. zwar mehr als die strafrechtlich relevante Menge von fünf Gramm gekauft – aber im Verhältnis zu seinem hohen Konsum könne man schließlich andere Maßstäbe anlegen.

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