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So scharf wird "El Chapo" im Gefängnis bewacht

Vergangenen Juli blamierte Joaquín "El Chapo" Guzmán mit seiner spektakulären Flucht Mexikos Justiz. Damit das dem mittlerweile gefassten Drogenboss nicht erneut gelingt, greift die Gefängnisleitung zu extremen Sicherheitsmaßnahmen.

Der mexikanische Drogenboss El Chapo bei seiner Festnahme.

"El Chapo" bei seiner Festnahme: Eine erneute Flucht des Drogenbarons wollen Mexikos Behörden mit allen Mitteln verhindern.

Mit massiven Sicherheitsvorkehrungen wollen Mexikos Justizbehörden verhindern, dass Joaquín "El Chapo" Guzmán erneut aus dem Gefängnis flieht. Während der ersten fünf Nächte in der Hochsicherheitshaftanstalt Altiplano in Almoloya de Juárez sei der Drogenboss sieben Mal verlegt worden, berichtet die mexikanische Zeitung "El Universal". Guzmán habe ständig seine Zelle wechseln müssen, manchmal schon nach ein paar Minuten, manchmal nach ein paar Stunden. Mehr als 30 besonders überwachte Zellen stünden dafür zur Verfügung.

Der Chef des Sinaloa-Kartells war vor fast zwei Wochen gefasst worden und sitzt nun wieder in demselben Gefängnis, aus dem er im Juli 2015 spektakulär durch einen Tunnel entkommen war. Schon im Jahr 2001 war Guzmán aus dem Hochsicherheitsgefängnis Puente Grande geflohen, indem er sich in einem Wäschewagen versteckte.

Wärter tragen Helme mit Kameras

Für die mexikanische Justiz waren die Ausbrüche des mächtigsten Drogenbarons des Landes hochpeinlich. Damit Guzmán nicht erneut verschwindet, während er in Altiplano auf seine mögliche Auslieferung an die USA wartet, betreiben die Behörden deshalb einen immensen Aufwand: Wenn "El Chapo" sich innerhalb des Gefängnisses bewege, begleite ihn immer eine Gruppe von Wärtern ausgerüstet mit Helmkameras, berichtet "El Universal". Befinde er sich in einer Zelle, wachten immer einige der Wärter davor, mit der Anweisung, den Gefangenen permanent im Auge zu behalten.

Ein Panzer bewacht den Eingang zu Joaquín "El Chapo" Guzmáns Gefängnis in Almoloya de Juarez

Ein Panzer mit 20-Millimeter-Geschütz sichert den Eingang zu Joaquín "El Chapo" Guzmáns Gefängnis in Almoloya de Juárez

Offenbar befürchten die Behörden auch, Guzmán könne erneut durch einen Tunnel aus seiner Zelle verschwinden. Der Gefängnisboden sei deshalb mit Stahlstreben verstärkt worden, so die Zeitung. Zudem seien Bewegungssensoren installiert worden, von denen einige sogar Untergrundaktivitäten erkennen könnten. Darüber hinaus habe die Gefängnisleitung die Zahl der Überwachungskameras von 100 auf 400 erhöht. Bis April sollen noch einmal 600 hinzukommen.

Und falls "El Chapo" trotz dieser Extrembewachung irgendwann plötzlich verschwunden sein sollte, ist laut "El Universal" auch dafür vorgesorgt: Die Polizei hat mehrere Hunde speziell darauf abgerichtet, Guzmáns Geruch zu erkennen, um ihn ganz schnell wieder einzufangen.

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