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Alex W. gesteht Mord an Ägypterin

Im Prozess um den Mord an der Ägypterin Marwa El-Sherbini hat der Angeklagte ein Geständnis, bestritt aber ein Ausländerfeindlichkeit Motiv.

Im Prozess um den Mord an der Ägypterin Marwa El-Sherbini hat der Angeklagte ein Geständnis der Tat abgelegt. Gleichzeitig bestritt er aber nach den Worten eines Sprechers des Landgerichts Dresden am Mittwoch in einer von seinem Verteidiger verlesenen Erklärung, dass seine Ausländerfeindlichkeit das Motiv für die Tat gewesen sei. "Es stimmt, dass ich eine ausländerfeindliche Gesinnung habe, aber das ist nicht das Motiv", ließ Alex W. demnach erklären. Der 28-Jährige nannte viel mehr den Stress durch den Prozess sowie die Angst vor einer Strafe gegen ihn als Auslöser.

W. äußerte sich, wenn auch indirekt durch seinen Verteidiger, zum ersten Mal zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen. Dabei gestand er den von der Staatsanwaltschaft ermittelten Ablauf der Tat. Bisher war W. in dem Verfahren nur durch erhebliche Störungen des Ablaufs aufgefallen. So leistete er Widerstand gegen Beamte und stampfte im Gerichtsssaal mit den Füßen auf den Boden.

Alex W. muss sich wegen Mordes an der 31-jährigen Marwa El-Sherbini sowie wegen Mordversuchs und gefährlicher Körperverletzung an ihrem Ehemann vor dem Landgericht verantworten. Der 28-Jährige hatte sein Opfer am 1. Juli während einer Verhandlung im Dresdner Landgericht, wo er sich wegen früherer Beschimpfungen der Ägypterin verantworten musste, mit einem Messer angegriffen. Die schwangere Mutter eines dreijährigen Jungen starb wenig später. Ihr Mann überlebte schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft wirft Alex W. vor, die 31-Jährige aus bloßem Ausländerhass getötet zu haben. Der Fall hatte in Deutschland und in vielen islamischen Ländern für Entsetzen gesorgt.

AFP/AFP

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