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Tugce-Schläger Sanel M. kann abgeschoben werden

Nach einigem juristischen Hin und Her entschied der Verwaltungsgerichtshof: Sanel M. kann abgeschoben werden. Der Zeitpunkt ist noch zu bestimmen, derzeit sitzt der 20-Jährige in Haft.

Tugce Albayrak

Tugce Albayrak starb an ihrem 23. Geburtstag

Der Fall erregte bundesweites Aufsehen: Im November 2014 schlug die Studentin Tugce Albayrak auf einem McDonald's-Parkplatz in Offenbach nieder. Die junge Frau lag zunächst im Koma bevor sie wenige Tage später an ihren Verletzungen verstarb. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) entschied nun: Sanel M., der im Juni 2015 wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu drei Jahren Jugendstrafe verurteilt wurde, darf aus der Haft oder nach der Entlassung nach Serbien ausgewiesen werden.

Der Beschluss kann nicht angefochten werden. Ob Sanel M., der derzeit in Wiesbaden seine Strafe verbüßt, aus der Strafhaft oder nach deren Ende abgeschoben wird, müssten die Stadt Wiesbaden und das Landgericht entscheiden, sagte ein Sprecher des VGH. Der Verwaltungsgerichtshof bestätigte damit eine erstinstanzliche Entscheidung des Wiesbaden vom 10. Januar.
Dagegen hatte der 20-Jährige beim VGH Beschwerde eingelegt.

Behörde: Sanel M. stellt weiterhin Gefahr dar

Die Wiesbadener Ausländerbehörde hatte Sanel M. Ende September 2016 für acht Jahre aus Deutschland ausgewiesen und ihm mit der sofortigen Abschiebung gedroht. Es bestehe ein besonders schwerwiegendes öffentliches Interesse an der Ausweisung, habe die Behörde unter anderem argumentiert. Gegen die Ausweisung hatte sich der 20-Jährige vor dem Verwaltungsgericht gewehrt.

Die Behörde habe zu Recht angenommen, dass von Sanel M. die Gefahr erneuter Straftaten ausgehe und sein Aufenthalt in der Bundesrepublik eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung bedeute, heißt es in der Begründung des Gerichts, dem der VGH nun folgt.

Dass der Heranwachsende seine gescheiterte wirtschaftliche und soziale Integration in Deutschland nachhole, wo seine Familie lebt, sei angesichts seiner Persönlichkeitsstruktur zweifelhaft. Es könne ihm zugemutet werden, in Serbien neue Bindungen und Beziehungen einzugehen, auch wenn ihm dies zu Anfang schwer fallen dürfte, argumentierten die Wiesbadener Richter - zurecht befand der VGH. 

rös/DPA

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