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Mysteriöses Eisunglück in Hamburg wirft viele Fragen auf

Ein Mann bricht mit seinem Baby auf einem zugefrorenen Teich ein und muss von der Feuerwehr gerettet werden. Das drei Monate alte Kind schwebt in Lebensgefahr - und der Fall gibt einige Rätsel auf.

Hamburg: Das große Loch im Eis zeugt noch von der Rettungsaktion

Hamburg: Das große Loch im Eis zeugt noch von der Rettungsaktion

Ein rätselhafter Fall beschäftigt die Hamburger Polizeibehörden. Ein junger Vater muss am Montagabend von der Feuerwehr aus einem zugefrorenen Teich gerettet werden. In einem Tuch vor dem Bauch trägt er seine drei Monate alte Tochter. Das Mädchen muss vor Ort reanimiert werden, war zeitweise unter Wasser. Sie wird ins Krankenhaus eingeliefert. Die Ärzte kämpfen immer noch um ihr Leben. Erschwerend kommt hinzu, dass das Kind eine Vorerkrankung hat. "Der Säugling schwebt in akuter Lebensgefahr", sagte eine Polizeisprecherin der DPA. 

Der Vater erlitt leichte Verletzungen. Er wurde unterkühlt und wies kleinere, nicht lebensbedrohliche Stich- und Schnittverletzungen auf. Er gab an von zwei Männern überfallen und mit einem Messer verletzt worden zu sein. Er sei mit seinem Kind auf das Eis geflüchtet und dort dann eingebrochen. Die Polizei veröffentlichte einen Zeugenaufruf - bislang ohne Ergebnis. 

Messer am Teich in Hamburg gefunden

Beim Teich im Park wurde der Polizei zufolge am Mittwoch ein Messer gefunden. Ob es sich um die Tatwaffe handelt, ist allerdings noch unklar. Es werde in alle Richtungen ermittelt. "Wir haben keine Hinweise darauf, dass an der Darstellung des 24-Jährigen irgendetwas nicht stimmt", betont die Polizeisprecherin. Und dennoch wirft der Fall Fragen auf.

Nach Informationen von NDR 90,3 sollen die Polizisten und Feuerwehrleute, die an der Rettungsaktion am Montagabend dabei waren, befragt werden. Dem Bericht zufolge habe der Einsatzleiter der Feuerwehr erklärt, der Vater des Babys habe sich nicht retten lassen wollen und sei gewaltsam aus dem Lohmühlenteich gezogen worden.

Retter wussten zunächst nichts vom Baby

Unklar ist auch, warum der 24-Jährige seine Tochter nicht über Wasser hielt oder die Retter darauf aufmerksam machte, dass er das Baby in dem eiskalten Wasser in einem Tragetuch am Bauch trägt. Der Polizeimeldung zufolge versuchten zunächst die eintreffenden Polizeibeamten, den Mann an Land zu ziehen. Dann sei "wenig später" die Feuerwehr hinzugekommen und habe die Rettung übernommen. Erst hier habe sich herausgestellt, dass der Mann ein Baby am Körper trug.

Die Polizeisprecherin bestätigte der DPA Medienberichte, wonach der Mann angegeben hat, bei dem Überfall seine Brille verloren zu haben. Darum habe er in der Dunkelheit nicht genau sehen können, wohin er lief. Die Brille sei allerdings bislang nicht gefunden worden.

Polizeiangaben zufolge lebt der Mann alleine in Hamburg, die Frau mit dem gemeinsamen Kind in Süddeutschland. Beide seien aber dennoch ein Paar und nicht getrennt.

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