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Hooligans wollen "Verräter" auf Hochzeit bestrafen - und erwischen die falsche Feier

Maskiert und mit Eisenstangen bewaffnet gingen französische Hooligans auf ein Hochzeitsbuffet los, um einem gegnerischen Fan mal so richtig den schönsten Tag seines Lebens zu versauen. Dumm nur: Die Schläger hatten die falsche Party erwischt.

Die Hooligans hatten es vor allem aufs Buffet abgesehen (Symbolbild)

Vor allem aufs Buffet hatten es die Hooligans abgesehen (Symbolbild)

Mit einem brutalen Angriff auf eine Hochzeit haben Hooligans in Frankreich einem gegnerischen Fußball-Fan eine Abreibung verpassen wollen - dabei aber versehentlich die falsche Feier erwischt. Neun Ultras des französischen Fußballvereins AS Saint-Etienne, die "den schönsten Tag im Leben" eines Lyon-Hooligans zerstören wollten, wurden am Mittwochabend wegen der fehlgeschlagenen Strafaktion zu teils mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Die unglaubliche Aktion spielte sich Anfang September in der nördlich von Lyon gelegenen Gemeinde Denicé ab. Rund 15 maskierte und mit Eisenstangen bewaffnete Männer attackierten den Ort der Hochzeitsfeier und zerstörten das Hochzeitsbuffet, während das Brautpaar und die Gäste sich noch in der Kirche befanden. Die Ermittler sprachen später von einer "paramilitärisch" organisierten "Kommando"-Aktion, verletzt wurde aber niemand. 

Absichtlich auf falsche Spur geführt?

Die frischgetrauten Brautleute wunderten sich beim Anblick des zerschlagenen Buffets, wer eine solche Wut gegen sie hegen könnte. Später kam heraus: Es war eine Verwechslung. Denn eigentlich zielten die Ultras des Saint-Etienne-Fanclubs Magic Fans auf den Hooligan Maxime G. ab. Der war früher selbst Mitglied der Magic Fans - und wechselte dann ins gegnerische Lager. 

Für die Hooligans ist G. damit ein "Verräter" und "Abtrünniger", denn zwischen den Fans der Fußballclubs AS Saint-Etienne und Olympique Lyonnais herrscht traditionell Feindschaft. Zwischenzeitlich stand sogar der Verdacht im Raum, dass Maxime G. die gegnerischen Hooligans absichtlich auf eine falsche Spur setzte - und sie zur falschen Hochzeit lenkte. Das wegen Gewalttaten verurteilte Mitglied einer rechtsextremen Gruppierung hat das aber bestritten.

car/AFP
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