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Polizei fasst in Köln geflohenen Vergewaltiger

Er war seinen Bewachern beim Besuch eines Brauhauses entwischt. Der verurteilte Vergewaltiger Peter B., der seit drei Tagen die Kölner Polizei in Atem hält, ist gefasst.

Der verurteilte Vergewaltiger Peter B.

Drei Tage dauerte seine Flucht: Der verurteilte Vergewaltiger Peter B.

Der bei einem bewachten Brauhausbesuch in Köln entkommene Vergewaltiger Peter B. ist nach dreitägiger Flucht in Brühl bei Köln gefasst worden. Der Mann sei gegen 12.20 Uhr festgenommen worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Köln mit. Er hatte sich zuvor ein Fahrrad gekauft. Die Polizei hatte nach eigenen Angaben einen Hinweis auf den Aufenthalt von Peter B. in dem Fahrradgeschäft bekommen und eine Großfahndung ausgelöst. Die Besatzung eines Streifenwagens nahm den 58-Jährigen schließlich eine Stunde nach dem ersten Hinweis fest.

In dem Fahrradladen trug Peter B. nach Angaben eines Mitarbeiters Brille, Mütze und hatte auch den Bart abrasiert. Er habe mit einer EC-Karte bezahlt, sagte der Mitarbeiter der Deutschen Presse-Agentur. Kurz darauf habe sich die Polizei gemeldet. Nach deren Angaben ließ sich der 1,88 Meter große Mann ohne Widerstand festnehmen.

"Wir sind froh, dass er gefasst wurde", sagte der Sprecher des nordrhein-westfälischen Justizministeriums, Detlef Feige. Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) sei erleichtert und danke der Polizei für die gute Zusammenarbeit und den Fahndungserfolg. In die JVA Aachen werde der 58-Jährige nicht mehr zurückkommen.

Peter B. soll unbegleitet auf Toilette gewesen sein

Nach wie vor ist unklar, wie genau sich die Flucht am Mittwoch abgespielt hatte. Die JVA Aachen stellte Strafanzeige gegen die zwei Justizvollzugsbeamte, denen Peter B. entwischt war, wegen des Verdachts, dass sie ihren Dienstpflichten nicht hinreichend nachgekommen seien. Es gehe dabei auch darum, zu prüfen, ob möglicherweise der Straftatbestand der Gefangenenbefreiung erfüllt sei, erklärte ein Sprecher des Justizministeriums. "Letzten Endes muss es auch zum Schutz der Bediensteten aufgeklärt werden", sagte die Leiterin der JVA, Reina Blikslager. Sie halte dieses Vorgehen daher für ihre Pflicht.

Zuvor hatten WDR, "Bild" und "Express" von Augenzeugen berichtet, die die Flucht des Vergewaltigers anders beschrieben als von den beiden Aufpassern geschildert. Demnach soll der 58-Jährige in dem Kölner Brauhaus ohne Begleitung auf die Toilette gegangen sein. Die JVA hatte bislang mit Verweis auf die Aussagen ihrer Mitarbeiter mitgeteilt, einer der beiden sei mit dem Mann auf die Toilette gegangen. Dort habe er ihn aufgrund einer Unaufmerksamkeit aus den Augen verloren.

Vergewaltiger wollte Kleidung kaufen

Peter B. saß seit 1999 in Sicherungsverwahrung in Aachen, weil er als gefährlich eingeschätzt wird. Gesetzlich stehen ihm mindestens vier sogenannte Ausführungen im Jahr zu - bei denen er aber ständig überwacht werden muss. Den Ausflug nach Köln soll er sich selbst gewünscht haben. Er habe Kleidung kaufen wollen, sagte Blikslager.

In Bonn waren am Freitag nach Polizeiangaben rund 80 Beamte ausgerückt, um den Entflohenen im Park zu suchen. Auch ein Hubschrauber war im Einsatz - letztlich ohne Erfolg. Ein Jogger hatte zuvor berichtet, den Gesuchten bei einem Wasserfall in der sogenannten Rheinaue und in der Nähe einer S-Bahn-Station gesehen zu haben. "Einmal hat er ihm frontal ins Gesicht geschaut", sagte ein Polizeisprecher.

mad/DPA
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