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Frau irrt nach sexuellem Übergriff zwölf Tage durch die Wildnis

Während eines Road-Trips durch die Wälder Kanadas wird eine junge Frau sexuell angegriffen. Sie flüchtet in die Wildnis. Damit beginnt für sie ein zwölftägiger Kampf ums Überleben.

Kanada: Ein Bär jagt im Fluss. Während eine Frau in Kanada zwölf Tage lang durch die Wildnis irrt, trifft sie auf einen Bären.

Während eine Frau in Kanada zwölf Tage lang durch die Wildnis irrt, trifft sie auf einen Bären. Doch statt sie anzugreifen, ist er ihre Rettung.

Als sie im Juli 2013 mit Freunden zu einem Road-Trip in die kanadischen Wälder in der Provinz Alberta aufbricht, ahnt eine junge Kanadierin nicht, was für ein Martyrium ihr bevorsteht. Die schreckliche Geschichte nimmt ihren Anfang, als der Wagen der Ausflügler im Schlamm stecken bleibt. Zwei der Begleiter brechen auf, um Hilfe zu holen und die junge Frau, deren Identität durch einen Gerichtsbeschluss geheim gehalten werden muss, bleibt mit einem gewissen Kevin Gladue allein zurück.

Was dann geschieht, wird die Kanadierin später dem Magazin "Vice" berichten. Ihrer Erzählung zufolge schläft sie auf dem Rücksitz des Autos ein, während sie auf die Rückkehr ihrer Reisebegleiter wartet. Als die 27-Jährige aufwacht, beugt sich Gladue gerade über sie und versucht ihr die Hose auszuziehen. Es gelingt ihr, sich von ihm loszureißen. Sie versucht zu fliehen. Doch Gladue holt sie ein und fängt an, auf sie einzuschlagen. Dennoch gelingt ihr die Flucht in die Wildnis. 

Allein im Wald und mit zwei Löchern im Kiefer

Ohne Schuhe und mit einem gebrochenen Kiefer verliert sie jedoch schnell die Orientierung und verläuft sich im Wald. "Als es dann dunkel wurde, bekam ich richtig Angst, weil ich ja nicht wusste, wo genau ich mich überhaupt befand. Deshalb habe ich mich die ganze Nacht lang auch nicht vom Fleck gerührt", erzählt die Frau dem "Vice"-Magazin.

Tagelang irrt sie durch den Wald, im Regen und von Durst gequält. Denn ihr Kiefer ist so stark verletzt, dass sie nichts trinken kann. "Unterhalb und an der Seite meines Kiefers waren zwei Löcher sowie tiefe Schnitte direkt durch den Knochen", erzählt sie nach ihrer Rettung. Das Wasser sei einfach wieder raus gelaufen. 

Nachts quälen sie Geisterstimmen

Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, steht von einem Moment auf den Anderen ein Bär vor ihr. "Ich sah nur, wie sich braunes Fell den Hügel hochbewegte, und dachte mir, dass ich jetzt als Bärenfutter enden würde", sagt die Frau später im "Vice"-Interview. Doch sie hat noch einmal Glück. Sie macht die Augen zu und als sie sie wieder öffnet, ist der Bär verschwunden.

Doch die Kanadierin gibt nicht auf. Und als sie den Bären ein zweites Mal erblickt, beschließt sie ihm zu folgen. Auf ihrem Weg lässt sich sich von der Strömung des Baptiste Rivers treiben, kämpft sich durch einen Sumpf und schleicht auf kleinen Trampelpfaden durch die Wälder. Nachts hört sie stimmen, die zu ihr sprechen. Irgendwann muss sie sich einfach hinsetzen und weint zwei Tage lang durch.

Sechs Jahre Haft für Kevin Gladue

Doch am zwölften Tag nach ihrer Flucht, erreicht die Frau eine zerfahrene Straße und stößt schließlich auf einen Mann aus dem nahegelegenen Drayton Valley. Er alarmiert die Polizei.

Heute, mehr als zweieinhalb Jahre später, hat die Kanadierin immer noch mit den Folgen ihrer Verletzungen zu kämpfen. Es braucht mehrere Operationen, um ihren Kiefer wieder zu richten, der sich entzündet und mit Metallplatten fixiert werden muss, schreibt "Vice". Ihr Peiniger, Kevin Gladue, sitzt jedoch im Gefängnis. Am 25. Februar 2016 erklärte ihn ein Gericht des schweren sexuellen Missbrauchs für schuldig und verurteilte den 38-Jährigen zu sechs Jahren Haft.

ivi
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