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Polizei zieht "verhalten positive Bilanz" - mehr Sexualdelikte angezeigt

In Köln sind an Weiberfastnacht 22 Anzeigen wegen sexuellen Übergriffen gestellt worden - 13 mehr als im Vorjahr. Die Polizei führt das auch auf eine größere Bereitschaft der Opfer zurück, Vergehen zu melden.

Karneval Köln: Polizei fährt an Weiberfastnacht Streife vor dem Dom

Einem Polizeisprecher sank die Zahl der Einsätze an Weiberfastnacht in Köln von 562 im vergangenen Jahr auf 336

Die Polizei in Köln hat sich nach ihrem Großeinsatz zum Start in den Straßenkarneval insgesamt zufrieden mit dem Verlauf des Weiberfastnachtstages gezeigt. Man ziehe eine "verhalten positive Bilanz", sagte Kölns Leitender Polizeidirektor Michael Temme vor Journalisten in Köln.

Fünf Wochen nach den massiven sexuellen Übergriffen in der Kölner Silvesternacht verzeichnete die Polizei demnach an Weiberfastnacht 22 Anzeigen wegen Sexualdelikten - 13 mehr als im Vorjahr. Temme führte diesen Anstieg unter anderem auf die zunehmende Bereitschaft von Opfern zurück, Strafanzeige zu erstatten. Die Polizei begrüße diese gestiegene Anzeigebereitschaft ausdrücklich, sagte Temme.

Zwei schwerwiegende Delikte in Köln angezeigt

Die angezeigten Straftaten reichen von sexueller Beleidigung bis hin zur Vergewaltigung, zwei der Delikte waren schwerwiegend.

Im ersten Fall war das Opfer eine belgische Fernsehreporterin. "Diese Journalistin ist unter den Augen der laufenden Kamera begrapscht und sexuell belästigt worden", sagte Temme. Der zweite Fall betrifft eine Frau, die am frühen Freitagmorgen auf dem Heimweg niedergeschlagen und "offenbar auch vergewaltigt wurde", wie Temme sagte.

In den vergangenen Jahren waren nach Polizeiangaben in Köln im Durchschnitt insgesamt rund 50 Sexualdelikte an den Karnevelstagen von Weiberfastnacht bis Fastnachtsdienstag angezeigt worden. Temme zeigte sich überzeugt, dass auch in diesem Jahr mit einer vergleichbar hohen Gesamtzahl von Anzeigen wegen Sexualdelikten zu rechnen sein dürfte.

Weniger Einsätze in Köln im Vergleich zum Vorjahr

Insgesamt verzeichnete die Kölner Polizei an Weiberfastnacht aber deutlich weniger Einsätze als im Vorjahr: Temme zufolge sank die Zahl der Einsätze von 562 im vergangenen Jahr auf 336.

Dabei dürfte nach Einschätzung der Sicherheitskräfte das geringere Besucheraufkommen beim Start in den Kölner Straßenkarneval eine Rolle spielen: An Weiberfastnacht hatten bei zeitweise strömendem Regen deutlich weniger Karnevalisten auf den Kölner Straßen gefeiert als im Vorjahr.

Einen Rückgang verbuchten die Kölner Einsatzkräfte auch bei der Zahl der Körperverletzungen: Während an Weiberfastnacht 2015 noch 241 solcher Taten angezeigt wurden, waren es in diesem Jahr lediglich 157. Elf Polizisten wurden bei Einsätzen am Weiberfastnachtstag leicht verletzt.

Offenbar 24-Jährige im Kreis Gütersloh vergewaltigt

Die Düsseldorfer Polizei machte am Morgen zunächst keine Angaben zu ihrer Einsatzbilanz. In Bonn und Duisburg blieb es nach Polizeiangaben dabei überwiegend friedlich. "Außer ein paar Auseinandersetzungen und Ruhestörungen gab es bei uns nichts Gravierendes", sagte ein Duisburger Polizeisprecher am Freitagmorgen. Ähnlich äußerte sich die Polizei in Mönchengladbach.  

In der Gemeinde Stukenbrock im Kreis Gütersloh wurde eine 24-jährige Frau nach ersten Erkenntnissen während des Straßenkarnevals vergewaltigt. Sie hatte sich am Donnerstagabend bei der Polizei gemeldet. Wenig später nahmen die Beamten einen 29-jährigen Verdächtigen fest.

mod/AFP/DPA
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