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15-Jährige erschießt ihre Freundin und dann sich selbst

Dorothy D. und May K. waren beliebt, hübsch und jung. Und sie waren offenbar ein Paar. Doch weil ihre Freundin angeblich die Beziehung beenden wollte, soll Dorothy D. zuerst sie und dann sich selbst getötet haben.

Liebesdrama Arizona

Die beiden Schülerinnen May K. (links) und Dorothy D. waren ein Paar. Bis sich May vermutlich trennen wollte.

Junge Liebe ist verletzlich und oft etwas dramatischer, als sie eigentlich sein müsste. Welche traurigen Ausmaße die jugendliche Angst vor Zurückweisung manchmal haben kann, zeigt eine aktuelle Geschichte aus dem US-Bundesstaat Arizona. Zwei 15-jährige Schülerinnen wurden dort auf dem Schulgelände ihrer Highschool aufgefunden, beide waren durch Schussverletzungen gestorben. Bei Dorothy D. fand die Polizei Medienberichten zufolge die Tatwaffe und einen Abschiedsbrief. Offenbar hatte sie zuerst ihre Freundin, May K., und dann sich selbst erschossen. Vermutlich, weil sie sich von ihr trennen wollte. Der gesamte Ort steht unter Schock.

Die beiden Mädchen waren nach Angaben der US-Seite "Heavy.com" bereits seit längerem ein Paar, sie lebten ihre Beziehung offen. Extreme Probleme, wie sie viele homosexuelle Paare in den USA oft erfahren, scheinen die beiden nicht gehabt zu haben. Ihre Liebe wurde dem Bericht zufolge von ihrem Umfeld anerkannt. Beide Mädchen scheinen beliebt und glücklich gewesen zu sein. Bis eine der beiden die Beziehung beenden wollte.

Trennung als Motiv?

Von Mitschülern will "Heavy.com" herausgefunden haben, dass May K. sich von ihrer Freundin Dorothy D. trennen wollte. "Sie waren kurz vor einer Trennung, glaube ich. Gestern wirkten sie aber beide nicht völlig normal. Sie waren beide sehr nett und ich hätte nie erwartet, dass so etwas passiert", sagte er der Webseite. Völlig spontan scheint die Tat allerdings nicht passiert zu sein. D. hatte zum einen Abschiedsbrief bei sich. Zum anderen setzte sie aber noch einen letzten Tweet ab – und verabschiedete sich in ihm von der Welt.

Die Tat ereignete sich wohl direkt vor Schulbeginn. Drei Schüsse habe er gehört, erzählte ein Anwohner dem Nachrichtensender NBC Phoenix. Beide starben den Berichten zufolge noch am Tatort. Die Polizei wolle sich aber nicht dazu äußern, welches der Mädchen schoss. Dass eine dritte Person in das Geschehen verwickelt war, scheint aber weitgehend ausgeschlossen. Die Polizei ermittle ausschließlich wegen eines erweiterten Selbstmordes, berichtet die britische Zeitung "Daily Mail".

Schwester ist Lehrerin an der Schule

Die Gemeinde reagiert geschockt auf die dramatische Tat. Die Schwester des Opfers, Phuong K., ist Lehrerin an der Schule. In einem bewegenden Interview mit dem Sender "ABC15" erzählte Phuong K., dass sie zunächst nur Gerüchte vernommen hatte, wonach eins der toten Mädchen ihre Schwester sein sollte. Erst als sie im Schulbüro nach dem Stundenplan von May fragte, hatte sie Gewissheit. "Als sie mich für 10 Minuten in die Warteschleife hängten, wusste ich, dass etwas nicht stimmt", erzählt sie. Dann holte sie der stellvertretende Direktor ab, um mit ihr alleine zu sprechen. "Sie war ein tolles Mädchen. Sie hatte eine strahlende Zukunft. Nun ist sie weg."

Auch die Mitschüler und ihre Eltern müssen nun mit dem Verlust zurechtkommen – und mit der Angst. Denn zu Anfang war lange überhaupt nicht klar, was passiert ist. Die Schüler hatten die Schüsse mitbekommen und mussten in ihren Klassen bleiben. Das löste zunächst bei vielen Angst aus. Zu oft kam es in den USA in den letzten Jahren zu Amokläufen, oft waren Schulen die Tatorte. Dass es vermutlich eine Beziehungstat war, sorgt trotz der Trauer bei vielen zunächst für Erleichterung. Aber nicht bei allen. "Ich weiß gar nicht, wie ich sie nächste Woche in der Schule abgeben soll", sagte eine verstörte Mutter nach Angaben der "Daily Mail". Sie hatte nur eine ihrer beiden Töchter erreichen können, die Ungewissheit hatte ihr stark zugesetzt. Sie überlege nun, ihre Kinder ganz aus der Schule zu nehmen.


Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich.

Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention. 

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