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Eine Million auf Kopf von Ex-Polizisten ausgesetzt

Vor fünf Jahren gehörte Christopher Jordan Dorner zur Polizei von Los Angeles - jetzt wird er wegen mehrfachen Mordes gesucht. Die Polizei verfolgt eine heiße Spur, hofft aber dennoch auf Hinweise.

Die Stadt Los Angeles hat eine Belohnung von einer Million Dollar (knapp 750.000 Euro) für Informationen über den Aufenthaltsort eines ehemaligen Polizisten ausgesetzt. Der Mann soll auf einem Rachefeldzug gegen frühere Kollegen bereits drei Morde verübt haben. "Wir können nicht tolerieren, dass dieser Mörder in Freiheit ist", sagte Bürgermeister Antonio Villaraigosa am Sonntag in der US-Metropole. "Wir werden diesen Terror, der uns den Frieden raubt, nicht tolerieren", fügte er hinzu. Behörden, Unternehmen, Gewerkschaften und Bürgergruppen hatten für die Summe zusammengelegt, wie Villaraigosa erläuterte.

Soweit ihm bekannt, sei dies die höchste Belohnung, die je auf örtlicher Ebene auf jemanden ausgesetzt worden sei, sagte der Polizeichef von Los Angeles, Charlie Beck. Er begründete die hohe Summe damit, dass es sich um "Inlandsterrorismus" handele. "Hier geht es darum, ein künftiges Verbrechen zu verhindern, wahrscheinlich einen Mord", sagte Beck.

Mehr als hundert Polizisten jagen seit einer Woche ihren früheren Kollegen Christopher Jordan Dorner, der als extrem gefährlich eingeschätzt wird. Nachdem sein Auto am vergangenen Donnerstag in einem Skigebiet zwei Stunden östlich von Los Angeles gefunden worden war, konzentrierte sich die Suche vor allem auf den nahegelegenen Ort Big Bear. Zudem fahndeten Beamte in den benachbarten Bundesstaaten Arizona und Nevada nach dem Marinesoldaten der Reserve.

  Dutzende sogenannter Fanseiten sind um den Begriff Christopher Jordan Dorner entstanden. Nur einige wenige erinnern an die Opfer des mutmaßlichen Mörders.

Dutzende sogenannter Fanseiten sind um den Begriff Christopher Jordan Dorner entstanden. Nur einige wenige erinnern an die Opfer des mutmaßlichen Mörders.

Die dunkle Seite Sozialer Netzwerke

Dorner hatte auf seiner Facebook-Seite ein wirres Manifest veröffentlicht, in dem er Rache für seine Entlassung aus dem Polizeidienst vor fünf Jahren schwor. Er musste den Dienst quittieren, weil er eine Vorgesetzte fälschlich beschuldigt haben soll, bei einer Festnahme einen Verdächtigen getreten zu haben. Am Sonntag kündigte die Polizei an, Dorners Entlassung noch einmal zu untersuchen.

Auf seinem mutmaßlichen Rachefeldzug soll der 33-Jährige nahe Los Angeles die Tochter eines pensionierten Polizisten und deren Lebenspartner ermordet haben. Den Vater der Frau machte Dorner für seine Entlassung mitverantwortlich. Außerdem soll der 33-Jährige einen Polizisten getötet und zwei weitere verletzt haben. Mehr als 50 Menschen - einige von ihnen hatte der mutmaßliche Mörder namentlich genannt - wurden inzwischen unter Polizeischutz gestellt. In seiner Botschaft drohte Dorner zudem Lesben und Asiaten. "Dorner ist bewaffnet und extrem gefährlich", hatte LAPD-Chef Beck gewarnt. Er habe Zugriff auf mehrere Waffen, darunter auch Sturmgewehre.

Dorners persönliche Facebookseite ist mittlerweile nicht mehr auffindbar. Stattdessen sind Dutzende sogenannte Fanseiten entstanden, die Dorner als Person des öffentlichen Lebens darstellen und seine Taten teilweise glorifizieren.

ono/AFP/AFP

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