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Meuterei auf der "Hermelin"

Auf Schiffen herrschen oft raue Sitten. Sechs Marinesoldaten müssen sich nun wegen des Vorwurfs der Meuterei vor Gericht verantworten. Sie sollen einen Vorgesetzten gefesselt und beschmiert haben.

  Schauplatz der Meuterei: Marine-Schnellboot "Hermelin" im Hafen von Rostock.

Schauplatz der Meuterei: Marine-Schnellboot "Hermelin" im Hafen von Rostock.

Die Rostocker Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen Meuterei gegen sechs Marinesoldaten erhoben. Die 22 bis 27 Jahre alten Obermaate sollen im Februar bei einem Auslandseinsatz im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut einen vorgesetzten Bootsmann mit Klebeband an einen Tisch gefesselt und ihm die Bemerkung "Hier wohnen die Mongos" auf den Unterschenkel geschrieben haben. Den sechs in Rostock stationierten Marine-Angehörigen werde gemeinschaftliche Meuterei, Freiheitsberaubung und gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag nach Abschluss der knapp viermonatigen Ermittlungen mit. Der Strafrahmen für Meuterei reicht von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.

Die von Beteiligten fotografierte Aktion ist nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft als "Denkzettel" für eine Äußerung des Bootsmanns gedacht gewesen, die von den Untergebenen als beleidigend empfunden wurde. Der Vorgesetzte thailändischer Abstammung soll die Soldaten selbst als "Mongos" bezeichnet haben. Nach früheren Angaben der Ermittler hatten alle Beteiligten einen fremdenfeindlichen Hintergrund der Tat ausgeschlossen. Das Wort "Mongo", abgeleitet von mongoloid, gilt besonders unter Jugendlichen als Herabsetzung.

Disziplinarische Schritte folgen auf Strafverfahren

Der Bootsmann war nach Angaben der Staatsanwaltschaft zwar nicht verletzt worden, hatte durch die Bestrafungsaktion aber "nicht unerhebliche Schmerzen" erlitten. Der durch den Lärm an Bord alarmierte Wachoffizier habe die Aktion seinerzeit sofort beendet. Wie der Sprecher der Marine in Rostock, Fregattenkapitän Uwe Rossmeisl, sagte, ruhen die dienstrechtlichen Ermittlungen bis zum Abschluss des Strafverfahrens. Erst danach werde über disziplinarische Schritte entschieden. Die Beschuldigten waren unmittelbar nach dem Vorfall nach Deutschland zurückbeordert worden.

Das Schnellboot "Hermelin", auf dem sich der Übergriff ereignet haben soll, war gemeinsam mit dem Schwesterschiff "Gepard" im Mai von einem einjährigen Einsatz im östlichen Mittelmeer in den Heimathafen Rostock-Warnemünde zurückgekehrt. Im Rahmen der multinationalen Militäraktion Unifil soll der Waffenschmuggel vor der libanesischen Küste unterbunden werden.

dho/DPA/DPA

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