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Ausländer dürfen wieder schrebern

Mit einer Migrantenquote löste ein Kleingartenverein aus Norderstedt Empörung aus. Jetzt hat der Verein die Quote zurückgenommen, seinen Fehler eingestanden und sich entschuldigt.

  Vor dem Tor des Kleingartenvereins "Harksheide - Kringelkrugweg"

Vor dem Tor des Kleingartenvereins "Harksheide - Kringelkrugweg"

Ein Kleingartenverein im schleswig-holsteinischen Norderstedt hat seine umstrittene Migrantenquote zurückgenommen. "Der Verein hat jetzt das wiedergutgemacht, was vorher schlecht gemacht worden ist", sagte der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde, Norbert Franke, nach der Mitgliederversammlung am Donnerstagabend. Die Entscheidung sei einstimmig gewesen, und der Vorstand habe sich bei den Migranten im Verein entschuldigt. "Es ist klar und deutlich geworden, dass das ein Fehler war", sagte Franke.

Die Kleingärtner hatten im Oktober beschlossen, nur noch 12,6 Prozent - also 9 ihrer insgesamt 73 Parzellen - an Menschen mit ausländischen Wurzeln zu vergeben. Das hatte #link; http://www.stern.de/panorama/auslaenderquote-im-kleingartenverein-empoert-euch-gartenfreunde-1759890.html;deutschlandweit Empörung und Entsetzen# ausgelöst. Keines der rund 60 anwesenden Mitglieder wollte sich nach der Sitzung ausführlich äußern.

"So deutlich habe ich das selten gehört, dass jemand seine Fehler zugibt und sich dafür entschuldigt", sagte Franke. Die Stimmung sei positiv gewesen, und der Vorstand werde weiter im Amt bleiben. "Er hat die Vertrauensfrage gestellt, und er ist mit ganz wenigen Gegenstimmen im Amt bestätigt worden", sagte der Bundesvorsitzende.

Hobbygärtner wehrten sich gegen die Vorwürfe

Auch Kleingärtner mit ausländischen Wurzeln nahmen an der Versammlung teil. Die Entschuldigung des Vorstands wurde für sie übersetzt. Die in der Ukraine geborene Inna Rose, die mit ihrer Familie eine Parzelle in dem Kleingarten gepachtet hat, sagte vorher: "Für mich ist es wie ein zweites Zuhause. Wenn ich meinen Kindern jetzt sage, dass wir keinen Garten mehr hier haben, die weinen." Aus ihrer Sicht habe es nie Probleme mit der Integration gegeben.

Die Hobbygärtner wehrten sich vor der Sitzung vehement gegen die Vorwürfe. "Dieser Verein ist nicht ausländerfeindlich, bei allen Darstellungen, die es gegeben hat", sagte ein Mann. Einige Gärtner verteidigten jedoch den Beschluss.

Auch die Integrationsbeauftragte der Stadt Norderstedt nahm an der erneuten Abstimmung teil. "Der Oberbürgermeister hat mir zugesagt, dass sie sich um den Verein kümmern wird", sagte Franke. Die Stadt hatte angekündigt, die Vorfälle gemeinsam mit der Beauftragten aufarbeiten zu wollen.

DPA/DPA

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