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Mutter des Verdächtigen warnte vor ihrem Sohn

Die Mutter des 30-Jährigen, der in Kiel eine Siebenjährige sexuell missbraucht haben soll, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Behörden: Sie habe vor ihrem Sohn gewarnt und um Hilfe gebeten. Man habe sie aber nicht ernst genommen.

Ein Schulhof in Kiel

Nach ersten Erkenntnissen hat der Mann das spielende Mädchen am Sonntagvormittag in Kiel auf einem Schulhof angesprochen

Im Fall des schweren sexuellen Missbrauchs einer Siebenjährigen aus Kiel hat die Mutter des Tatverdächtigen schwere Vorwürfe gegen die Behörden erhoben. Sie habe ausdrücklich gewarnt, ihr Sohn sei gefährlich, sagte die 50-Jährige den "Kieler Nachrichten". "Ich habe überall um Hilfe gebeten" Man habe ihre Warnung aber nicht ernst genommen und sie mit ihren Ängsten allein gelassen. Ihr 30 Jahre alter Sohn habe selbst zwei Kinder. Er habe die Trennung von seiner Frau nicht verkraftet.

Der Kieler Oberstaatsanwalt Axel Bieler bestätigte am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur, dass sich die Frau am 18. Januar hilfesuchend an die Polizei gewendet habe. Sie habe zu einer möglichen Gefährdung jedoch keine Angaben gemacht. "Die Polizei hat richtig reagiert", sagte Bieler.

Der Tatverdächtige sitzt seit Dienstag in Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen, am 31. Januar eine Siebenjährige sexuell missbraucht zu haben. Das Mädchen war bisherigen Erkenntnissen zufolge am Sonntag beim Spielen auf einem Schulhof von ihm angesprochen worden und soll dann in seiner Wohnung missbraucht worden sein.

Auch Vorwürfe vom Schulleiter

Auch der Leiter der Schule, Michael Breyer, erhebt Vorwürfe gegen die Polizei. Er verweist auf einen weiteren Vorfall am 6. Januar, mit dem der Tatverdächtige ebenfalls in Verbindung gebracht wird. Breyer hält der Polizei vor, nach diesem ersten Vorfall in einem nahe gelegenen Kindergarten niemanden informiert zu haben. Sonst hätten die Lehrer das Thema, nicht mit Unbekannten mitzugehen, im Unterricht auffrischen können, sagte Breyer. Alle wären wachsamer gewesen. Die Kieler Polizei wies die Vorwürfe zurück. Nach Ansicht der Polizei gab es keinen Anlass, die Öffentlichkeit einzuschalten, sagte Polizeisprecher Mathias Arends.

Die Mutter des Verdächtigen sagte den "Kieler Nachrichten", sie wolle mit ihrer Aussage "alle anderen Mütter über die Abläufe informieren und mich bei allen entschuldigen, denen mein Sohn Leid angetan hat“. Sie wisse, dass ihr Sohn krank sei. "Aber das ist keine Entschuldigung."

car/DPA
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