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Der blutige Rachefeldzug eines Ex-Polizisten

40 Menschen hat er im Visier, drei sind bereits tot. Der Ex-Polizist Chris Dorner verunsichert Los Angeles. In einer Internetbotschaft spricht er von Rache - und schwärmt von Christoph Waltz.

Von Frank Siering, Los Angeles

  • Frank Siering

Nach dem Mord an drei Menschen hat die Polizei in Los Angeles eine Großfahndung nach einem Ex-Polizisten gestartet. Christopher Jordan Dorner soll in der Nacht zum Donnerstag auf zwei Kollegen geschossen haben, von denen einer seinen Verletzungen erlag. Bereits am Sonntag soll der 33-Jährige die Tochter eines früheren Kollegen sowie deren Partner getötet zu haben. Offenbar hat der Ex-Polizist und frühere Soldat einen Rachefeldzug gestartet.

Dorner befindet sich derzeit auf der Flucht. In den späten Abendstunden am Donnerstag wurde sein ausgebranntes Auto in der Bergregion von Big Bear Lake gefunden. Der Skiort Big Bear liegt etwa zwei Stunden von Los Angeles entfernt, woher der Verdächtige stammt. Nach dem Fund des ausgebrannten Autos wurde das Skigebiet geschlossen. Die Beamten gingen auf der Suche nach Dorner von Tür zu Tür. Zudem suchte die Polizei Berichten zufolge in Nevada nach dem Mann, wo er ein Haus nahe Las Vegas besitzen soll.

Dorner bedroht ehemalige Kollegen

Das FBI beschlagnahmte außerdem ein 22-seitiges "Manifest", das Dorner verfasst haben soll. Darin bedroht der ehemalige Polizist und Elitesoldat, der 2008 nach einer Falschaussage gegenüber Vorgesetzten aus dem aktiven Dienst entlassen wurde, mehr als 40 "potenzielle Zielscheiben", wie die Polizei in Los Angeles mitteilte. Darunter viele ehemalige Kollegen, die er für seinen Rausschmiss verantwortlich macht.

"Das ist ein Rachefeldzug gegen die Polizeibehörden im südlichen Kalifornien", sagte Charlie Beck, Chef des Los Angeles Police Departments (LAPD). Die Polizei habe Personenschutz für mehr als 40 Menschen angeordnet, die Dorner in seiner Internetbotschaft genannt habe. "Die Attacken hören auf, wenn die Behörden die Wahrheit über meine Unschuld sagen, ÖFFENTLICH!!!", heißt es in der Botschaft, die dem TV-Sender ABC vorlag.

Mörder ist Fan von Christoph Waltz

In dem Schreiben von Dorner werden auch diverse Hollywood-Schauspieler erwähnt, darunter Christoph Waltz. Der Oscar-Gewinner habe ihn in dem Film "'Inglorious Basterds' sehr beeindruckt", schreibt Dorner. Und nachdem er sich "Django Unchained" angeschaut habe, sei er "ein echter Fan". Er sei zu dem "Entschluss gekommen", dass Waltz "jetzt schon Züge von Daniel Day-Lewis und Morgan Freeman zeige". Die Nachricht endet mit den Worten: "Vertrauen Sie mir, wenn ich Ihnen sage, dass Sie eines Tages zu den ganz Großen zählen werden." Ebenfalls genannt werden Schauspieler Charlie Sheen, Starkoch Anthony Bourdain, "Seinfeld"-Erfinder Larry David und Moderatorin Ellen DeGeneres.

Die Polizei in Kalifornien befindet sich in höchster Alarmbereitschaft. "Dorner gilt als bewaffnet und extrem gefährlich", sagte der Polizeichef und ordnete an, alle Motorrad-Polizeistreifen vorerst einzustellen. "Die Kollegen auf den Motorrädern sind zu einfache Zielscheiben für einen frei herumlaufenden Killer."

mit AFP

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