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Holocaust-Leugnerin wird vor Auschwitz-Prozess bedrängt

In Detmold steht ein 94 Jahre alter früherer SS-Wachmann des Vernichtungslagers Auschwitz vor Gericht. Zum Prozessauftakt erschien auch die berüchtigte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck.

Ursula Haverbeck (M.) vor dem Gebäude der Industrie- und Handelskammer in Detmold

Muss von Polizisten geschützt werden: Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck (M.) bei ihrer Ankunft vor dem Gebäude der Industrie- und Handelskammer in Detmold

Vor dem Start des NS-Prozesses gegen einen ehemaligen SS-Wachmann des Konzentrationslagers Auschwitz in Detmold hat es einen Tumult um die Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck gegeben. Die 87-Jährige wurde nach Polizeiangaben am Donnerstagmorgen vor dem Besuchereingang körperlich bedrängt und musste von Beamten vor Übergriffen geschützt werden. Anschließend habe sie mit einem Auto den Ort verlassen, sagte ein Sprecher.

Die in rechtsextremen Kreisen populäre Haverbeck wurde zuletzt wegen Volksverhetzung in zwei Fällen zu zehn Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt. Sie hatte unter anderem im April 2015 am Rande des Lüneburger Prozesses gegen den früheren SS-Mann Oskar Gröning vor Journalisten behauptet, das KZ Auschwitz sei kein Vernichtungs-, sondern ein Arbeitslager gewesen. Haverbeck stand in der Vergangenheit bereits mehrfach wegen ihrer Äußerungen vor Gericht, wurde 2010 in München ebenfalls wegen Volksverhetzung zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt.

Die Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck
Holocaust geleugnet
87-jährige Nazi-Oma muss zehn Monate in Haft

Auschwitz sei kein Vernichtungslager gewesen, der Massenmord an den Juden habe nie stattgefunden. Auf diesem Standpunkt steht die rechtsextreme Ursula Haverbeck. Nun muss sie dafür ins Gefängnis.


mad/DPA
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