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263 Jahre Haft - Ex-US-Polizist wegen Vergewaltigungen verurteilt

Der Fall hatte in den USA für Wirbel gesorgt, weil alle Opfer Schwarze und alle Geschworenen Weiße waren: In Oklahoma City muss ein ehemaliger Polizist wegen mehrerer Vergewaltigungen für immer in Haft.

Vergewaltiger Daniel Holtzclaw bei Urteilsverkündung im Gericht in Oklahoma City

In 18 von 36 Anklagepunkten schuldig gesprochen: Daniel Holtzclaw bei der Urteilsverkündung im Gerichtssaal in Oklahoma City

Wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs zahlreicher schwarzer Frauen ist in den USA der ehemalige Polizist Daniel Holtzclaw zu 263 Jahren Haft verurteilt worden. Das entspricht der zuvor von einer Jury empfohlenen Strafe. Der Fall hatte in den USA für Wirbel gesorgt, weil sämtliche Opfer schwarze Frauen waren, die Jury aber nur aus Weißen und überwiegend aus Männern bestand.

Holtzclaw war wegen Sexualverbrechen an 13 schwarzen Frauen angeklagt. In acht Fällen konnten ihm die Taten nachgewiesen werden. Der Angeklagte wurde in 18 von 36 Anklagepunkten schuldig gesprochen, wie die Justizbehörden im südlichen Bundesstaat Oklahoma mitteilten. Sein Anwalt bezeichnete das Urteil laut Medienberichten als nicht überraschend.

Holtzclaw hatte die Taten in einem Viertel von Oklahoma City begangen, in dem überwiegend Menschen mit niedrigem Einkommen leben.Viele der Opfer seien bereits mit dem Gesetz in Konflikt gekommen, berichtet Vox.com. Fast alle der Frauen, die gegen den 29-Jährigen ausgesagt haben, hätten erklärt, dass sie ihre Vergewaltigungen nicht angezeigt hätten, weil sie davon ausgegangen seien, dass die Polizei ihnen ohnehin nicht glaube. Erst nachdem ein Opfer auf Drängen seiner Tochter Anzeige erstattet habe, sei eine Untersuchung von Holtzclaws Umgang mit Frauen eingeleitet worden, die schließlich zur Aufdeckung der Taten führte.

Der Verurteilte hatte seinen Job als Polizist verloren, als Anfang 2015 die Indizien gegen ihn zunahmen. Die Taten soll Holtzclaw zwischen Ende 2013 und Mitte 2014 begangen haben. Eine erste Anklage hatte es schon im November 2013 gegeben. Das damalige Vergewaltigungsopfer beschrieb, wie Holtzclaw ihr vor einem Restaurant aufgelauert habe, in welchem sie eine Mahlzeit für ihr im Krankenhaus liegendes Kind habe holen wollen. Der Mann habe sie anschließend mit dem Kopf gegen eine Mauer gestoßen und geohrfeigt. Dann habe er ihr Handschellen angelegt und ihr von hinten in den Schritt gefasst.

Der Staatsanwaltschaft zufolge hatte der damalige Polizist den großteils schwarzen Frauen mittleren Alters gezielt aufgelauert, da er diese als besonders "angreifbar" betrachtete. In der Sammelklage mehrerer Opfer hieß es, Holtzclaw habe seine Machtstellung als Polizist dabei "exzessiv und auf verbotene Weise" ausgenutzt. Durch die Vergewaltigungen habe er den Frauen "schweres psychisches und emotionales Leid" angetan. 

mad/AFP
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