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Vater zeigt SchülerVZ an

Schwere Vorwürfe gegen die Betreiber des Online-Netzwerkes SchülerVZ und den Verlag Holtzbrinck: Beide wurden angezeigt wegen der Verbreitung pornographischen Materials und wegen Volksverhetzung. Das bestätigte die Kriminalpolizei in Schwetzingen, bei der die Anzeige einging, stern.de.

Von Malte Arnsperger

Der Vater eines 13-jährigen Mädchens hat gegen die Betreiber des Online-Netzwerkes SchülerVZ und den Verlag Holtzbrinck Strafanzeige wegen der Verbreitung pornographischen Materials und wegen Volksverhetzung erstattet. Das bestätigte die Kriminalpolizei in Schwetzingen, bei der die Anzeige einging, stern.de.

Anlass für die Anzeige sind von Nutzern des Angebots eingestellte pornographische Fotos und Gruppen mit rechtsradikalen Bezeichnungen wie etwa "Hitler war schon ok, aber das mit den Autobahnen war echt daneben". Ende Juli dieses Jahres waren die Inhalte der Seiten durch eine Veröffentlichung auf stern.de bekannt geworden.

Bei Schülervz wollte man sich zu der Anzeige nicht äußern. "Kein Kommentar dazu, solange wir den Inhalt der Anzeige nicht kennen", sagte Sprecher Dirk Hensen stern.de. Ähnlich äußerte sich auch Konstantin Urban, Geschäftsführer von Holtzbrinck Ventures, dem Besitzer von SchülerVZ. "Ich kenne die Anzeige nicht und gebe deshalb dazu keinen Kommentar ab", sagte Urban stern.de.

Gestellt hat die Anzeige Ralf S. aus Schwetzingen, dessen 13-jährige Tochter sich bei Schülervz angemeldet hatte. Für ihn erfüllen die Inhalte des Angebots die Straftatbestände der Volksverhetzung nach Paragraf 130 des Strafgesetzbuches und der Verbreitung pornographischer Schriften nach Paragraf 184 des Strafgesetzbuches. Bei einer Verurteilung drohen Haftstrafen. "Diese Seite ist für Kinder freigegeben und trotzdem wird hier pornographisches Material zur Verfügung gestellt und der Holocaust geleugnet", sagte S. stern.de. "Deshalb habe ich gegen die Betreiber und Holtzbrinck als Besitzer der Seite Strafanzeige gestellt".

SchülerVZ wurde nach Bekanntwerden der jugendgefährdenden Inhalte im Juli von der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Dienste (FSM) verwarnt. Daraufhin begann Schülervz, Gruppen zu löschen und installierte einen Filter, um nach fragwürdigen Inhalten zu suchen. Holtzbrink-Manager Urban sagte, dass das Notwendige für den Jugendschutz getan werde. "Wir haben gerade den Millionsten Nutzer bei SchülerVZ begrüßt. Man kann nicht verhindern, dass bestimmte Inhalte dort eingestellt werden. Aber wir tun alles dafür, um sie so schnell wie möglich zu löschen."

Ralf S. hat auch gegen die FSM Anzeige erstattet, weil sie die Seite für Kinder ab 12 Jahren freigegeben hatte. "Meine Tochter hat sich auf dieses Prüfsiegel der FSM verlassen. Da aber trotzdem das jugendgefährdende Material auf SchülerVZ aufgetaucht ist und die FSM ihrer Aufgabe offensichtlich nicht ausreichend nachgekommen ist, habe ich auch gegen sie Anzeige erstattet."

Auch die FSM will zu den Vorwürfen bislang keine Stellung beziehen. "Die FSM hat bis dato keine Mitteilungen oder Informationen hinsichtlich einer gestellten Strafanzeige erhalten und kann deshalb hierzu keinerlei Stellungnahme abgeben", sagte FSM-Geschäftsführerin Sabine Frank stern.de. Sie verteidigte die Reaktion von FSM und SchülerVZ auf das Bekanntwerden der fragwürdigen Inhalte. "Die FSM reagiert bei ihre Mitglieder betreffenden Hinweisen oder Beschwerden zunächst mit der Prüfung des Sachverhalts. Soweit Verstöße gegen den Jugendmedienschutzes vorliegen, treten wir an das entsprechende Mitglied heran", sagte Frank stern.de. "Nach Kenntnisstand der FSM hat SchülerVZ nach der Benachrichtigung durch die FSM auf den Sachverhalt reagiert und bereits weitreichende Maßnahmen vorgenommen."

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