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"Frauen sind Freiwild, und das mitten in der Stadt"

Nach den sexuellen Übergriffen am Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht zeigt sich die Öffentlichkeit schockiert. Eine Presseschau.

  In Köln kam es in der Silvesternacht am Hauptbahnhof zu mehreren Übergriffen auf Frauen

In Köln kam es in der Silvesternacht am Hauptbahnhof zu mehreren Übergriffen auf Frauen

Die Angriffe auf Frauen in der Silvesternacht in Köln haben deutschlandweit Entsetzen und Betroffenheit ausgelöst. 60 Anzeigen sind bisher bei der Polizei Köln eingegangen. Die Presse sucht nach Schuldigen.

Kölner Stadt-Anzeiger

"Die Kölner Polizei-Führung? Ist überrascht. Die Überraschung muss groß gewesen sein, denn sie hat vier Tage gebraucht, um sich schließlich am Montag zu Wort zu melden. Mehr als gehobenes Achselzucken ist nicht dabei herausgekommen.

Wo kam der Mob denn her? Die Silvesternacht wirft Fragen auf, die das ganze Land angehen. Die drängendste ist gar nicht, wer zur Zeit nach Deutschland kommt – sondern wer bereits hier ist. Einem solchen Mob Einhalt zu gebieten, wie es die Politik unisono gerade fordert, ist ja das eine, das Selbstverständliche. Die andere Frage ist: Wo kam der Mob denn her? Und: Auf welcher Grundlage sind diese Menschen hier, die sich offenbar aus dem Kriminellen-Milieu speisen? Es sind Antworten von offizieller Stelle notwendig – wenn nicht die Gehör finden sollen, die alles schon vorher wussten. Niemandem ist gedient mit Beschwichtigung und Verkleisterung. Die Fakten müssen auf den Tisch."


Spiegel Online

"Das Ergebnis der simplen Rechnung steht für viele schnell fest, wie sich in den sozialen Netzwerken, auf Facebook und Twitter nachlesen lässt: Muslimische Flüchtlinge sind kriminelle Sexualstraftäter, sie hätten nie ins Land gelassen werden dürfen, und jetzt müssen sie alle abgeschoben werden.
Dieser einfache Schluss ist falsch, denn einfach ist fast nichts, versucht man die Vorgänge in der Silvesternacht in Köln zu erklären. Nur eines kann man jetzt feststellen: Die Übergriffe sind erschreckend, sie sind nicht hinnehmbar, sie dürfen sich nicht wiederholen. Die Täter müssen gefunden und bestraft werden. [...] Auch die pauschale Schuldzuweisung, die Täter seien Flüchtlinge gewesen, ist zum jetzigen Zeitpunkt falsch. Noch wissen wir schlicht zu wenig über die Kölner Grapscher und Diebe, noch laufen die Ermittlungen. Zudem handelt es sich bei den Menschen, die in Deutschland Asyl beantragen, nicht um eine homogene Gruppe."

Kölnische Rundschau 

"Symbolträchtig ist es allemal, wenn reihenweise junge Frauen auf einem der zentralsten Plätze der Stadt vor dem Wahrzeichen Kölns begrapscht, beraubt und in einem Fall sogar vergewaltigt werden. Mit Vehemenz wehrt sich die Polizei gegen den Vorwurf, es gebe rechtsfreie Räume in dieser Stadt. Am Silvesterabend gab es sie. Und die Hilflosigkeit der Polizei wirkt erschreckend. Die Rhetorik der Verantwortlichen erinnert verblüffend an den missglückten Polizeieinsatz bei der Hogesa-Demonstration Ende 2014 am Breslauer Platz, als dort etwa 4000 Hooligans und Rechte gewütet hatten. Auch damals sei die Eskalation nicht absehbar gewesen, die Polizei hatte sich von der Übermacht der Gegner überrumpeln lassen. Tausend Tatverdächtige, die vor dem Bahnhof über Feiernde herfallen, bedeuten in der Tat eine nie erlebte Dimension der Kriminalität und zugleich eine Brüskierung des Rechtsstaats."


Huffington Post Deutschland

"Es ist schon fast bemerkenswert, dass eigentlich keine Betrachtung eines bestimmten Teilaspektes in der Flüchtlingsfrage ohne saftige Medienkritik auskommt. Stets steht auf der einen Seite die Auseinandersetzung mit dem spezifischen Aspekt selbst und auf der anderen die Kritik an der medialen Berichterstattung zu dem jeweiligen Thema.

Die Flüchtlingskrise - das ist mir schon früh bewusst geworden - muss mehr als die meisten anderen Themen stets aus diesen beiden Perspektiven betrachtet und analysiert werden. Kritik an der Politik geht hierbei immer auch einher mit Kritik an der hiesigen Medienlandschaft. [...] Ein solcher Fall des Desinformierens oder eben im Falle der etablierten überregionalen Medien gar nicht Informierens stellen für mich die Vorkommnisse rund um den Kölner Hauptbahnhof in der Nacht zum ersten Januar dar."

Berliner Zeitung

"Frauen sind Freiwild, und das mitten in der Stadt. Dort, wo Köln für Hunderttausende Touristen – und seine Bürger ohnehin – am sichtbarsten Köln ist. Im Schatten des Domes, vor und im Hauptbahnhof. Seit langem herrschen dort und am angrenzenden Rheinufer anarchische Zustände. Vor den Portalen des Gotteshauses wird mit Drogen gehandelt, auf den angrenzenden Grünflächen riskieren Menschen, am hellen Tag ausgeraubt zu werden. Was sich in der Silvesternacht ereignet hat, ist jedoch von neuer Dimension. Organisierte Groß-Banden überfallen Frauen, entkleiden, berauben und beschimpfen sie. Das ist mehr als die Abwesenheit des Rechtsstaates. Es ist die schlimmste Form seiner Verhöhnung, denn er wird nicht ernst genommen. Was sich jetzt ereignet hat, mag als Entwicklung überraschend sein. Dass indes auch Tage später kein Verantwortlicher öffentlich ein Signal gibt, man werde derartige Zustände nicht hinnehmen, ist bedenklich. Wenngleich es ins Bild passt."

Neue Westfälische

"Eine neue Form der Gewalt hat Deutschland erreicht. In der Silvesternacht versammelten sich in Köln 1.000 offenbar nordafrikanische und arabische Männer auf dem Platz zwischen Bahnhof und Dom. Im Schutz des Mobs umzingelten mehrere Gruppen mindestens 60 Frauen, um sie zu beleidigen, anzufassen, auszurauben und zu vergewaltigen. Die Polizei spricht von einer völlig neuen Dimension und sucht noch nach passenden Begriffen für die Demütigungen, die die Opfer zum Start in das neue Jahr über sich ergehen lassen mussten. Die Schilderungen der Opfer erschüttern: "Ich hatte Finger an allen Körperöffnungen" oder "Sie haben mir den Slip vom Körper gerissen". Die Aussagen erinnern an die Übergriffe auf Frauen während des arabischen Frühlings auf dem ägyptischen Tahrir-Platz. In Kairo und Köln haben sich keine Einzeltäter an Frauen vergriffen, sondern organisierte Gruppen. Die Szenen aus Köln machen deutlich, dass Deutschland ein Problem mit Banden aus dem nordafrikanischen und arabischen Raum hat."

jen
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