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Randale bei Volksfest sorgt für Diskussion: "So eine Lage hatten wir noch nicht"

Flaschenwürfe, sexuelle Belästigungen und Sachbeschädigungen: Ein Volksfest in Schorndorf, einem kleinen Städtchen der Nähe von Stuttgart, endete in Krawallen. Auch für die Polizei wurde es gefährlich. 

Matthias Klopfer (l.), Oberbürgermeister von Schorndorf und Roland Eisele (r.), Polizeipräsident in Aalen

Matthias Klopfer (l.), Oberbürgermeister von Schorndorf und Roland Eisele (r.), Polizeipräsident in Aalen, beantworten Fragen von Journalisten zu den Vorfällen beim Volksfest in Schorndorf

Knapp 40.000 Seelen zählt , ein Städtchen in der Nähe von Stuttgart. Meistens führen die Einwohner hier ein beschauliches Leben. Doch am vergangenen Wochenende eskalierte bei einem Volksfest die Lage. In der Nacht zum Sonntag versammelten sich nach Angaben der Polizei etwa 1000 Jugendliche im Schlosspark, wo das Fest stattfand. "Bei einem großen Teil handelte es sich wohl um Personen mit Migrationshintergrund", heißt es dazu in einer Pressemitteilung. "Wie viele es genau waren, lässt sich jedoch nicht sagen", betonte der Polizeipräsident von Aalen, Roland Eisele, während einer Pressekonferenz am Montag. "Es waren viele, aber nicht alle."

Nach Informationen des Schorndorfer Oberbürgermeisters Matthias Klopfer waren unter den rund 1000 Feiernden in der Nacht zum Sonntag vorrangig Abiturienten und Realschüler vertreten, berichtet der SWR. Nach Mitternacht sollen dann Menschen mit Migrationshintergrund hinzugekommen sein.

Die Randalierer bewarfen die Feiernden und die Beamten mit Flaschen. Als ein Tatverdächtiger wegen einer gefährlichen Körperverletzung festgenommen werden sollte, widersetzte er sich der Festnahme. Daraufhin sollen sich die Umstehenden mit dem verdächtigen Mann solidarisiert haben. Mehrere Beamte mussten in Schutzausstattung die Festnahme abschirmen. "So eine Lage haben wir in Schorndorf noch nicht gehabt", sagte .

Alkoholkonsum als Auslöser

Später zogen nach Darstellung der die Randalierer in Gruppen von 30 bis 50 Personen durch die Innenstadt. Laut Zeugenaussagen sollen einzelne Personen dabei mit Messern bewaffnet gewesen sein. Außerdem soll ein Schuss aus einer Schreckschusswaffe gefallen sein. Im Verlaufe der Nacht wurden zwei Einsatzfahrzeuge der Polizei mit Graffiti besprüht, ein Einsatzfahrzeug durch ein Flaschenwurf beschädigt und an sechs Fahrzeugen die Kennzeichen abmontiert und gestohlen.

Um die massive Aggression in den Griff zu bekommen, mussten zahlreiche Einsatzkräfte aus umliegenden Landkreisen angefordert werden. Als Hauptproblem identifizierte die Polizei den Alkoholkonsum der Jugendlichen. "Alkohol ist ein Gewalt-Transmitter", so der Polizeipräsident. "Je länger die Feste gehen, je länger Alkohol ausgeschenkt wird, desto höher wird die Gewaltbereitschaft."

Verdächtige in zwei Fällen von sexueller Belästigung

Am Rande des war es außerdem zu sexuellen Belästigungen von Festbesucherinnen gekommen. Am Freitagabend wurden der Polizei bislang drei Vorfälle gemeldet, bei denen Frauen von Männern auf dem Marktplatz sexuell belästigt wurden. In einem der Fälle wurde ein 22-jähriger Iraker als Tatverdächtiger ermittelt. 

Am Samstag soll es am Bahnhofsvorplatz zu einer sexuellen gekommen sein. Nach derzeitigem Ermittlungsstand sollen drei Männer eine 17-Jährige festgehalten und am Gesäß angefasst haben. Hier konnten drei Afghanen im Alter zwischen 18 und 20 Jahren als Verdächtige identifiziert werden. "Haftbefehle wurden nicht erlassen", sagte Eisele. 

Polizei bitten Zeugen, sich zu melden

Die Polizei bittet nun Zeugen, die die Vorfälle beobachtet haben und Hinweise zu den Tätern geben können, sich beim Polizeirevier Schorndorf, Telefon 07181-204-0, zu melden. "Wir hoffen weiter darauf, dass sich mögliche Geschädigte oder Zeugen bei uns melden", sagte ein Polizeisprecher. Auf einen entsprechenden Aufruf der Polizei vom Sonntag hätten sich bislang vergleichsweise wenige Menschen gemeldet.

Video- oder Fotoaufnahmen von den Vorfällen, die als Beweismaterial dienen könnten, sollen per E-Mail an schorndorf.prev@polizei.bwl.de gesendet werden.

ivi

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