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Am 11. Januar wird Frank Van Den Bleeken sterben

Er hat gemordet, vergewaltigt - und will sterben, weil er nicht an eine Heilung glaubt: Am 11. Januar soll Frank Van Den Bleeken eine tödliche Injektion bekommen. Ihm war Sterbehilfe bewilligt worden.

  51 Jahre ist Frank Van Den Bleeken nun alt - als 20-Jähriger wurde er verurteilt

51 Jahre ist Frank Van Den Bleeken nun alt - als 20-Jähriger wurde er verurteilt

Er hat seine Entscheidung bewusst getroffen: Der Belgier Frank Van Den Bleeken, 51, will sterben. Er will sterben, weil er sich für gefährlich hält und weil ein Leben in Freiheit für ihn nicht mehr in Frage kommt. Als 20-Jähriger wurde er wegen Mordes und mehreren Vergewaltigungen verurteilt, seither sitzt er in Haft. Im vergangenen Jahr hatte er #link; http://www.stern.de/2152480.html;Sterbehilfe# beantragt, Ende September wurde sie ihm bewilligt. Nun steht der Termin fest: Am 11. Januar soll Van Den Bleeken die tödliche Injektion bekommen.

Der Grund für seinen Todeswunsch: Die sexuellen Wahnvorstellungen lassen ihn auch hinter Gittern nicht los. Er sei eine Gefahr für die Gesellschaft, glaubt er selbst, er sei nicht ausreichend therapiert worden. Freigelassen werden wolle er daher nicht. Anträge, in eine niederländische Spezialklinik verlegt zu werden, waren abgewiesen worden.

Es ist ein ungewöhnlicher Fall, der grundsätzliche Fragen aufwirft. Auch, weil er bereits Nachahmer findet. Mindestens 15 weitere Häftlinge haben inzwischen Anträge auf Sterbehilfe gestellt. Sie wollen lieber den Tod, als ihr Leben hinter Gittern zu verbringen.

Ärzte bescheinigen unheilbare Krankheit

In Belgien ist aktive Sterbehilfe erlaubt - jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen. Unter anderem muss der Betreffende sich in einer medizinisch ausweglosen Situation befinden, weil ein starkes physisches oder psychisches Leiden nicht gelindert werden kann. Vor Van Den Bleeken hatten in Belgien vor allem Menschen die Sterbehilfe in Anspruch genommen, die unter unheilbaren körperlichen Schmerzen litten. Im Vorfeld der Entscheidung über seinen Antrag war auch der Häftling von einem Medizinerteam untersucht worden. Bei einem früheren Gutachten vor wenigen Jahren hatten die Ärzte noch an einen möglichen Therapieerfolg geglaubt. Nun sahen sie es anders: Sie bescheinigten ihm ein unheilbares Leiden.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz kritisiert die Sterbehilfe im Fall Van Den Bleeken klar. Durch die Anwendung der Gesetze würden "Recht und Humanität" auseinanderdriften, sagt ihr Vorsitzender Eugen Brysch. "Töten statt Therapie, so die kühle Logik der Sterbehilfepraxis in Belgien."

In #link; http://www.stern.de/2152340.html;Deutschland ist aktive Sterbehilfe strafbar#. Wer jemanden auf dessen Wunsch tötet, wird wegen Tötung auf Verlangen mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft. Anders verhält es sich mit der passiven Sterbehilfe: Ärzte dürfen bei Schwerkranken lebenserhaltende Maßnahmen abbrechen. Die Niederlande waren 2001 das erste Land, das aktive Sterbehilfe erlaubte, kurz darauf #link; http://www.stern.de/217534.html;folgte Belgien#.

car

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