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"Anhaltende Schmerzen"

Einer der größten Schweinezüchter Deutschlands, die Straathof Holding, verstößt seit Jahren gegen den Tierschutz. Das belegen Dokumente, die dem stern vorliegen. Ein Landkreis stellte Strafanzeige.

Von Johannes Röhrig

Gegen einen der größten Schweinezüchter in Deutschland, den Niederländer Adrianus Straathof, ermitteln die Behörden wegen des Verdachts schwerer Tierschutzverletzungen. Das berichtet der stern in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe.

Die Straathof-Holding – Slogan: "Begeisterung für Ferkel" - produziert nach eigenen Angaben rund eine Million Jungtiere im Jahr. Allein in Sachsen-Anhalt betreibt das Unternehmen fünf Zucht- und Mastbetriebe, in Mecklenburg-Vorpommern zieht die Firma Europas größte Ferkelfabrik auf.

Straathof hat vor allem in Sachsen-Anhalt seit Jahren Ärger mit der Agraraufsicht. Dem stern liegen interne Akten dazu vor, die systematische Verstöße gegen das Tierschutzgesetz belegen. So bemängelten die Veterinäre seit 2009 vor allem eine zu enge Haltung der Zuchtsauen in den Kastenständen, aber auch die "mangelnde Behandlung verletzter Tiere" sowie die "starke Verschmutzung des Fußbodens und der Tiere".

Anfang April stellte der Landkreis schließlich Strafanzeige. "Nunmehr ist festzustellen", heißt es darin, "dass sich die Verstöße gegen das Tierschutzgesetz manifestierten, die gehaltenen Tiere über einen Zeitraum von mehreren Jahren anhaltenden Schmerzen und Leiden ausgesetzt waren und dieser Zustand unverändert anhält."

Das Unternehmen wies die "Vorwürfe aus der Strafanzeige" auf stern-Anfrage als "unbegründet" zurück.

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