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Zimmermädchen bekommt angeblich 4,6 Millionen Euro

Laut eines Medienberichts zahlt Dominique Strauss-Kahn 4,6 Millionen Euro an das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer Nafissatou Diallo. Das Geld muss sich der Ex-IWF-Chef leihen - auch von seiner Frau.

Der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn hat sich einem Medienbericht zufolge außergerichtlich mit dem New Yorker Zimmermädchen geeinigt, das ihn wegen mutmaßlicher Vergewaltigung auf Schadensersatz verklagt hat. Strauss-Kahn und Nafissatou Diallo hätten sich "im Stillen" auf die Einstellung des Zivilverfahrens verständigt, berichtete die "New York Times" am Donnerstagabend unter Berufung auf mit dem Fall vertraute Kreise.

Die Einigung sei aber noch vorläufig, der Vergleich noch nicht unterzeichnet. Die Anwälte der beiden sollen in der kommenden Woche vor einem New Yorker Gericht erscheinen.

Strauss-Kahn leiht sich Geld von seiner Frau

Über die Einzelheiten der Einigung und die Höhe einer möglichen Zahlung von Strauss-Kahn an das Zimmermädchen wurde offiziell nichts bekannt. Laut der Zeitung "Le Monde" sollen es sechs Millionen Euro, also 4,6 Millionen Euro, sein. Den Betrag nannte Strauss-Kahn demnach gegenüber Vertrauten. Diallo hatte eine Entschädigung in nicht genannter Höhe gefordert. Der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) hatte das Zimmermädchen im Gegenzug wegen Verleumdung auf Schadenersatz verklagt.

Laut "Le Monde" will sich Strauss-Kahn drei Millionen Dollar bei einer Bank leihen, um das Geld überweisen zu können. Die andere Hälfte soll ihm demnach seine Frau Anne Sinclair leihen, von der Strauss-Kahn seit dem Sommer getrennt lebt.

Strauss-Kahn war Mitte Mai 2011 am New Yorker Flughafen John F. Kennedy festgenommen und wegen versuchter Vergewaltigung und erzwungenen Oralverkehrs angeklagt worden. Im Zuge der Affäre musste der einstige Hoffnungsträger der französischen Sozialisten von der IWF-Spitze weichen und seine Ambitionen auf das Präsidentenamt in Frankreich begraben. Dass es zu einem sexuellen Kontakt Strauss-Kahns mit dem Zimmermädchen im Sofitel im Herzen Manhattans gekommen war, gilt als erwiesen. Der 63-Jährige spricht jedoch von einvernehmlichem Sex.

Ende August 2011 stellte die US-Justiz die Strafverfolgung wegen Zweifeln an Diallos Glaubwürdigkeit ein. Die von der Hotelangestellten angestrengte Zivilklage gegen Strauss-Kahn blieb davon aber unberührt. Im vergangenen Mai hatte ein New Yorker Gericht grünes Licht für einen Zivilprozess gegen den Franzosen gegeben. Das Verfahren machte seitdem aber keine Fortschritte.

swd/AFP/AFP

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