Startseite

Rekord-Schmerzensgeld für vergewaltigte Schülerin

Als 16-Jährige war sie tagelang gefangen in der Wohnung eines Vergewaltigers in Solingen. Ein Gericht sprach der heute 20-Jährigen ein Schmerzensgeld zu - mehr als ihr Anwalt gefordert hatte.

  Richter Karsten Bremer, der Vizepräsident des Landgerichts, Siegfried Mielke und Richterin Kerstin Planken (v.l.) vom Wuppertaler Landgericht sprachen dem Vergewaltigungsopfer das Schmerzensgeld zu.

Richter Karsten Bremer, der Vizepräsident des Landgerichts, Siegfried Mielke und Richterin Kerstin Planken (v.l.) vom Wuppertaler Landgericht sprachen dem Vergewaltigungsopfer das Schmerzensgeld zu.

Eine vergewaltigte junge Frau hat ein Rekord-Schmerzensgeld in Höhe von 100.000 Euro erstritten. Das Wuppertaler Landgericht ging mit der Summe am Dienstag noch über die Forderung der 20-Jährigen hinaus. Es ist nach Gerichtsangaben das höchste bislang in Deutschland verhängte Schmerzensgeld für ein Vergewaltigungsopfer. "Wir sind zwar gehalten, uns an vergleichbaren Fällen zu orientieren. Die bisherigen Zahlungen erscheinen uns aber einfach zu niedrig", sagte der Vorsitzende Richter. Der Anwalt des Vergewaltigers will die Entscheidung anfechten.

Das Gericht würdigte die besonders schwerwiegenden Umstände der Tat. Die Frau werde dauerhaft beeinträchtigt sein. Dem müsse das Gericht Rechnung tragen. Ihr Anwalt hatte 80 000 Euro gefordert. Die heute 20-jährige Frau war als Schülerin im Alter von 16 Jahren im Mai 2009 in Solingen auf dem Schulweg überfallen, entführt, tagelang gefangen gehalten und mehrfach vergewaltigt worden. Zur Tatzeit war sie schwanger. Nach vier Tagen im Haus des damals 29-Jährigen gelang ihr die Flucht. Die Schülerin hatte sich in ihr nur 300 Meter entferntes Elternhaus retten können, als der Täter das Haus wegen einer Familienfeier verlassen hatte. Er war noch während der Feier festgenommen worden.

Vergewaltiger seit vier Jahren in Haft

Der Täter war 2009 zu zwölfeinhalb Jahren Haft wegen Geiselnahme und Vergewaltigung verurteilt worden. Gutachter hatten den Mann als besonders gefährlich eingestuft. Weil er Ersttäter war, konnte das Gericht aber keine Sicherungsverwahrung gegen ihn verhängen. Der Sexualverbrecher stammt aus wohlhabendem Elternhaus und soll Immobilien besitzen.

Das Wuppertaler Landgericht war schon bei seinem Strafurteil über das von der Staatsanwaltschaft geforderte Strafmaß hinausgegangen und hatte ein "unfasslich anmutendes Tatgeschehen" angedeutet. Der arbeitslose Verkäufer hatte die Schülerin mindestens viermal stundenlang vergewaltigt.

Drehbuch für die Geiselnahme

Obwohl die Schülerin ihrem Peiniger sagte, im vierten Monat schwanger zu sein, hatte der 29-Jährige nicht von ihr abgelassen. Immer wieder hatte er gedroht, sie umzubringen, wenn sie nicht leise sei. Er werde sie nie wieder gehen lassen. Für das ungeborene Kind soll der Sexualverbrecher auch Pläne gehabt haben: "Wird es ein Junge, dann töte ich ihn. Wird es ein Mädchen, missbrauche ich auch das." Im Prozess hatte der Vergewaltiger gesagt,er habe das Baby nicht töten wollen, falls es ein Junge wird, sondern in eine Baby-Klappe legen wollen.

Der psychiatrische Gutachter hatte vor dem Solinger eindringlich gewarnt: Der Mann habe die Tat genossen und sich ihm gegenüber sehr erschreckend geäußert: "Hätte ich gewusst, wie toll das ist, hätte ich so etwas schon viel früher getan." Der Mann sei ein schizoider Einzelgänger, der keine Reue zeige und sehr geplant handle. In seiner Wohnung fanden die Ermittler sogar eine Art Drehbuch für die Geiselnahme.

swd/DPA/DPA

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Zu hohe Inkassogebühren, rechtens?
Hallo, ich habe am 20 März 15 einen Vertrag über 12 Monate mit einem Fitness-Studio abgeschlossen. Die Kosten (9,98 € 14-Tägig, 39,99€ Verwaltung einmalig, 19,99 Trainer und Servicepauschale Jährlich) sollten per Einzugsermächtigung abgebucht werden. Kürzlich bekam ich überraschend einen Brief von einem Inkassobüro mit der Zahlungsaufforderung für die gesamten 12 Monate inkl. der Verwaltung und Servicepauschale + Auslagen des Gläubigers (63,38€), Zinsen (1,42€), Geschäftsgebühr (45€), Auskunftskosten (5€) , Auslagenpauschale (9€) Hauptforderung 320,28€ Offene Forderung 444,08€ Nach dem ich mich bei der Firma erkundet habe, sagten sie mir, dass Zahlung zurückgegangen ist da mein Konto nicht gedeckt sei. Fakt war das sie einen Zahhlendreher in der Kontonummer hatten obwohl im meinem Durchschlag die Richtige Kontonummer angegeben wurde. Aber im Original hat jemand aus einer 3 eine 8 geändert. Nach Überprüfung konnte ich Feststellen das es diese Kontonummer gar nicht gibt und das diese vom System gar nicht angenommen wird. Spätestens da hätte man mich doch hinweisen oder fragen können was mit dem Konto sei. Es kam nie ein zu einem Zahhlungsrückgang, noch zu einer Zahlungserinnerung Mahnung seitens des Fitnessstudios. Die AGB´s habe ich nie zu Gesicht nie bekommen und auch nicht gelesen - diese stehen (nach meiner Recherche) im Internet aber auch nicht definiert wie man in Zahlungsverzug kommt. Leider habe ich unterschrieben das sie mir bekannt sind. Dies steht ganz kleingedruckt im Durchschlag. Ich habe der Firma vorgeschlagen die offenen Beiträge bis jetzt zu bezahlen und für die Zukunft eine neue Einzugsermächtigung zu erteilen, was sie aber abgelehnt haben und mir gesagt haben ich soll dies mit dem Inkassobüro klären. Der Fitnessvertrag ist somit gesperrt seit einem Monat. Da ich aber mit den Gebühren, Mahnspesen von dem Inkassobüro nicht einverstanden bin weiß ich nicht ob ich diese bezahlen muss. Ich habe dem Inkassobüro auch vorgeschlagen die offenen Beiträge zu begleichen und diese dann wie vertraglich vereinbart abgebucht werden. Sie haben mir angeboten diese in einem Jahr zu einem monatlichen Beitrag von 35€ abzuzahlen. Dies währen Mehrkosten von 100€, ist das rechtens? Bitte Antworten sie mir in einer Sprache die ich auch versteh - mit langen Gesetzestexten kann ich leider nicht umgehen Und was Sie denken was ich tun soll was rechtens ist. Vielen Dank im Voraus

Partner-Tools