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Polizisten erschießen 17-Jährige auf Wache

Schockierender Fall von Polizeigewalt: Eine Jugendliche wird in Texas auf einer Polizeiwache erschossen. Ein Überwachungsvideo dokumentiert die Tat - und sorgt in den USA erneut für Diskussionen.

Von Lisa-Marie Eckardt

  Auf der Facebook-Seite "In Loving Memory of Kristiana Coignard" gedenken Freunde und Verwandte der getöteten 17-Jährigen

Auf der Facebook-Seite "In Loving Memory of Kristiana Coignard" gedenken Freunde und Verwandte der getöteten 17-Jährigen

Ein neuer Fall von Polizeigewalt schockiert die USA: Im Bundesstaat Texas ist ein 17 Jahre altes Mädchen in einer Polizeiwache erschossen worden. Ein Überwachungsvideo, das die örtliche Polizei veröffentlichte, zeigt die grausame Szene.

Samtagabend, 22. Januar, 18.30 Uhr: Ein junges Mädchen betritt die Polizeiwache in der Stadt Longview östlich von Dallas. Sie schaut sich suchend um, streift orientierungslos durch den menschenleeren Raum. Mehrere Minuten steht sie einfach nur herum, ohne sich bemerkbar zu machen. Sie wirkt schüchtern, scheint sich nicht zu trauen, fremde Menschen anzusprechen. Doch sie entdeckt in der Wartehalle ein Telefon und versucht irgendjemanden zu erreichen.

Was dann passiert, sorgt für Entsetzen. Im Laufe des insgesamt 23-minütigen Überwachungsvideo der Polizei wird Kristina Coignard sterben. Als ein Polizist die Wache betritt, kommt es aus einem nicht erkennbarem Grund zu einem Gerangel zwischen ihm und dem Mädchen. Er drückt sie auf eine Sitzbank. Die 17-Jährige habe ein Messer bei sich getragen, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Als weitere Beamte dazukommen und die Jugendliche auf einen Polizisten losstürmt, feuern zwei Beamte insgesamt fünf Schüsse auf sie ab.

Mädchen war psychisch krank

Ein Fall der nach Ferguson die Diskussion um Polizeigewalt in den USA erneut anheizt.

Kristina Coignard soll psychisch krank gewesen sein. Sie litt unter Depressionen und einer bipolaren Störung, sagt ihre Tante Heather Robertson in einem Interview mit dem US-Blog Thinkprogress. Im letzten Jahr habe sie zweimal versucht, sich das Leben zu nehmen. "Ich denke, es war ein Hilferuf", sagte Robertson. Die Polizisten hätten etwas tun können, um ihr zu helfen. "Ich glaube, sie verschweigen etwas."

Der Vorfall wird nun untersucht, die drei beteiligten Polizisten wurden vom Dienst suspendiert. In den USA sterben immer wieder Bürger durch Polizeigewalt.

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