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Anschläge wurden mit derselben Waffe verübt

Vergangene Woche drei Fallschirmjäger, jetzt drei Kinder und ein Lehrer vor einer jüdischen Schule: In Toulouse geht nach den Mordanschlägen der vergangenen Tage die Angst um. Inzwischen hat die Polizei festgestellt: Bei allen Bluttaten wurde dieselbe Waffe benutzt.

Der tödliche Angriff auf die jüdische Schule in Toulouse ist mit derselben Waffe verübt worden, mit der in den Tagen zuvor in der Region gezielt Soldaten erschossen worden waren. In allen drei Fällen sei dieselbe Waffe vom Kaliber 11,43 Millimeter verwendet worden. Das habe die ballistische Untersuchung ergeben, verlautete am Montag aus Ermittlerkreisen.

Nach weiteren Angaben der Nachrichtenagentur AFP aus Ermittlerkreisen benutzte der Täter für die Flucht zudem den gleichen Motorroller. Dieser soll kurz vor dem ersten Anschlag in Toulouse gestohlen worden sei.

Ein Unbekannter hatte am Morgen vor der Schule vier Menschen getötet, darunter einen Religionslehrer und seine beiden Kinder im Alter von drei und sechs Jahren. Anschließend floh er Augenzeugen zufolge auf einem Motorroller. In den vergangenen Tagen hatte es bereits zwei Anschläge auf Fallschirmjäger in Toulouse und der nahe gelegenen Stadt Montauban gegeben, bei denen der Täter ebenfalls auf einem Motorroller floh.

Angreifer verfolgte Kinder bis ins Gebäude

Die Behörden gaben unterdessen Einzelheiten der Gewalttat vor der Schule bekannt: Demnach schoss der Täter vor dem Schulgebäude mit einer Neun-Millimeter-Waffe auf einen Mann. Dann stellte er seinen Motorroller ab, ging auf das Schulgelände zu und feuerte mit einer Waffe des Kalibers 11,43 Millimeter. Der Mann schoss laut Staatsanwaltschaft wahllos auf Erwachsene und Kinder; Kinder habe er sogar bis ins Schulgebäude verfolgt. Dann ergriff der Täter mit seinem Motorroller die Flucht.

Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy hat den Anschlag als "nationale Tragödie" bezeichnet. Für Dienstag ordnete er eine Schweigeminute zum Gedenken an die getöteten Kinder in allen Schulen des Landes an. "Es sind unser aller Kinder", betonte der Präsident.

Sarkozy zeigte sich verblüfft von den Ähnlichkeiten der Taten. Er sicherte zu, dass alles getan werde, um den Mörder schnell zu fassen. Das Innenministerium ordnete eine verschärfte Überwachung jüdischer Einrichtungen in Frankreich an. Die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen. Sarkozy war noch am Vormittag in Begleitung von mehreren Ministern und dem Großrabbiner des Landes nach Toulouse geeilt. Auch sein sozialistischer Herausforderer François Hollande unterbrach den Wahlkampf, um an den Tatort zu reisen.

In Toulouse geht die Angst um

In Toulouse geht unterdessen die Angst vor weiteren Anschlägen um. "Wir sind extrem beunruhigt", sagte der Bürgermeister der südfranzösischen Stadt, Pierre Cohen. Es gelte, den Täter schleunigst dingfest zu machen. Derartige Anschläge auf Schulen habe es in Frankreich bisher nicht gegeben. "Das ist der Horror", sagte Cohen, der von einer "großen Traurigkeit" sprach.

Der Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses (EJC), Moshe Kantor, forderte die französischen Behörden auf, "alles" zur Ergreifung des Täters zu tun. Offenbar habe dieser gezielt jüdische Kinder angreifen wollen, um in der Gemeinde Angst zu verbreiten. Dies werde ihm jedoch nicht gelingen, versicherte Kantor. Die Juden in Frankreich hätten eine "lange Tradition der Standhaftigkeit angesichts von Hass und Gewalt".

Das in Brüssel ansässige Rabbiner-Zentrum für Europa (Rabbinical Centre of Europe, RCE) verurteilte die Tat in einer Erklärung als "Barbarei". Die jüdische Gemeinschaft lasse sich nicht einschüchtern. "Wir werden mehr Schulen, Synagogen und andere jüdische Einrichtungen bauen."

mad/kng/AFP/DPA/DPA

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