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Vermieterin darf Raucher kündigen

Darf man einem starken Raucher die Wohnung kündigen? Darüber streiten Friedhelm Adolfs und seine Vermieterin. Vor Gericht musste der Mieter jetzt eine Niederlage einstecken.

  Muss wegen Rauchens nach mehr als vierzig Jahren seine Wohnung womöglich verlassen: Friedhelm Adolfs.

Muss wegen Rauchens nach mehr als vierzig Jahren seine Wohnung womöglich verlassen: Friedhelm Adolfs.

Belästigt ein Mieter durch Zigarettenrauch seine Nachbarn, darf ihm die Wohnung gekündigt werden. Das hat das Amtsgericht Düsseldorf entschieden. Der Vermieter eines Mehrparteienhauses müsse es nicht dulden, wenn Zigarettenrauch im Treppenhaus zu einer unzumutbaren und unerträglichen Geruchsbelästigung führe. Dies gelte, obwohl ein Mieter grundsätzlich in seiner Wohnung rauchen dürfe.

Konkret ging es um den Mieter Friedhelm Adolfs, dem nach 40 Jahren die Kündigung für seine einstige Dienst- und jetzige Mietwohnung zugestellt worden war. Die Vermieterin argumentierte, der Rauch aus seiner Wohnung belästige die Hausnachbarn, weil er nicht über die Fenster, sondern in den Hausflur abziehe. Der 75-jährige Mieter hatte das bestritten. Außerdem könne er nichts dafür, dass seine Wohnungstür undicht sei.

Der Rechtsstreit des rauchenden Rentners hatte bereits im Vorfeld große Aufmerksamkeit erregt. Regionale Raucherinitiativen erhoben Adolfs zur Symbolfigur im Kampf gegen Einschränkungen für Raucher. Im Gespräch mit stern.de hatte Adolfs angekündigt, "notfalls bis zum Bundesverfassungsgericht" zu gehen.

Das Amtsgericht entschied am Mittwoch zugunsten der Vermieterin. Die fristlose Kündigung wurde bestätigt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig (Az.: 24 C 1355/13).

Früher war er dort Hausmeister

Friedhelm Adolfs lebt in einer Parterre-Wohnung in Düsseldorf. 36 Jahre lang war sie seine Dienstwohnung als Hausmeister des Wohn- und Bürohauses, seit 2009 hat er einen normalen Mietvertrag. Dass er geraucht hat, habe in der ganzen Zeit niemanden gestört, sagt der heute 75-Jährige. Seine Frau, die vor etwa zwei Jahren starb, sei auch Raucherin gewesen. Früher sei also sogar noch mehr geraucht worden in der Wohnung.

Man wolle ihn bloß loswerden, um aus der Wohnung mehr Geld herauszuholen, vermutete der Rentner. Raucher sehen ihre Wohnungen als letztes Reservat für ihr Laster bedroht. Sympathisanten haben eine Sammelaktion für seine Prozesskosten gestartet.

Dass er sich den Ärger selbst eingebrockt hat, weil er nach dem Tod seiner Frau nicht mehr ordentlich lüftet, hat Adolfs vehement bestritten. Er bekräftigte am Mittwoch, in die Berufung ziehen zu wollen.

"Viele Menschen fühlen sich durch Zigarettenrauch belästigt"

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) äußerte sich zurückhaltend über das Urteil. "Es ist nicht erstrebenswert, dass jemand nach 40 Jahren ausziehen muss", sagte eine DHS-Sprecherin im westfälischen Hamm. "Andererseits muss man auch berücksichtigen, dass sich viele Menschen durch Zigarettenrauch belästigt fühlen." Auch eine mögliche Gesundheitsgefährdung durch das Passivrauchen spiele eine Rolle.

tkr/anb/DPA/DPA

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