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Rief er die Polizei, um sich erschießen zu lassen? Rätsel um Teenie-Tod

Polizisten in den USA wollen nachts einen Jugendlichen kontrollieren. Doch der zieht eine Waffe. Die Polizisten schießen und verwunden ihn tödlich. Dabei hatte der 15-Jährige wohl selbst die Polizei alarmiert.

Auf dem Parkplatz der Torrey Pines High School in San Diego, US-Bundesstaat Kalifornien, sichern Polizisten Spuren, nachdem ein 15-Jähriger dort erschossen wurde

Auf dem Parkplatz der Torrey Pines High School in San Diego, US-Bundesstaat Kalifornien, sichern Polizisten Spuren, nachdem ein 15-Jähriger dort erschossen wurde

Als die Polizisten aus ihrem steigen, zieht er eine Waffe aus dem Hosenbund. Dann zielt er auf die Polizisten und geht auf sie zu. Er geht weiter, obwohl die Polizisten ihn auffordern, die Waffe fallen zu lassen. Dann fallen Schüsse.

So schildert die Polizei von San Diego laut "San Diego Union-Tribune" und "New York Times" einen Vorfall in ihrer Stadt, bei dem ein 15-Jähriger am frühen Samstagmorgen erschossen wurde. Der Polizei zufolge war sie über durch einen Notruf gegen 3.30 Uhr morgens alarmiert worden, sie möge einen Mann an der Torrey Pines High School kontrollieren, berichten US-Medien übereinstimmend. Wenige Minuten nach dem Anruf liegt der 15-Jährige sterbend auf dem Parkplatz der Schule. Wie sich später herausstellt, war seine Waffe eine Softair-Pistole, die einer echten Waffe täuschend ähnlich sieht. Was wie ein weiteres Beispiel für Polizeigewalt in den USA klingt, ist allerdings rätselhafter. Denn der Anrufer, der auf den 15-Jährigen hinwies, war wohl der Jugendliche selbst.

Mitschüler beschreiben ihn als nett und klug

Laut "New York Times" wurde der Jugendliche noch in ein Krankenhaus gebracht, dort allerdings für tot erklärt. "Unsere Familie betrauert den Verlust eines liebenden und wundervollen jungen Mannes", sagte die Mutter des Erschossenen laut "Fox 5 San Diego". "Wir bitten darum, unsere Privatsphäre zu respektieren, während wir seiner gedenken und allem, was er uns bedeutet hat." Der Jugendliche war selbst seit kurzem Schüler der High School, berichten US-Medien.


An der High School versammelten sich am Sonntag Trauernde an einer improvisierten Gedenkstätte für den 15-Jährigen. Laut "San Diego Union-Tribune" legten viele Schüler in Begleitung eines Elternteils Blumen nieder. Ein Klassenkamerad charakterisierte den Jugendlichen laut der Zeitung als Computer-Genie, der sein Wissen mit seinen Freunden teilte. Ein Mitschüler sagte der Zeitung: "Er war ein intelligenter, netter Junge. Ich wünschte, ich hätte ihn besser gekannt."

Motiv des Jugendlichen noch unklar

Was den 15-Jährigen dazu getrieben hat, die tödliche Konfrontation mit der zu suchen, ist bislang unklar. Ein Polizeisprecher sagte laut "New York Times", es sei noch zu früh, darüber zu spekulieren, warum der Jugendliche selbst die Polizei gerufen habe.

Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

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