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19. Januar 2007, 11:36 Uhr

Düsteres Erwachen nach dem Sturm

Für viele Menschen in Deutschland gab es heute Morgen ein dunkles Erwachen. Denn Orkantief "Kyrill" hatte nicht nur Autos und Häuser zerstört, er beschädigte auch Stromleitungen. Der Strom fiel in großen Teilen des Landes aus. Noch immer sind tausende Haushalte vom Blackout betroffen.

Umgeknickte Hochspannungsmasten liegen nach dem Sturmtief "Kyrill" auf einem Feld südwestlich von Magdeburg.© Jens Wolf/dpa

Hunderttausende Menschen im ganzen Bundesgebiet waren durch den Orkan "Kyrill" zumindest zeitweise von der Stromversorgung abgeschnitten. Vor allem Ostdeutschland war von den Blackouts betroffen. Allein in Brandenburg fiel der Strom bei über 150.000 Haushalten vorübergehend aus. "Es sind immer noch knapp 60.000 Haushalte ohne Strom", sagte der Leiter des Lagezentrums für Brand- und Katastrophenschutz, Hans-Werner Meienberg, am Freitagmorgen in Potsdam. Auch in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern wurden ganze Ortschaften von der Stromversorgung abgeschnitten.

Probleme traten aber auch für die Verbraucher in Westdeutschland auf. Ein Sprecher der RWE-Tochter Energy sagte, bei Kunden des Konzerns in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern und dem Saarland sei es zu regional und lokal begrenzten Stromausfällen gekommen. Auch am Morgen verzeichnete der Konzern noch einzelne Ausfälle. Die Strommasten hätten dem Sturm aber standgehalten.

Auch im Versorgungsgebiet von Deutschlands viertgrößtem Energiekonzern EnBW kam es wegen auf Leitungen gestürzter Bäume zu Stromausfällen. Davon seien rund 270.000 Menschen in weiten Teilen Baden-Württembergs betroffen gewesen, sagte ein Firmensprecher. Meist hätten die Ausfälle nicht mehr als eine Stunde angedauert. Eine Schadenssumme stehe noch nicht fest.

Störungen sollen bis mittags behoben sein

In Sachsen waren zeitweise bis zu 41.000 Haushalte ohne Elektrizität. In Sachsen-Anhalt war das genaue Ausmaß dagegen zunächst noch unklar. "Wir hatten im ganzen Land größere Stromausfälle", sagte die Sprecherin des Lagedienstes im Innenministerium in Magdeburg. Auch ein Vattenfall-Sprecher erklärte, zunächst könnten keine Angaben über das Ausmaß der Stromausfälle gemacht werden. Ausfälle gab es auch in Thüringen - dort waren am Freitagmorgen noch rund 60.000 Haushalte ohne Strom - und Mecklenburg-Vorpommern. . "Wir gehen davon aus, dass der größte Teil der Störungen bis zum Mittag behoben sein wird", sagte ein Sprecher. Alle verfügbaren Mitarbeiter seien eingesetzt und die Telefon-Zentralen doppelt besetzt.

Im Norden hielten sich die Schäden aber nach Angaben der Behörden in Grenzen. Es habe lediglich punktuell Schäden gegeben. Spezialisten der Energieversorger begannen teilweise noch in der Nacht mit ersten Reparaturarbeiten. Vielerorts entspannte sich die Lage am Vormittag bereits leicht. Ein Sprecher des sächsischen Versorgers Envia sagte, es seien inzwischen nur noch einige tausend Haushalte ohne Strom.

In den Lagezentren wurde damit gerechnet, dass die meisten betroffenen Haushalte noch im Laufe des Tages wieder versorgt werden könnten. Ursachen für die Stromausfälle waren meistens Schäden an den Stromleitungen über Land. In Sachsen-Anhalt wurde beispielsweise ein Strommast umgeknickt, auch andernorts im Osten der Republik knickten zahlreiche Überlandleitungen um. Aber auch Blitzschläge sorgten für Störungen.

Reuters/AP
 
 
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