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2300 Passagiere müssen im Zug übernachten

Bei uns wird oft über die Bahn geflucht, aber unfreiwillige Übernachtungen sind doch die absolute Ausnahme. In Frankreich mussten jetzt gleich 2300 Passagiere eine Horror-Nacht im TGV verbringen.

  Stillstand beim Hochgeschwindigkeitszug TGV: Zwischen Nizza und Paris ging nichts mehr.

Stillstand beim Hochgeschwindigkeitszug TGV: Zwischen Nizza und Paris ging nichts mehr.

Wegen eines Stromausfalls in der Oberleitung haben rund 2300 Passagiere in Frankreich eine Nacht im Zug verbringen müssen. Eine Sprecherin der Staatsbahn SNCF sagte am Sonntag, von dem Stromausfall am Samstagabend seien zwei TGV-Züge auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Paris und Nizza betroffen gewesen. Die Ursache für die Panne war zunächst unklar.

Die Nacht sei für die Passagiere sowie für das Personal der beiden Züge "schwer gewesen", sagte die Sprecherin. Der seit Tagen andauernde Streik bei der Staatsbahn habe die Lage zusätzlich erschwert. Der betroffene TGV von Paris nach Nizza kam am Sonntagmorgen um 3 Uhr in der südfranzösischen Stadt an. Die Passagiere aus dem zweiten Zug, der von Nizza nach Paris fuhr, mussten in einen anderen Zug umsteigen, der dann noch umgeleitet wurde. Sie kamen erst um 10.45 Uhr in der Hauptstadt an.

"Jetzt bin ich todmüde"

"Ich bin freudestrahlend in Nizza losgefahren", berichtete die Rentnerin Viviane, die es wegen der Panne nicht rechtzeitig zu einer Hochzeit schaffte. "Jetzt bin ich todmüde." Der 35-jährige Sudarshan, ein Tourist aus Indien, sagte, er könne nach dem Erlebnis niemandem mehr empfehlen, in Europa mit dem Zug zu fahren. Die Panne habe ihn "an die indischen Züge erinnert".

Der Stromausfall ereignete sich inmitten eines Bahnstreiks, der bereits seit Dienstagabend in Frankreich für erhebliche Behinderungen und Zugausfälle sorgt. Die Gewerkschaften protestieren gegen eine geplante Bahnreform, über welche die Nationalversammlung ab Dienstag beraten will. Die Reform sieht unter anderem vor, dass die SNCF und der Schienennetzbetreiber RFF unter ein gemeinsames Dach kommen, wie dies bei der Deutschen Bahn der Fall ist. Die Gewerkschaften fürchten Stellenstreichungen und eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen.

Streiks sollen weitergehen

Ungeachtet eines Appells von Präsident François Hollande soll der Ausstand auch am Montag fortgesetzt werden, dem ersten Tag der einwöchigen Abiturprüfungen im ganzen Land. Es gibt Sorgen, dass Schüler wegen des Streiks nicht rechtzeitig zu den Prüfungen kommen. Allerdings versprach die SNCF, für Ersatztransporte der Abiturienten zu sorgen.

Die Bahn will nach eigenen Angaben zehntausende Aufkleber an betroffene Schüler austeilen, damit diese bevorzugt in Züge und Ersatzbusse einsteigen können. Schüler, die zur Philosophie-Prüfung am Montagmorgen zu spät kommen, sollen auf Anordnung der Regierung zudem eine Stunde mehr Zeit erhalten.

amt/AFP/AFP
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