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17. März 2008, 15:46 Uhr

Bis zu 2600 Euro Unterschied pro Jahr

Während manche Eltern für den Kindergarten tief in die Tasche greifen müssen, ist er für andere kostenlos. Wie groß der Preisunterschied tatsächlich ist, ermittelte eine neue Studie. Fazit: Im Extremfall sind Unterschiede von 2600 Euro im Jahr für die Halbtagsbetreuung möglich.

Sprach-Kitas: Englisch mit zwei, Chinesisch mit vier - für solche Angebote zahlen Eltern gerne viel© Bode Marks/DPA

Die Kindergartengebühren in Deutschland hängen stark von Wohnort und Einkommen der Eltern ab: Im Extremfall müssen Familien bei einer Halbtagsbetreuung pro Kind im Jahr mit bis zu 2600 Euro Unterschied rechnen. Dies ergab eine Studie im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und der Zeitschrift "Eltern". "Das ist eine gigantische Gerechtigkeitslücke, die sich da quer durch Deutschland auftut", sagte "Eltern"-Chefredakteurin Marie-Luise Lewicki.

Der Auftraggeber der Studie, die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, wird von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektro-Industrie finanziert und vertritt deren Interessen.

Als Extrem-Beispiele werden in der Studie die Städte Heilbronn (Baden-Württemberg) und Minden (Nordrhein-Westfalen) genannt. So ist in Heilbronn der Halbtages-Besuch im Kindergarten für den Nachwuchs kostenlos, unabhängig vom Einkommen. Dagegen müssen in Minden Eltern mit einem Brutto-Jahresverdienst von 80.000 Euro pro Kind jährlich fast 2600 Euro zahlen.

Teure Städte, horrende Kosten

Die Studie listet die Gebühren für eine Halbtagsbetreuung in den 100 größten deutschen Städten nach drei verschiedenen Einkommensgruppen auf. Demnach verlangen Städte mit angespannter Haushaltslage besonders viel. Im Norden werden Eltern durchschnittlich stärker belastet als im Süden. Bei einem Kind im Kindergarten ist es im Westen etwas teurer als im Osten, bei zwei Kindern im Osten teurer als im Westen. Als bisher einzige Großstadt verzichtet Heilbronn seit Januar komplett auf Gebühren.

In der Klasse der Geringverdiener (25.000 Euro Bruttoeinkommen im Jahr) schneidet Lübeck besonders schlecht ab. Hier müssen Eltern für einen Halbtagsplatz 1692 Euro pro Jahr aufbringen. Auf Platz zwei landeten Wilhelmshaven und Göttingen mit je 1068 Euro. Kostenlos ist die Betreuung in dieser Gehaltsklasse zum Beispiel auch in Hanau, Kassel, Stuttgart und Trier.

Soziale Schieflage

Verdienen die Eltern 45.000 Euro brutto, kostet ein Platz in Bremen mit 1752 Euro besonders viel. Auch bei zwei Kindern steht Bremen mit einer Jahresgebühr von insgesamt 3096 Euro auf Platz eins. Spitzenverdiener (80.000 Euro Bruttoeinkommen) zahlen in Nordrhein- Westfalen am meisten. In Minden, Mülheim, Leverkusen und Düsseldorf kostet sie die Betreuung pro Jahr 2400 Euro und mehr. In Mannheim sind es hingegen lediglich rund 450 Euro.

"Eine solche soziale Schieflage gibt es in keinem anderen Politikbereich Deutschland", sagte Lewicki. Es sei nicht gerecht, dass Eltern verschieden stark zur Kasse gebeten würden. Bildung sei zwar Ländersache, aber die Länder überließen die Festlegung der Gebühren oft den Kommunen. Da sich reiche Gemeinden aber niedrigere Gebühren leisten könnten als arme, gehe die Schere zwischen Arm und Reich weiter auf.

Mehr zur Studie... ...finden Sie unter www.eltern.de/kita-monitor oder unter www.insm- kindergartenmonitor.de.

DPA
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
cocowesten (20.03.2008, 10:01 Uhr)
Ich kapiere es auch nicht, dudeldudel!
Und zwar Ihren Kommentar. Ihr Vergleich hinkt kräftig, denn eine Putzfrau ist Luxus, ein Kita-Platz sollte dies zumindest nicht sein!
Mit freundlichen Grüßen von der Familienfront!
Coco
dudeldudel (17.03.2008, 18:21 Uhr)
Ich kapiere es nicht!
Niemand hat ein Problem der Putzfrau 12 Euro die Stunde zu bezahlen. Kinderbetreuung kostet 2600 Euro im Jahr? Das sind weniger als 1.5 Euro die Stunde. Ich verstehe das geheule nicht....
quintus11 (17.03.2008, 17:57 Uhr)
ich auch
Als Student erwartet man von mir, dass ich meint Studium schnell beende, was nur geht wenn ich nicht nebenbei arbeiten muss. Meine Frau und ich haben zur Zeit etwa 800 EUR (von unseren Eltern) für alles im Monat! (Miete, Essen, KV usw.) dazu würden 300 EUR Erziehungsgeld (max. 1 Jahr) und 160 EUR Kindergeld kommen. Ein Kindergartenplatz kostet bei uns 250 EUR inkl. Verpflegung. Was nun? Ich habe kein Mitleid mit Leuten die 80.000 Brutto haben, zumal die ja noch das fette Erziehungsgeld absahnen. Ich gehöre wohl einfach nicht zu der Schicht Bevölkerung, die sich nach Meinung von Frau Merkel vermehren soll.
Loco (17.03.2008, 17:42 Uhr)
Wuerde gerne 2600 euro bezahlen
Auch wenn das eine Menge Geld ist, Ich wohne in den USA und hier gibt es keinerlei Unterstuetzung. Ich bezahle fuer meine beiden Maedels $1200 pro Monat... Also ist dies in Deutschland doch ne' ganze Ecke guenstiger...
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