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Bis zu acht unterschiedliche Antibiotika im Futter

Sie leben im Schnitt 35 Tage und werden währenddessen mit Antibiotika vollgepumpt: Masthähnchen. Ein TV-Bericht legte die Vermutung nahe, Antibiotika würden trotz Verbots als Wachstumsdoping eingesetzt. Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft streitet das ab.

  Jungtiere in einem Hähnchenstall im Kreis Vechta

Jungtiere in einem Hähnchenstall im Kreis Vechta

In der Hähnchenmast werden laut NDR-Informationen aus einer Studie viel mehr Antibiotika verwendet als bisher angenommen. Demnach seien in 83 Prozent der untersuchten Geflügelchargen aus Nordrhein-Westfalen antimikrobiell wirksame Mittel gegeben worden, berichtete NDR Info am Freitag unter Berufung auf eine vom NRW-Verbraucherschutzministerium in Auftrag gegebene Untersuchung. In 17 Prozent der ausgewerteten Fälle seien die Mäster ohne diese Mittel ausgekommen.

Teils seien bis zu acht verschiedene Antibiotika ins Futter gemischt worden, berichtete der Sender. Ausgewertet wurden in der Studie des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Daten aus 182 Betrieben im ersten Halbjahr 2011. Ein Sprecher des Düsseldorfer Ministeriums wollte die Angaben nicht bestätigen. Die Ergebnisse würden noch ausgewertet und Mitte November vorgestellt.

Das Bundesverbraucherministerium in Berlin verwies darauf, dass es für den Einsatz von Antibiotika klare Regeln gebe. Für deren Überwachung seien die Länderbehörden zuständig. Es sei zu begrüßen, wenn solche Kontrollen vorgenommen würden, sagte eine Sprecherin am Freitag in Berlin. Zu den Erkenntnissen aus Nordrhein-Westfalen könnten keine Angaben gemacht werden.

Verbotenes Wachstumsdoping

NDR Info berichtete, nach der Studie liege die Vermutung nahe, dass Antibiotika trotz Verbots als Wachstumsdoping eingesetzt würden. Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) wies dies zurück. "Das ist eine Unterstellung und schlicht nicht wahr", erklärte ZDG-Geschäftsführer Thomas Janning in Berlin. In der Massentierhaltung dürfen Antibiotika nur aus medizinischen Gründen verabreicht werden.

Die Geflügelwirtschaft will nach eigenen Angaben den Einsatz von Antibiotika künftig erfassen und Strategien zur Verringerung entwickeln. 2010 wurden nach Angaben des Verbandes bundesweit 1,4 Millionen Tonnen Geflügel geschlachtet. Das Leben eines Huhnes dauert in der konventionellen Haltung vom Schlüpfen bis zur Schlachtung etwa 35 Tage.

hw/DPA/DPA
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