Mandela wird offenbar künstlich beatmet

26. Juni 2013, 15:59 Uhr

Der Zustand von Nelson Mandela verschlechtert sich zunehmend: Laut Zeitungsberichten wird der Ex-Präsident künstlich beatmet - und die Familie berät über die Abschaltung lebenserhaltender Geräte.

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Mandela, Südafrika, Ex-Präsident, Krankenhaus, Pretoria

Winnie Mandela Madikizela-Mandela (Mitte), die Ex-Frau von Nelson Mandela, erreicht am Mittwoch das Medi Clinic Heart Hospital in Pretoria.©

Südafrikas schwer kranker Ex-Präsident Nelson Mandela wird inzwischen künstlich beatmet. Wegen Nierenversagens sei auch alle drei Stunden eine Dialyse notwendig, berichteten Angehörige des 94-Jährigen am Mittwoch in Qunu, dem Heimatort Mandelas. Die Ärzte hätten der Familie angeboten, über die Abschaltung der lebenserhaltenden Geräte zu entscheiden, meldete die Zeitung "The Citizen" ebenfalls unter Berufung auf Angehörige. In Gesprächen mit Medien wollen Familienmitglieder derzeit meist ihre Namen nicht genannt wissen.

Der drohende Tod des Friedensnobelpreisträger überschattet die Vorbereitungen des Südafrika-Besuchs von US-Präsident Barack Obama, der am Freitag in Johannesburg erwartet wird. Amerikanische Diplomaten seien in größter Sorge, dass das minutiös geplante, dreitägige Besuchsprogramm Obamas am Kap bei einem Ableben Mandelas in diesen Tagen völlig unrealistisch sei, sagten westliche Diplomaten.

Sollte Mandela gar bis Freitagmorgen sterben, sei die Streichung des ganzen Obama-Besuchs in Südafrika angesichts der dann ausgerufenen Staatstrauer denkbar, hieß es. Der US-Präsident würde dann zu den Beisetzungsfeierlichkeiten - vermutlich fünf oder sechs Tage nach dem Tod Mandelas - nach Südafrika kommen. Stürbe Mandela während Obama im Lande sei, sei eine drastische Kürzung des Programms wahrscheinlich, so die Diplomaten.

Ein ganzes Land betet und singt für Mandela

Das südafrikanische Präsidialamt hatte Mandelas Zustand am Dienstag als nach wie vor "kritisch" bezeichnet. Der südafrikanische Nationalheld befindet sich seit dem 8. Juni wegen einer schweren Lungenentzündung im Medi-Clinic-Heart-Krankenhaus in Pretoria. Sein Zustand hatte sich - nach vorübergehender Besserung - am Sonntag wieder verschlechtert.

Auch am Mittwoch wurden wieder zahlreiche Karten mit Genesungswünschen, von Kindern gemalte Bilder, Blumensträuße und Luftballons vor das Hospital gelegt und an seinen Zäunen befestigt. In der Nacht hatten Menschen Kerzen angezündet, gebetet und Lieder der Freiheitsbewegung gesungen. Mandelas Zustand ist seit Wochen das alles beherrschende Thema in Südafrika.

Mandela hatte wegen seines Kampfes gegen das rassistische Apartheidsystem 27 Jahre lang in Haft gesessen. 1994 wurde er erster Präsident des demokratischen Südafrikas. Er ebnete den Weg zur Aussöhnung von Schwarzen und Weißen in seinem Heimatland.

kmi/DPA
 
 
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