. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
21. September 2011, 15:54 Uhr

"Roke" trifft auf Fukushima

Der gewaltige Taifun "Roke" hinterlässt auch in Zentral-Japan Tod und Zerstörung. Im havarierten AKW Fukushima könnte verseuchtes Kühlwasser überlaufen.

Der heftige Taifun "Roke" hat am Mittwoch in Zentral-Japan gewütet und mindestens sechs Menschen in den Tod gerissen.

Die vom Megabeben und Jahrhundert-Tsunami schwer getroffene Katastrophenregion um das havarierte Kernkraftwerk Fukushima sowie andere Teile des Inselreiches wurden von enormen Regenfällen und peitschenden Sturmböen heimgesucht. Tausende Häuser und Straßen standen unter Wasser, Bäume stürzten um, der Verkehr wurde teils lahmgelegt und Tausende zur Flucht vor den Wassermassen gezwungen. In rund 536.000 Häusern in 17 Provinzen fiel laut Medien der Strom aus.

Angst vor überlaufendem Kühlwasser

Ein Sprecher des Betreibers der Atomruine Fukushima, Tepco, versicherte, dass der Taifun keine Auswirkungen auf die Kühlsysteme habe. Man sei auf die Taifun-Saison vorbereitet. Die Arbeiten zur Abdeckung des Reaktors 1 wurden wegen der starken Winde unterbrochen. Auch andere Arbeiten am AKW nahe der Küste wurden vorsorglich eingestellt und Leitungen und Pumprohre befestigt. Laut Tepco wurden Maßnahmen ergriffen, damit kein verseuchtes Kühlwasser in Folge der Regenfälle überläuft.

Einige der Todesopfer wurden japanischen Medienberichten zufolge von angeschwollenen Flüssen fortgerissen. In der Industriestadt Nagoya fiel ein 66-Jähriger vom Dach eines Hauses, als er eine Dachrinne von Trümmerteilen befreien wollte. In der Provinz Saga wurde ein 71-Jähriger über Bord seines Fischerbootes gerissen, als er es bei den starken Stürmen festmachen wollte. Auch in der Hauptstadt Tokio kämpften zigtausende Menschen gegen die Sturmböen an. In dem auch bei ausländischen Touristen beliebten Tokioter Szene-Stadtteil Shibuya stürzte ein Baum auf ein Taxi. Niemand wurde dabei verletzt.

Arbeitgeber schicken Angestellte nach Hause

Da viele Züge ausfielen, drängten sich in der Millionenstadt Tokio die Menschen in den Bahnhöfen und Zügen noch mehr als sonst. Massen von Gestrandeten versuchten geduldig, mit Bussen heimzukehren. Viele Unternehmen schickten ihre Mitarbeiter bereits am Nachmittag nach Hause - äußerst ungewöhnlich in dem für seine besonders langen Arbeitstage bekannten Hochtechnologieland. Unternehmen wie der weltgrößte Autobauer Toyota setzten aus Sorge um die Mitarbeiter die Arbeit in einigen Fabriken aus. Auch die Deutsche Schule in Yokohama und andere Schulen des Landes ließen ihre Schüler früher nach Hause.

Unterdessen wurden rund 600 Flüge gestrichen, der Betrieb von Hochgeschwindigkeitszügen in Ost- und Zentraljapan vorübergehend ausgesetzt und viele Autobahnen gesperrt. In der vom Mega-Erdbeben und Jahrhundert-Tsunami vom 11. März heimgesuchten Region Tohoku im Nordosten des Inselreiches mussten manche der Überlebenden aus ihren Notbehausungen fliehen und sich erneut anderswo in Sicherheit bringen. Der von den Behörden als "äußerst heftig" eingestufte Taifun, der 15. der Saison, war am Nachmittag bei der Stadt Hamamatsu, rund 250 Kilometer südwestlich Tokios, auf Land getroffen.

Er zog unterdessen mit einer Geschwindigkeit von rund 40 Kilometern pro Stunde nach Norden weiter. An seinem Zentrum hatte er Windgeschwindigkeiten von rund 200 Kilometern pro Stunde. Rund 15.000 Menschen im ganzen Land waren von den Behörden angewiesen worden, ihre Häuser zu verlassen. 414.000 weiteren Menschen wurde dies nahegelegt. Zuvor hatte die Industriestadt Nagoya eine Evakuierungsempfehlung für rund 880.000 Menschen wieder aufgehoben. Zwischenzeitlich waren mehr als eine Million Bürger aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen.

Die Meteorologische Behörde rief zu "höchster Wachsamkeit" auf und warnte noch bis Donnerstag vor weiteren Regenfällen. Bereits Anfang des Monats hatte ein anderer Taifun den Westen des fernöstlichen Inselreiches heimgesucht. Es gab mehr als 100 Tote und Vermisste.

Tropische Wirbelstürme Taifune sind tropische Wirbelstürme im westlichen Pazifik. Im östlichen Pazifik und im westlichen Atlantik spricht man von Hurrikan, im Indischen Ozean von Zyklon. Tropische Wirbelstürme können einen Durchmesser von einigen hundert Kilometern haben. Typisches Kennzeichen ist das sogenannte Auge, eine windstille Zone von etwa 20 Kilometern Durchmesser im Wirbelzentrum. Der Sturm selbst bewegt sich hingegen eher gemächlich vorwärts, seine Route kann gut vorausberechnet werden.

fw/nik/AFP/DPA
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
"Roke" kommt Taifun vertreibt mehr als eine Million Japaner

Taifun "Roke" bewegt sich mit Macht auf die japanische Küste zu. Landesweit sollen sich 1,3 Millionen Menschen in Sicherheit bringen und vorsichtshalber ihre Häuser verlassen. Auch die Katastrophenregion um das havarierte Akw Fukushima könnte betroffen sein. mehr...

Taifun "Roke" in Japan Tropensturm reißt fünf Menschen in den Tod

Gut ein halbes Jahr nach dem schweren Erdbeben und Tsunami in Fukushima wütet ein heftiger Tropensturm über Japan. Taifun "Roke" forderte bereits fünf Todesopfer. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe