An der Mosel ist die Lage bereits ernst

8. Januar 2011, 10:05 Uhr

Helfer stehen in den Startlöchern, Sandsäcke sind gestapelt und die Hochwasserlagezentren koordinieren. Denn: Die Pegelstände in vielen Teilen Deutschlands steigen an. In Koblenz, wo die Mosel am Deutschen Eck in den Rhein fließt, rechnet die Feuerwehr mit dem schlimmsten Hochwasser seit zehn Jahren.

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In Schweich ist es schon soweit: Die Mosel ist über die Ufer getreten©

Die Pegelstände in weiten Teilen Deutschlands sind in der Nacht zum Samstag weiter gestiegen. Tauende Schneemassen und Regen ließen bereits am Freitag Gewässer über die Ufer treten und sorgten auch in der Nacht für weiter anschwellende Flüsse. Am Wochenende soll das Wasser vielerorts weiter steigen. Ein Jahrhunderthochwasser droht aber nach derzeitigem Stand nicht.

In Koblenz, wo die Mosel am Deutschen Eck in den Rhein fließt, rechnet die Feuerwehr aber immerhin mit dem größten Hochwasser seit zehn Jahren. Teile der Altstadt könnten dort überflutet werden. Für Montag sei ein Ansteigen des Wassers in den Bereich von 7,50 bis 8 Meter "nicht auszuschließen", meldete die Hochwasserzentrale. Bei rund 7,20 Metern wird das Deutsche Eck überflutet. Bei den großen Hochwassern 1993 und 1995 hatte der Wasserstand in der Stadt sogar die 9-Meter-Marke überschritten.

In Trier an der Mosel wurde Katastrophenstab eingerichtet

Überall in Rheinland-Pfalz wurden am Freitag und auch in der Nacht zum Samstag insbesondere kleinere ufernahe, aber auch Landes- und Bundesstraßen gesperrt. Auch Parkplätze in Ufernähe waren oftmals überflutet.

In Trier erreichte die Mosel Pegelstände von 8,75 Meter. Innerhalb von 24 Stunden war das Wasser am Freitag um vier auf mehr als acht Meter angestiegen. Dort wurde ein Katastrophenstab eingerichtet. Experten rechnen damit, dass die kritische Marke von 9 Metern überschritten wird. Dann könnten Keller überflutet werden. Der erwartete Höchststand könnte am Sonntag mit knapp über 9 Metern erreicht werden. Zum Vergleich: Beim "Jahrhunderthochwasser" 1993 waren es 11,28 Meter.

Lage wird sich noch verschärfen

An der Oder bereitet vor allem das Eis Sorgen. Auf dem Fluss sind Eisbrecher im Einsatz, damit die Wassermassen schneller in die Ostsee abfließen können. In der Nacht sanken die Pegelstände nach Angaben eines Polizeisprechers in Frankfurt (Oder) indes leicht. Insbesondere Eis aus dem polnischen Nebenfluss Warthe beschäftigt die Behörden. "Die Eisbrecher werden hoffentlich schneller sein", meinte der Sprecher.

Auch in Hessen stiegen die Pegelstände in der Nacht weiter. Größere Probleme gab es nach Polizeiangaben jedoch noch nicht. Die Lage wird sich jedoch verschärfen. Die Behörden rechnen örtlich mit der Hochwassermeldestufe 3. Der ergiebige Regen soll erst am Montag nachlassen. Der Neckar schwappte bereits über die Ufer.

Bereits am Freitag war der Schiffsverkehr auf Neckar und Mosel eingestellt worden. Im Süden und Osten Deutschlands schwollen viele Flüsse an. Am Anfang machten vor allem kleinere Flüsse Probleme, die den tauenden Schnee aus den Höhenlagen abtransportieren. Sie spülten gewaltige Wassermassen in die größeren Flüsse. Auch auf Abschnitten des Rheins droht nun die Einstellung des Schiffsverkehrs.

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